VCÖ: Auf Schneefahrbahn vervielfacht sich Bremsweg

VCÖ (Wien, 27. Jänner 2015) – Zu hohes Tempo und zu geringer Sicherheitsabstand sind die Hauptursachen von Verkehrsunfällen bei Schnee- und Eisfahrbahn, stellt der VCÖ fest. Viele unterschätzen, dass sich der Bremsweg bei winterlichen Fahrverhältnissen vervielfacht. Als Faustregel gilt: Das Tempo um die Hälfte reduzieren. Übrigens ist es verboten, den Motor am Stand laufen zu lassen, während der Schnee vom Auto gekehrt wird. Der VCÖ rät, wenn möglich Öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Zudem hat der VCÖ Tipps fürs Radfahren im Winter zusammengestellt.

In weiten Teilen Österreichs gibt der Winter ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass sich der Bremsweg auf Schneefahrbahn um ein Vielfaches verlängert. Bei Tempo 100 beispielsweise ist der Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) auf Schneefahrbahn dreieinhalb Mal so lange wie auf trockener Fahrbahn. „Während man bei trockenen Fahrverhältnissen nach rund 62 Metern steht, hat man bei Schneefahrbahn nach 62 Metern noch eine Geschwindigkeit von 88 km/h“, verdeutlicht VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Bei Tempo 50 verlängert sich der Anhalteweg von 21 auf 58 Meter, nach 21 Meter hat das Auto bei winterlichen Fahrverhältnissen noch eine Geschwindigkeit von 44 km/h. Der VCÖ betont, dass zu hohes Tempo und zu geringer Sicherheitsabstand die Hauptursachen von Verkehrsunfällen bei winterlichen Fahrverhältnissen sind. Als Faustregel gilt: Bei Schneefahrbahn das Tempo um die Hälfte reduzieren, großen Sicherheitsabstand einhalten und volle Konzentration auf den Straßenverkehr, also auch Hände weg vom Handy während des Fahrens. Der VCÖ empfiehlt, wenn möglich, das Auto stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Zudem informiert der VCÖ, dass es verboten ist, den Motor am Stand laufen zu lassen, etwa während der Schnee vom Auto gekehrt wird. Im Kraftfahrgesetz heißt es: man darf „nicht mehr Rauch, üblen Geruch oder schädliche Luftverunreinigungen verursachen, als bei ordnungsgemäßem Zustand und sachgemäßem Betrieb des Fahrzeuges unvermeidbar ist.“ Durch das Laufenlassen des Motors bildet sich eine giftige Abgaswolke rund ums Fahrzeug.

Für alle, die auch bei winterlichen Verhältnissen mit dem Rad fahren, hat der VCÖ Tipps zusammengestellt: Bei Schneefahrbahn den Sattel etwas tiefer stellen und den Reifendruck verringern. Auch mit dem Fahrrad langsamer fahren, frühzeitig und maßvoll bremsen, nicht abrupt bremsen. Zu empfehlen sind Spikereifen, die für einen guten Grip bei Schnee und Eis sorgen. Der VCÖ empfiehlt, sich bei Fahrradfachgeschäften diesbezüglich beraten zu lassen. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist eine gute, funktionierende Beleuchtung wichtig, betont der VCÖ. Ist der Radweg nicht vom Schnee geräumt, dann ist die Radwegbenützungspflicht aufgehoben und es darf auf der Fahrbahn gefahren werden. „Gerade bei schwierigen Fahrbedingungen gilt umso mehr, was im Straßenverkehr ohnedies immer die Regel für alle Verkehrsteilnehmer sein sollte: Aufeinander Rücksicht nehmen, vorausschauend und aufmerksam fahren“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Für Fußgängerinnen und Fußgänger sind gut geräumte Gehwege sehr wichtig. Leider wird oftmals mehr Salz gestreut als nötig ist, was manche Schuhe ruinieren kann. Zudem können zu viel Streusalz und Streusplitt die Pfoten der Hunde verletzen, erinnert der VCÖ. Hunde lecken oft ihre Pfoten sauber. Und dann kann das Streusalz bei Hunden zu Magenschäden führen. Mit Hunden wenn möglich gestreute Wege meiden, Pfoten mit Salbe (z.B. Vaseline) schützen und nach dem Spaziergang Streusalz und Splitt mit lauwarmem Wasser entfernen.

 

VCÖ: Anhalteweg verlängert sich bei winterlichen Fahrverhältnissen massiv (Anhalteweg = Reaktionszeit plus Bremsweg)

30 km /h
Trockene Fahrbahn: 10 Meter
Winterliche Fahrverhältnisse: 23 Meter
Geschwindigkeit nach 10 Meter: 26 km /h 

50 km/h
Trockene Fahrbahn: 21 Meter
Winterliche Fahrverhältnisse: 58 Meter
Geschwindigkeit nach 21 Meter: 44 km /h 

80 km/h
Trockene Fahrbahn: 43 Meter
Winterliche Fahrverhältnisse:: 139 Meter Geschwindigkeit nach 43 Meter: 70 km /h 

100  km/h
Trockene Fahrbahn: 62 Meter
Winterliche Fahrverhältnisse:: 212 Meter Geschwindigkeit nach 62 Meter: 88 km /h 

130  km/h
Trockene Fahrbahn: 98 Meter
Winterliche Fahrverhältnisse: 351 Meter Geschwindigkeit nach 98 Meter: 115 km /h

Quelle: VCÖ 2015

 

VCÖ-Tipps zum sicheren Radfahren im Winter

1. Spikereifen: Sind vor allem für jene zu empfehlen, die auch bei Schnee regelmäßig in die Pedale treten.

2. Bei herkömmlichen Reifen: Reifendruck bei Schneefahrbahn etwas verringern.

3. Bei Schneefahrbahn Sattel etwas niedriger stellen.

4. Aufmerksam, vorausschauend und langsamer fahren

5. Frühzeitig und maßvoll bremsen, nicht abrupt bremsen.

6. Erhöhte Vorsicht bei Kurven.

7. Auf gute, funktionierende Beleuchtung achten, Standlicht als Rücklicht

8. Funktionieren der Bremsen regelmäßig kontrollieren

9. Kontrollieren, ob alle vorgeschriebenen Reflektoren am Fahrrad montiert sind.

10. Kette öfters ölen

Quelle: VCÖ 2015

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