VCÖ: 212 Verkehrstote im 1. Halbjahr in Österreich

VCÖ (Wien, 1. Juli 2015) – 212 Menschen verloren seit Jahresbeginn ihr Leben bei einem Verkehrsunfall in Österreich, macht der VCÖ aufmerksam. Die Zahl der tödlich Verunglückten ist im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres um 26 gesunken, aber es starben um 19 Menschen mehr als im 1. Halbjahr 2013. Besonders traurig: Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder hat sich von drei auf sieben mehr als verdoppelt. Zu hohes Tempo war Hauptursache der tödlichen Verkehrsunfälle, gefolgt von Ablenkung und Unachtsamkeit. Der VCÖ fordert die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.

Die Zahl der Verkehrstoten ist im 1. Halbjahr in Österreich um rund elf Prozent zurückgegangen. „Dieser Rückgang wird aber von 212 Todesopfern überschattet. Und besonders traurig macht, dass die Zahl der tödlich verunglückten Kinder von drei auf sieben gestiegen ist“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer zur vorläufigen Unfallbilanz für das 1.Halbjahr fest. Auch sind heuer um 21 Menschen mehr bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückt als im 1. Halbjahr 2013.

Die häufigste Ursache der tödlichen Unfälle war zu hohes Tempo. „Hier braucht es verstärkte Bewusstseinsarbeit, mehr Kontrollen und bei gefährlichen Abschnitten ein niedrigeres Tempolimit“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Im europäischen Vergleich haben die verkehrssichersten Staaten niedrigere Tempolimits als in Österreich.

Ein wachsendes Problem ist mangelnde Aufmerksamkeit am Steuer. Eine unlängst veröffentlichte Studie des KfV zeigt, dass Österreichs Autofahrer täglich rund 900.000 Telefonate ohne Freisprecheinrichtung und rund 200.000 SMS aus dem Auto versenden. „Wer beim Autolenken mit dem Handy telefoniert, reagiert ähnlich schlecht und langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ fordert, dass wie bereits in 17 EU-Staaten auch in Österreich Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen wird.

Im Bundesländer-Vergleich passierten in Niederösterreich die meisten tödlichen Verkehrsunfälle, 62 Menschen kamen dabei ums Leben. In Oberösterreich starben 37 Menschen bei Verkehrsunfällen, in der Steiermark 32. Die wenigsten Verkehrstoten weist Vorarlberg (drei) auf. Der VCÖ weist darauf hin, dass in der Vergangenheit mit Ausnahme des Vorjahres (verregneter Sommer) im 2. Halbjahr mehr tödliche Verkehrsunfälle passierten als im 1. Halbjahr.

 

VCÖ: Heuer bereits 212 Verkehrstote in Österreich

1. Halbjahr 2015*: 212 Verkehrstote

1. Halbjahr 2014: 238 Verkehrstote

1. Halbjahr 2013: 191 Verkehrstote

1. Halbjahr 2012: 233 Verkehrstote

1. Halbjahr 2011: 246 Verkehrstote

1. Halbjahr 2010: 250 Verkehrstote

1. Halbjahr 2009: 287 Verkehrstote

1. Halbjahr 2008: 312 Verkehrstote

* vorläufige Zahl.

Quelle: VCÖ 2015

 

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich
(1. Halbjahr 2015* (in Klammer 1. Halbjahr 2014 / 1. Halbjahr 2013)

Niederösterreich: 62 (70 Verkehrstote / 53 Verkehrstote)

Oberösterreich: 37 (33 / 37)

Steiermark: 32 (48 / 30)

Tirol: 23 (16 / 20)

Salzburg: 20 (14 / 8)

Kärnten: 17 (19 / 19)

Burgenland: 9 (15 / 7)

Wien: 9 (14 / 10)

Vorarlberg: 3 (9 / 5)

Österreich: 212 (238 / 189)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2015

*vorläufiges Ergebnis

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