VCÖ: Anteil Alko-Unfälle in Städten am niedrigsten, in Bezirken Hermagor und Scheibbs am höchsten

VCÖ: Mehr Discobusse, Anrufsammeltaxis und Bahnverbindungen am Abend nötig

VCÖ (Wien, 9.Dezember  2016) – In Wels ist der Anteil der Alko-Unfälle an den Verkehrsunfällen österreichweit am niedrigsten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Knapp dahinter liegen mit Graz, Wien, Waidhofen/Ybbs, Wr. Neustadt und Linz fünf weitere Städte. In den Bezirken Hermagor und Scheibbs ist der Anteil der Alko-Unfälle am höchsten. Discobusse, Anrufsammeltaxis und Bahnverbindungen am späteren Abend sind eine wirksame Maßnahme gegen Alko-Unfälle, betont der VCÖ.

Beim Anteil der Alko-Unfälle gibt es in Österreich große regionale Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Untersucht wurde der Zeitraum 2013 bis 1. Halbjahr 2016. Im Untersuchungszeitraum waren 5,9 Prozent der Verkehrsunfälle in Österreich Alko-Unfälle. Insgesamt wurden bei 7.830 Alko-Unfällen 10.140 Personen verletzt, 92 kamen dabei ums Leben. 

In Wels war der Anteil der Alko-Unfälle mit 3,1 Prozent österreichweit am niedrigsten, so die VCÖ-Analyse. Knapp dahinter kommen fünf weitere Städte: Graz (3,3 Prozent), Wien (3,4 Prozent), Waidhofen/Ybbs (3,7 Prozent), Wr. Neustadt (3,9 Prozent) und Linz (4,2 Prozent). Von den Bezirken weist der Bezirk Mödling mit 4,3 Prozent den niedrigsten Anteil von Alko-Unfällen auf.

Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit mit dem Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen sind die Hauptgründe für den niedrigeren Anteil von Alko-Unfällen in den Städten, stellt der VCÖ fest. In Wien nahm die Zahl der Alko-Unfälle von 269 im Jahr 2010 nach Einführung der Nacht U-Bahn auf 218 im Jahr 2011 ab. Im Vorjahr gab es in Wien 166 Alko-Unfälle im Straßenverkehr.

Den höchsten Anteil an Alko-Unfällen weist der Bezirk Hermagor mit 11,1 Prozent auf, vor dem Bezirk Scheibbs (11,0 Prozent) sowie den Bezirken Südoststeiermark (10,2 Prozent), Deutschlandsberg und Tulln (jeweils 9,7 Prozent). „In dünner besiedelten Regionen kann mit Nachtbussen sowie Anrufsammeltaxis die Zahl der Alko-Unfälle verringert werden“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

So hat das Burgenland durch die Umsetzung eines flächendeckenden Discobusnetzes die Zahl der Alko-Unfälle um rund zwei Drittel reduzieren können. Im Jahr 1993 - ein Jahr vor Start des Discobusses – kam es im Burgenland noch zu 122 Alko-Unfällen mit neun Todesopfern, im Vorjahr passierten 46 Alko-Unfälle, kein einziger endete tödlich. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen Gemeinden für die Einführung von Nachtbussen oder Anrufsammeltaxis zur Verfügung gestellt wird. Weiters kann durch sichere Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet die Zahl der Alko-Unfälle reduziert werden.

Der VCÖ weist darauf hin, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigt, bei 1,0 Promille auf das 7-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache. Ein Punsch kann bis zu 0,4 Promille auslösen. Schon ab 0,3 Promille verschlechtert sich die Reaktionszeit, Entfernungen werden schlechter abgeschätzt, die Risikobereitschaft nimmt zu. Die Devise „Don’t drink and drive“ gilt auch in der Adventzeit.

VCÖ: In Städten ist Anteil der Alkohol-Unfälle am niedrigsten (Anteil der Alko-Unfälle an Verkehrsunfällen – Zeitraum 2013 bis 1. Halbjahr 2016)

Wels: 3,1 Prozent der Verkehrsunfälle waren Alko-Unfälle

Graz: 3,3 Prozent

Wien: 3,4 Prozent

Waidhofen/Ybbs: 3,7 Prozent

Wr. Neustadt: 3,9 Prozent

Linz: 4,2 Prozent

Bezirk Mödling: 4,3 Prozent

Villach: 4,4 Prozent

Bezirk Linz Land: 4,6 Prozent

Innsbruck: 4,6 Prozent

Steyr: 4,9 Prozent

Klagenfurt: 5,1 Prozent

Bezirk Wien Umgebung: 5,1 Prozent

Bezirk Reutte: 5,1 Prozent

Bezirk Eferding: 5,2 Prozent

Salzburg Stadt: 5,2 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

VCÖ: Bezirke Hermagor und Scheibbs haben höchsten Anteil von Alko-Unfällen in Österreicjh (Anteil der Alko-Unfälle an Verkehrsunfällen – Zeitraum 2013 bis 1. Halbjahr 2016)

Bezirk Hermagor: 11,1 Prozent

Bezirk Scheibbs: 11 Prozent

Bezirk Südoststeiermark: 10,2 Prozent

Bezirk Deutschlandsberg: 9,7 Prozent

Bezirk Tulln: 9,7 Prozent

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 9,4 Prozent Bezirk Liezen: 9,4 Prozent Bezirk Leibnitz: 9,3 Prozent Bezirk Kirchdorf an der Krems: 9,2 Prozent Bezirk Völkermarkt: 9,2 Prozent Bezirk Schärding: 8,8 Prozent Bezirk Murtal: 8,7 Prozent Bezirk Villach Land: 8,6 Prozent Bezirk Dornbirn: 8,5 Prozent Bezirk Wiener Neustadt Land: 8,5 Prozent Bezirk Zwettl: 8,3 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

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