VCÖ-Analyse: In Wien ging Zahl der Verkehrstoten in letzten 10 Jahren am stärksten zurück

VCÖ (Wien, 29. Jänner 2016) – Die Zahl der Verkehrstoten ist in den vergangenen zehn Jahren in Wien am stärksten und in Tirol am schwächsten zurückgegangen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auch in Salzburg, Niederösterreich und Oberösterreich ging die Zahl der Verkehrstoten stärker zurück als im Bundesschnitt. Pro Jahr verursachen Verkehrsunfälle in Österreich einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund sieben Milliarden Euro. Der VCÖ fordert mehr Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren sowie Ablenkung und Unachtsamkeit sowie ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz und mehr Nacht- und Discobusse.

In den vergangenen zehn Jahren ging die Zahl der Verkehrstoten in Österreich um 45 Prozent zurück. „Doch die Anzahl der Opfer ist nach wie vor hoch. In den vergangenen zwei Jahren wurde das Leben von 905 Menschen durch Verkehrsunfälle ausgelöscht“, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer aufmerksam. Da es in einem Jahr statistische Ausreißer geben kann, wurden jeweils zwei Jahre als Vergleichsbasis herangezogen. Die Zahl der tödlich verunglückten Pkw-Insassen ging in den vergangenen zehn Jahren um 53 Prozent zurück.  Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle verringerte sich um 34 Prozent, die tödlichen Radunfälle um 20 Prozent.

Auch im Bundesländer-Vergleich gibt es Unterschiede, wie die VCÖ-Analyse zeigt: Am geringsten nahm die Zahl der Verkehrstoten in Tirol ab, wo in den vergangenen zwei Jahren um 30,6 Prozent weniger Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückten als in den Jahren 2004 und 2005. Den stärksten Rückgang bei den tödlichen Verkehrsunfällen verzeichnet Wien. Die Zahl der Verkehrstoten ging um 58,4 Prozent zurück, wird nur das Jahr 2015 mit 2005 verglichen beträgt der Rückgang sogar 67,6 Prozent.

Obwohl Wien das bevölkerungsreichste Bundesland ist, weist die Bundeshauptstadt knapp hinter Vorarlberg die zweitniedrigste Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle auf. „Neben dem Vorteil als Stadt sind der hohe Öffi-Anteil, die Nachtbusse, die Nacht-U-Bahn am Wochenende, das durch Verkehrsberuhigung niedrigere Tempo und der hohe Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege wesentliche Gründe für die höhere Verkehrssicherheit in Wien“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

Verkehrsunfälle verursachen großes menschliches Leid und enormen volkwirtschaftlichen Schaden. Im Schnitt beträgt der Gesamtschaden inklusive der verminderten Lebensqualität, den verursachten Schmerzen und Arbeitsausfall rund 190.000 Euro pro Verkehrsunfall. In Österreich betragen die volkswirtschaftlichen Kosten von Verkehrsunfällen rund sieben Milliarden Euro pro Jahr, macht der VCÖ aufmerksam.

Um die Zahl der Unfälle zu verringern, sind mehr Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit nötig, die zusammen für 58 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle in den vergangenen zwei Jahren verantwortlich waren.

Zudem fordert der VCÖ verstärkte Präventionsmaßnahmen gegen Verkehrsunfälle. „Mit Disco- und Nachtbussen kann die Zahl schwerer Unfälle am Wochenende verringert werden. Mehr öffentliche Verkehrsverbindungen für Pendlerinnen und Pendler verringern die Zahl der Unfälle am Arbeitsweg“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem ist die Infrastruktur für das Radfahren und Gehen zu verbessern. „Jede Siedlung sollte das nächstgelegene Ortszentrum sicher zu Fuß oder mit dem Rad erreichen können. Dafür braucht es mehr Rad- und Gehwege“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: In Wien ist in den vergangenen 10 Jahren die Zahl der Verkehrstoten am stärksten zurückgegangen (Verkehrstote im Jahr 2015 und 2014, in Klammer Änderung im Vergleich zu 2004 und 2005)

Wien: 32 Verkehrstote (minus 58,4 Prozent)
Salzburg: 70 Verkehrstote (minus 49,6 Prozent)
Oberösterreich: 162 Verkehrstote (minus 49,4 Prozent)
Niederösterreich: 251 Verkehrstote (minus 49 Prozent)
Vorarlberg: 31 Verkehrstote (minus 44,6 Prozent)
Kärnten: 66 Verkehrstote (minus 40,0 Prozent)
Steiermark: 163 Verkehrstote (minus 37,5 Prozent)
Burgenland: 46 Verkehrstote (minus 34,3 Prozent)
Tirol: 84 Verkehrstote (minus 30,6 Prozent)

Österreich: 905 Verkehrstote (minus 45 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

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