VCÖ: Verkehrsunfälle in Niederösterreich verursachten im Vorjahr Kosten von über einer Milliarde Euro

VCÖ (Wien, 5. August 2016) – Verkehrsunfälle verursachen viel menschliches Leid und auch enorme volkswirtschaftliche Kosten. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass die Verkehrsunfälle in Niederösterreich im Vorjahr volkswirtschaftliche Gesamtkosten von fast 1,1 Milliarden Euro verursachten. Darin enthalten sind beispielsweise medizinische Behandlungskosten, Kosten für Arbeitskräfteausfall, Kosten für die Einsatzkräfte und Sachschäden. Der VCÖ tritt für die Ausweitung des Vormerksystems um Handy am Steuer und Schnellfahren ein. Zudem ist mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und der Rad-Infrastruktur die Verkehrssicherheit zu erhöhen. 

„Verkehrsunfälle verursachen viel Leid und große Schmerzen. Sie verursachen zudem für die Gesellschaft sehr hohe Kosten“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass allein die Verkehrsunfälle in Niederösterreich im Vorjahr einen Schaden von fast 1,1 Milliarden Euro verursachten. Im Vorjahr starben in Niederösterreich bei Verkehrsunfällen 131 Menschen, 1.589 Personen wurden schwer verletzt und 7.538 leicht verletzt.

Die Unfallkosten setzen sich zusammen aus den bei Verkehrsunfällen verursachten Sachschäden, aus den medizinischen Behandlungskosten, Verwaltungskosten, Kosten für Rettung, Feuerwehr und Polizei sowie die Sachschäden. Dazu kommt noch der wirtschaftliche Schaden für Unternehmen und Betriebe durch den Ausfall von Arbeitskräften, erklärt der VCÖ.

Wenn Arbeitskräfte wegen eines Verkehrsunfalls für einige Zeit ausfallen, dann ist das für kleinere Betriebe ein großes Problem. Zunehmend mehr Betriebe haben deshalb Mobilitätsmanagement eingeführt und tragen damit zu mehr Verkehrssicherheit ihrer Beschäftigten bei, so der VCÖ. So können Betriebe den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Jobticket für den Öffentlichen Verkehr zwischen Wohnung und Arbeitsplatz - steuerfrei – zur Verfügung stellen (nähere Informationen zum Jobticket hier).

Der VCÖ weist darauf hin, dass mit Bahn und Bus das Unfallrisiko deutlich geringer ist als mit dem Pkw. „Zusätzliche Bahn- und Busverbindungen sowie der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes macht die Mobilität nicht nur umweltfreundlicher, sondern erhöht auch wesentlich die Verkehrssicherheit“, so VCÖ-Experte Gansterer. Angesichts der flexibler werdenden Arbeitszeiten und der Zunahme von Teilzeitjobs ist es wichtig, dass es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Bahn- und Busverbindungen gibt.

Damit Gemeinden ihren Bürgerinnen und Bürgern verstärkt Orts- und Nachtbusse anbieten können, soll ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für diese Projekte zweckgewidmet werden, fordert der VCÖ. Wesentlich für mehr Verkehrssicherheit ist auch der Ausbau der Rad-Infrastruktur, damit mehr Personen mit dem Rad beispielsweise zum nächsten Bahnhof oder in den nächsten Ort fahren können.

Zudem tritt der VCÖ für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung ein. Schnellfahren und Handy am Steuer sollen ins Vormerksystem aufgenommen werden.

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