VCÖ: Auch im Winter wird mehr Rad gefahren – Tipps zum Radfahren im Winter

VCÖ: Schneetage in Österreich die Ausnahme, vor allem in Ostösterreich

VCÖ (Wien, 30. November 2017) – Immer mehr in Österreich nutzen das Fahrrad das ganze Jahr als Verkehrsmittel, also auch im Winter. Der VCÖ hat Tipps für das Radfahren im Winter zusammengestellt: Bei Schnee- und Eisfahrbahn Reifendruck etwas verringern, Sattel etwas tiefer stellen, nicht abrupt bremsen. Der VCÖ weist darauf hin, dass aber in Österreich auch im Winter Schneetage die Ausnahme sind: Im Vorjahr gab es in Wien nur 12 Tage mit Schnee, in Graz 13 und in Linz 15 Tage. Die meisten Schneetage gab es in Innsbruck mit 25 Tagen.

Auch im Winter wird zunehmend mehr Rad gefahren, macht er VCÖ aufmerksam. So waren in Graz bei der Zählstelle Körösistraße im Jänner der vergangenen drei Jahre pro Werktag um 61 Prozent mehr Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs als im Jänner der Jahre 2010 bis 2012. In den vergangenen drei Dezember wurde sogar eine Zunahme von 85 Prozent gegenüber dem Dezember der Jahre 2010 bis 2012 verzeichnet. Ähnlich in Wien, wo bei der Zählstelle Argentinierstraße im Jänner der vergangenen drei Jahre um 49 Prozent mehr Radfahrende fuhren als im Jänner der Jahre 2010 bis 2012.

Auch österreichweit wird das Fahrrad von vielen das ganze Jahr über als Verkehrsmittel genutzt. So zeigt eine vom Institut Integral durchgeführte repräsentative Umfrage für das Jahr 2016, dass 17 von 100  Radfahrenden auch im Winter regelmäßig in die Pedale treten, weitere 25 Prozent radeln zumindest ab und zu. Nur sechs von zehn Radfahrende machen eine Winter-Pause.

Der VCÖ weist darauf hin, dass Schneefall in Österreich die Ausnahme ist. Laut ZAMG gab es im Jahr 2016 in St. Pölten und Eisenstadt jeweils nur neun Tage Schnee, in Wien 12 Tage, in Graz 13 und in Linz 15 Tage. Die meisten Schneetage gab es in Innsbruck mit 25, gefolgt von Klagenfurt mit 21 Tagen, die Stadt Salzburg mit 19 und Bregenz mit 18 Tagen. In Westösterreich wird übrigens deutlich mehr Rad gefahren als im schneeärmeren Ostösterreich.

Dass Radfahren und Winter kein Widerspruch sind, zeigt auch die nördlichste Großstadt der EU, Oulu in Finnland. In der 200.000 Einwohner-Stadt beträgt der Radverkehrsanteil sogar im Winter zwölf Prozent, das ist doppelt so hoch wie der Radverkehrsanteil von Linz im gesamten Jahr. „In Oulu ist das Fahrrad fixer Bestandteil der Alltagsmobilität. Es gibt rund 850 Kilometer Radwege, die in der Regel dreieinhalb bis sechs Meter breit sind und ein sehr guter Winterdienst sorgt auch bei Schnee für gute Fahrbedingungen“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Österreich hat bei der Radfahrinfrastruktur sehr großen Aufholbedarf. Positiv ist, dass sich der Winterdienst zunehmend verbessert und die Radwege rasch vom Schnee geräumt werden.

Der VCÖ hat einige Tipps für sicheres Radfahren im Winter zusammengestellt: Bei Schnee- und Eisfahrbahn etwas Luft aus den Reifen lassen und mit niedrigerem Reifendruck fahren, ebenso den Sattel etwa tiefer stellen. Nicht abrupt bremsen sowie das Tempo den Fahrbahnverhältnissen anpassen, also gemütlicher fahren.

Darüber hinaus ist in der dunklen Jahreszeit eine gut funktionierende Beleuchtung besonders wichtig. Der VCÖ empfiehlt einen Nabendynamo und als Rücklicht ein Standlicht, das auch leuchtet, wenn man etwa bei einer Kreuzung steht. Zudem ist beim Fahrrad auf ausreichend vorhandene Reflektoren zu achten (weißer Reflektor nach vorne, roter Reflektor nach hinten, gelbe Reflektoren an den Pedalen und auf den Rädern entweder so genannte Katzenaugen (gelb oder weiß) oder in die Reifen integrierte Reflektorstreifen). Die Fahrradkette öfters ölen und das Fahrrad häufiger reinigen, Streusalz kann zu Korrosionsschäden führen. Bei höheren Minusgraden kann das Radschloss einfrieren, zur Sicherheit einen Enteiser mitnehmen.

Auch die in Österreich immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder brauchen keine Winterpause. Bei tiefen Temperaturen den Akku ins Haus mitnehmen und in beheizten Räumen aufladen. Bis minus zehn Grad hat ein E-Fahrrad auf jeden Fall problemlos zu funktionieren, so der VCÖ.

VCÖ-Tipps zum sicheren Radfahren im Winter
1. Auf gute, funktionierende Beleuchtung achten. Zu empfehlen ist ein Nabendynamo sowie ein Standlicht als Rücklicht
2. Funktionieren der Bremsen regelmäßig kontrollieren
3. Kontrollieren, ob alle vorgeschriebenen Reflektoren am Fahrrad montiert sind
4. Kette öfters ölen
5. Reifendruck bei Eis- oder Schneefahrbahn etwas verringern
6. Sattel bei Eis- oder Schneefahrbahn etwas niedriger stellen
7. Besonders aufmerksam fahren, Tempo den Fahrbahnverhältnissen anpassen
8. Nicht abrupt bremsen
9. In Kurven bei Schneefahrbahn und bei Glätte besonders vorsichtig sein
10. Bei höheren Minusgraden kann Radschloss einfrieren, Enteiser mitnehmen.
Quelle: VCÖ 2017

VCÖ: Im Winter wird zunehmend mehr Rad gefahren
Zählstelle Graz Stadtpark
Jänner 2015 – 2017: 2.650 Radfahrende pro Werktag Jänner 2010 – 2012: 1.640 Radfahrende pro Werktag
Zunahme: plus 61 Prozent

Dezember 2014 – 2016: 3.000 Radfahrende pro Werktag Dezember 2010 – 2012: 1.620 Radfahrende pro Werktag
Zunahme: plus 85 Prozent

Quelle: Stadt Graz, VCÖ 2017

Zählstelle Wien Argentinierstraße
Jänner 2015 – 2017: 937 Radfahrende pro Werktag Jänner 2010 – 2012: 637 Radfahrende pro Werktag
Zunahme: plus 49 Prozent

Dezember 2014 – 2016: 1.080 Radfahrende pro Werktag Dezember 2010 – 2012:  685  Radfahrende pro Werktag
Zunahme: plus 58 Prozent

Quelle: Stadt Wien, VCÖ 2017

VCÖ: Tage mit Schnee sind in Österreich auch im Winter die Ausnahme
(Tage mit Schneedecke im Jahr 2016 in Österreichs Landeshauptstädten)
Innsbruck: 25 Tage
Klagenfurt: 21 Tage
Salzburg Stadt: 19 Tage
Bregenz: 18 Tage
Linz: 15 Tage
Graz: 13 Tage
Wien: 12 Tage
Eisenstadt: 9 Tage
St. Pölten: 9 Tage
Quelle: ZAMG, VCÖ 2017

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