VCÖ: Auf Schneefahrbahn vervielfacht sich Bremsweg

Auf Schneefahrbahn vervielfacht sich Bremsweg

VCÖ (Wien, 15. Jänner 2016) – Der Winter hält Einzug in Österreich. Bei Schnee- und Eisfahrbahn vervielfacht sich der Bremsweg, erinnert der VCÖ. Zu hohes Tempo und zu geringer Sicherheitsabstand sind die Hauptursachen von Verkehrsunfällen bei Schnee- und Eisfahrbahn. Als Faustregel gilt: Tempo um die Hälfte reduzieren, betont der VCÖ. Der VCÖ rät, wenn möglich Öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Zudem hat der VCÖ Tipps fürs Radfahren im Winter zusammengestellt.

 „Zu hohes Tempo und zu geringer Sicherheitsabstand sind die Hauptursachen für Verkehrsunfälle bei winterlichen Fahrverhältnissen. Viele unterschätzen, dass sich bei Schneefahrbahn der Bremsweg vervielfacht“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Bei Tempo 50 verlängert sich der Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) bei winterlichen Fahrverhältnissen fast um das Dreifache von rund 20 Meter bei trockener Fahrbahn auf fast 60 Meter bei Schneefahrbahn. Bei Tempo 80 nimmt der Anhalteweg von knapp mehr als 40 Meter auf fast 140 Meter zu. Bei Tempo 130 steht ein Auto auf trockener Fahrbahn nach rund 100 Metern, bei Schneefahrbahn erst nach rund 350 Metern.

 „Als Faustregel gilt: Bei Schneefahrbahn das Tempo um die Hälfte reduzieren, großen Sicherheitsabstand einhalten und volle Konzentration auf den Straßenverkehr, nicht telefonieren während des Fahrens“, empfiehlt VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ rät wenn möglich auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Zu erinnern ist an die Winterreifenpflicht und auch daran, dass es verboten ist, den Motor am Stand laufen zu lassen, während das Auto von Eis oder Schnee befreit wird. Durch das Laufenlassen des Motors bildet sich eine giftige Abgaswolke rund ums Fahrzeug.

Für alle, die bei winterlichen Verhältnissen mit dem Rad fahren, hat der VCÖ Tipps zusammengestellt: Bei Schneefahrbahn Sattel etwas tiefer stellen und Reifendruck verringern. Langsamer fahren, frühzeitig und maßvoll bremsen, nicht abrupt bremsen. Zu empfehlen sind Spikereifen, die für einen guten Grip bei Schnee und Eis sorgen. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist eine gute, funktionierende Beleuchtung enorm wichtig, betont der VCÖ. Ist der Radweg nicht vom Schnee geräumt,  ist die Radwegbenützungspflicht aufgehoben und es darf auf der Fahrbahn gefahren werden. „Gerade bei schwierigen Fahrbedingungen gilt umso mehr für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer: Aufeinander Rücksicht nehmen, vorausschauend und aufmerksam fahren“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Für Fußgängerinnen und Fußgänger sind gut geräumte Gehwege sehr wichtig. Leider wird oftmals mehr Salz gestreut als nötig ist, was nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch Schuhe ruinieren kann.

VCÖ: Anhalteweg verlängert sich bei winterlichen Fahrverhältnissen massiv (Anhalteweg = Reaktionsweg plus Bremsweg)

30 km /h

Trockene Fahrbahn: 10 Meter

Winterliche Fahrverhältnisse: 23 Meter

Geschwindigkeit nach 10 Meter: 26 km /h

50 km/h

Trockene Fahrbahn: 21 Meter

Winterliche Fahrverhältnisse: 58 Meter

Geschwindigkeit nach 21 Meter: 44 km /h

80 km/h

Trockene Fahrbahn: 43 Meter

Winterliche Fahrverhältnisse:: 139 Meter

Geschwindigkeit nach 43 Meter: 70 km /h

130  km/h

Trockene Fahrbahn: 98 Meter

Winterliche Fahrverhältnisse: 351 Meter

Geschwindigkeit nach 98 Meter: 115 km /h

Quelle: VCÖ 2016

VCÖ-Tipps zum sicheren Radfahren im Winter

1. Auf gute, funktionierende Beleuchtung achten. Zu empfehlen ist ein Nabendynamo sowie ein Standlicht als Rücklicht

 2. Funktionieren der Bremsen regelmäßig kontrollieren

 3. Kontrollieren, ob alle vorgeschriebenen Reflektoren am Fahrrad montiert sind.

 4.  Kette öfters ölen

 5.Reifendruck etwas verringern

 6.Sattel etwas niedriger stellen

 7.Langsamer und aufmerksamer fahren

 8. Frühzeitig und maßvoll bremsen, nicht abrupt bremsen

 9. In Kurven erhöhte Vorsicht bei Schneefahrbahn oder Glätte

 10. Bei höheren Minusgraden kann Radschloss einfrieren, Enteisungsspray mitnehmen.

Quelle: VCÖ 2016

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