VCÖ: 40 Prozent der bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Frauen älter als 64 Jahre

VCÖ (Wien, 7. März 2016) – Vier von zehn bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Frauen waren 65 Jahre oder älter, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Fast jedes dritte weibliche Todesopfer war Fußgängerin. Insgesamt sind Frauen im Straßenverkehr sicherer und umweltfreundlicher unterwegs als Männer. Frauen legen einen größeren Anteil ihrer Alltagswege zu Fuß, mit Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung, den verstärkten Ausbau der Radfahr-Infrastruktur sowie  häufigere Bahn- und Busverbindungen auch tagsüber. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen.

Die Verkehrssicherheit von Frauen ist deutlich höher als jene von Männern. In Österreich kommen bei Verkehrsunfällen drei Mal so viele Männer ums Leben wie Frauen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Bei den 15 bis 24-Jährigen verunglücken sogar vier Mal so viele Männer tödlich. Zwischen 2010 und 2014 kamen in Österreich 1.829 Männer und 662 Frauen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der VCÖ weist darauf hin, dass bei allen Verkehrsmitteln mehr Männer als Frauen tödlich verunglücken.

Auffallend ist aber, dass bei Frauen der Anteil tödlich verunglückter Fußgängerinnen sehr hoch ist. 29 Prozent der Frauen, die im 5-Jahre Untersuchungszeitraum bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten, waren zu Fuß unterwegs. Bei den Männern beträgt der Anteil 12 Prozent. „Frauen gehen im Alltag mehr zu Fuß als Männer. Mit einer fußgängerfreundlichen Verkehrsplanung und verstärkter Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet kann die Zahl der Unfallopfer deutlich verringert werden“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Auch der Anteil der älteren Frauen an den tödlich Verunglückten ist auffallend hoch: Die VCÖ-Analyse zeigt, dass im Untersuchungszeitraum rund 41 Prozent der weiblichen Verkehrstoten 65 Jahre oder älter waren. Bei den tödlich verunglückten Fußgängerinnen und Radfahrerinnen waren sogar zwei Drittel 65 Jahre oder älter. „Unser heutiges Verkehrssystem nimmt generell auf ältere Verkehrsteilnehmer zu wenig Rücksicht. Es braucht verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem, vor allem auch deshalb, weil die Zahl älterer Menschen in den kommenden Jahren stark steigen wird“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Gerade bei einer seniorengerechten Radfahrinfrastruktur gibt es in vielen Regionen und Städten Österreichs großen Aufholbedarf.

Der VCÖ weist anlässlich des morgigen Frauentags auf einen weiteren wichtigen Mobilitätsaspekt hin: In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen um die Hälfte auf mehr als 900.000 zugenommen. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. „Gerade für Frauen ist es wichtig, dass es auch tagsüber ein gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. Derzeit richtet sich häufig das öffentliche Verkehrsangebot in den Regionen noch immer nach den klassischen Pendlerzeiten in der Früh und am Abend“, fordert VCÖ-Experte Gansterer regelmäßige Bahn- und Busverbindungen auch tagsüber.

VCÖ: Frauen sind im Straßenverkehr sicherer mobil als Männer (Anzahl bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückte Frauen, in Klammer tödlich verunglückte Männer)

Jahr 2014: 115 (315)
Jahr 2013: 113 (342)
Jahr 2012: 153 (378)
Jahr 2011: 138 (385)
Jahr 2010: 143 (409)

Summe: 662 (1.829)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

VCÖ: Fast jede 3. tödlich verunglückte Frau war Fußgängerin (Bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verunglückte Frauen – Summe der Jahre 2010 bis 2014)

Pkw-Insassen: 353 (53,3 Prozent)
Fußgängerin: 193 (29,2 Prozent)
Mit Fahrrad: 69 (10,4 Prozent)
Motorrad: 21 (3,2 Prozent)
Moped: 9 (1,4 Prozent)
Sonstige: 17 (2,6 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

VCÖ: 40 Prozent der tödlich verunglückten Frauen waren 65 Jahre oder älter (Bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verunglückte Frauen – Summe der Jahre 2010 bis 2014)

65 Jahre oder älter: 270 (40,8 Prozent)
15 bis 24 Jahre: 104 (15,7 Prozent)
45 bis 54 Jahre: 87 (13,1 Prozent)
55 bis 64 Jahre: 62 (9,4 Prozent)
35 bis 44 Jahre: 61 (9,2 Prozent)
25 bis 34 Jahre: 57 (8,6 Prozent)
Bis 14 Jahre: 21 (3,2 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

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