VCÖ: 453 Todesopfer trüben beste Unfallbilanz Österreichs

VCÖ (Wien, 1. Jänner 2014) – Im Vorjahr gab es so wenige Verkehrstote wie noch nie in Österreich. Doch 453 Todesopfer trüben die beste Unfallbilanz, stellt der VCÖ fest. Zudem wurden mehr als 45.000 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich verletzt. Mit Ausnahme von Oberösterreich und Tirol ging in allen Bundesländern die Zahl der tödlichen Unfälle zurück. Der VCÖ betont, dass es mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme im Verkehr braucht. Der VCÖ fordert niedrigere Tempolimits. Fast jeder dritte tödliche Unfall passiert, weil der Unfalllenker zu schnell gefahren ist.

„Erstmals gibt es in Österreich weniger als 500 Verkehrstote. Der Rückgang an tödlichen Verkehrsunfällen ist erfreulich. Doch der Blutzoll im Straßenverkehr ist nach wie vor viel zu hoch“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek zur heute präsentierten vorläufigen Verkehrsunfallbilanz 2013 fest. Im Jahr 2012 gab es nach vorläufigen Daten des Innenministeriums 522 Verkehrstote und nach endgültigen Daten der Statistik Austria 531 Verkehrstote.

Erfreulich ist, dass es in sieben Bundesländern weniger tödliche Verkehrsunfälle gab als im Jahr 2012. Mehr Todesopfer forderte der Straßenverkehr in Oberösterreich und Tirol. Leider gab es im Jahr 2013 besonders viele tödliche Motorradunfälle (89 tödlich verunglückte Motorradfahrer). Vor allem für Wiedereinsteiger braucht es verstärkte Programme, so der VCÖ. Verpflichtende Auffrischungskurse könnten helfen, Unfälle zu verhindern.

Insgesamt ortet der VCÖ zu viel rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr. „Mit mehr Aufmerksamkeit und Rücksichtsnahme sind viele Unfälle zu vermeiden. Auch braucht Österreich ein fehlertoleranteres Verkehrssystem, das sich nach den Schwächsten im Verkehr - Kinder und ältere Menschen – orientiert. Für ein kind- und seniorengerechtes Verkehrssystem sind niedrigere Tempolimits wichtig“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Hauptursache tödlicher Unfälle ist zu hohes Tempo, so der VCÖ.

Verstärkte Maßnahmen sind auch gegen Telefonieren oder gar SMS schreiben am Steuer wichtig. Der VCÖ führt daher derzeit eine Initiative für mehr Aufmerksamkeit am Steuer durch. Unter www.vcoe.at/aufmerksamlenken gibt es zahlreiche Informationen zum Thema. Mit einer dreiteiligen Comic-Video-Serie, die drastisch zeigt, welche katastrophalen Folgen telefonieren oder SMS-Schreiben beim Autolenken hat, möchte der VCÖ wachrütteln. Die Serie ist auf You Tube zu sehen Folge1: http://www.youtube.com/watch?v=3XXnVepxbYw&feature=youtube_gdata_player

 

VCÖ: Trotz Rückgang hohe Anzahl an Todesopfer durch Straßenverkehr
(Anzahl Verkehrstote in Österreich)

Jahr 2013 (vorläufige Daten Innenministerium): 453
Gesamtjahr 2012: 531 Verkehrstote
Gesamtjahr 2011: 523
Gesamtjahr 2010: 552
Gesamtjahr 2009: 633
Gesamtjahr 2008: 679
Gesamtjahr 2007: 691
Gesamtjahr 2006: 730
Gesamtjahr 2005: 768

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

 

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich
(Verkehrstote 2013 (vorläufige Daten), in Klammer endgültige Daten 2012)

Niederösterreich: 112 (145)
Oberösterreich: 99(93)
Steiermark: 71 (81)
Tirol: 46 (42)
Kärnten: 41 (46)
Salzburg: 36 (46)
Burgenland: 17 (30)
Wien: 17 (24)
Vorarlberg: 14 (24)

Quelle: BMI, VCÖ 2014

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