VCÖ-Analyse: In Österreichs Landeshauptstädten gibt es mehr als 2.200 Ampelanlagen!

VCÖ (Wien, 6. August 2014) – Österreich ist reich an Ampeln. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass es in den neun Landeshauptstädten 2.227 Ampelanlagen gibt. Mehr als die Hälfte davon gibt es in Wien. Auch im Verhältnis zur Länge des Straßennetzes gibt es in Wien die meisten Ampelanlagen, gefolgt von Innsbruck und Graz. Der VCÖ spricht sich für einen sparsameren Einsatz von Ampelanlagen aus. Bei verkehrsberuhigten Gebieten und auch zu Schwachlastzeiten kann auf Ampelregelungen verzichtet werden. Die Errichtung einer Ampelanlage kostet je nach Größe zwischen 100.000 und 250.000 Euro.

„Österreich ist reich an Ampeln“, fasst VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse zusammen. Allein in den neun Landeshauptstädten gibt es knapp mehr als 2.200 Ampelanlagen. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 1.286, sind in Wien im Einsatz, dahinter folgen Graz mit 294 und Linz mit 200. Die Stadt Salzburg hat 139 Ampelanlagen, Innsbruck 118 und Klagenfurt 105. Die wenigsten Ampelanlagen gibt es in Eisenstadt mit lediglich sechs.

Auch im Verhältnis zur Straßenlänge ist Wien Österreichs Ampel-Hochburg. Pro 10 Kilometer Straße gibt es in Wien 4,7 Ampelanlagen, in Innsbruck und Graz sind es jeweils 3,5. In Bregenz und Salzburg sind es 1,9 Ampeln pro 10 Kilometer Straße, in Klagenfurt 1,8 und in St. Pölten 1,5, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

„Heute gibt es eher zu viele als zu wenige Ampeln. Es soll keinen Kahlschlag geben, aber ein vernünftiges Durchforsten des Ampelwaldes ist den Städten auf jeden Fall sinnvoll“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. So sollte bei Straßen, die verkehrsberuhigt werden, auch immer überprüft werden, ob bestehende Ampelanlagen noch nötig sind. Die Erfahrungen in den Niederlanden von Shared Space zeigen, dass in diesen Zonen der Verzicht auf Ampeln und Verkehrszeichen die Aufmerksamkeit der Menschen erhöht, das Miteinander im Straßenverkehr verbessert und die Zahl der Unfälle reduziert. „Anstatt auf den tatsächlichen Verkehr zu achten, verlassen sich zu viele einfach auf die Lichter der Ampeln. Wenn dann jemand einen Fehler begeht und bei Rot in die Kreuzung fährt, ist die Gefahr eines Unfalls sehr, sehr groß“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf eine häufige Unfallursache hin.

Der VCÖ betont, dass für Fußgängerinnen und Fußgänger Ampeln häufig ein Grund zum Ärgern sind. Die Rotphasen sind oft zu lange und wenn keine Autos kommen, führt das dann dazu, dass bei Rot über die Straße gegangen wird. Es braucht daher kürzere Rotphasen und in Schwachlastzeiten die Umstellung der Ampeln auf gelb blinken, so der VCÖ.

Ein sparsamerer Einsatz von Ampelanlagen würde auch die Kosten reduzieren. Immerhin kostet der Betrieb einer Ampelanlage je nach Größe zwischen 3.000 und 10.000 Euro pro Jahr. Für die Errichtung einer Ampelanlage sind zwischen 100.000 und 250.000 Euro zu veranschlagen. Einen möglichen Weg für die Zukunft zeigt der Generalverkehrsplan von Vorarlbergs Landeshauptstadt Bregenz auf. Darin wird vorgeschlagen bei Straßen mit einer Fahrspur pro Richtung und in Schwachlastzeiten auf Lichtsignalanlagen zu verzichten.
 


VCÖ: In Österreichs Landeshauptstädten gibt es mehr als 2.200 Ampeln

Wien: 1.286 Ampelanlagen
Graz: 294
Linz: 200
Salzburg: 139
Innsbruck: 118
Klagenfurt: 105
St. Pölten: 61
Bregenz: 18
Eisenstadt: 6
Summe: 2.227
Quelle: Landeshauptstädte, VCÖ 2014

 

VCÖ: Auch im Verhältnis zur Straßenlänge hat Wien die meisten Ampeln (Lichtsignalanlagen pro 10 km Straßenlänge)
Wien: 4,7
Graz: 3,5
Innsbruck: 3,5
Linz: 2,8
Salzburg: 1,9
Bregenz: 1,9
Klagenfurt: 1,8
St. Pölten: 1,5
Eisenstadt: 0,9
Quelle: Landeshauptstädte, VCÖ 2014
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