Tödliche Motorradunfälle seit 2000 um ein Drittel zurückgegangen - 11.04.2013

Die Motorradsaison startet. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2000 die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um ein Drittel zurückgegangen ist. Im Vorjahr verloren 70 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Der VCÖ weist darauf hin, dass drei Viertel der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen passieren. Durch mehr Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen könnten viele Motorradunfälle vermieden werden. Der VCÖ rät, am Beginn der Motorradsaison besonders defensiv und aufmerksam zu fahren. 

In Österreich gibt es rund 410.000 Motorräder. Mit den Temperaturen steigt auch die Zahl der Motorradfahrer auf Österreichs Straßen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr 70 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, rund 3.500 wurden verletzt. „Im Vorjahr war das tödliche Unfallrisiko bezogen auf die gefahrenen Kilometer mit dem Motorrad 15 Mal so hoch wie mit dem Pkw. Motorräder sind das gefährlichste Fahrzeug: So schnell wie ein Auto, aber ohne schützenden Blechmantel“, so VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2000 bereits 1.190 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben kamen. Die meisten verunglückten in Niederösterreich, wo fast jeder 4. tödliche Motorradunfall passierte. Am zweithöchsten war die Zahl der Todesopfer in der Steiermark (224), gefolgt von Oberösterreich (212) und Tirol (159). Die wenigsten tödlichen Motorradunfälle passierten im Burgenland (36).

Im Vergleich zum Jahr 2000 ging im Vorjahr die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer um 37 Prozent zurück. Insgesamt nahm die Zahl der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum um 47 Prozent ab. Drei Viertel der tödlichen Motorradunfälle passieren auf Freilandstraßen.

Der VCÖ hat 56 tödliche Motorradunfälle des Vorjahres näher analysiert: Fast jeder zweite tödliche Unfall, nämlich 26, waren Alleinunfälle. Mehr als jeder dritte – nämlich 20 – kam bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw ums Leben, jeder elfte bei einer Kollision mit einem Lkw. Vier Motorradfahrer starben bei einem Unfall mit einem Traktor, drei bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Motorrad. „Alleinunfälle passieren häufig in Kurven, Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen ereignen sich beim Überholen oder, weil das Motorrad auf die Gegenfahrbahn kommt. Etliche Motorradfahrer verloren ihr Leben, weil sie von Auto- oder Traktorlenker übersehen wurden“, erklärt VCÖ-Expertin Urbanek..

Der VCÖ fordert mehr Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen und mehr Tempokontrollen. Am Beginn der Motorradsaison rät der VCÖ, besonders defensiv und aufmerksam zu fahren. Gefordert sind jetzt auch die anderen Kfz-Lenker, wieder verstärkt auf Zweiradfahrer zu achten. Vor allem beim Abbiegen und beim Überholen gilt es besonders aufmerksam zu sein.

VCÖ: Seit dem Jahr 2000 sind tödliche Motorradunfälle um ein Drittel zurückgegangen

Jahr 2012: 70 tödlich verunglückte Motorradfahrer
Jahr 2011: 68
Jahr 2010: 68
Jahr 2009: 87
Jahr 2008: 92
Jahr 2007: 96
Jahr 2006: 96
Jahr 2005: 98
Jahr 2004: 98
Jahr 2003: 109
Jahr 2002: 89
Jahr 2001: 107
Jahr 2000: 112
Summe: 1.190 tödlich verunglückte Motorradfahrer
Quelle: Statistik Austria,  VCÖ 2013

VCÖ: Die meisten Motorradfahrer verunglückten in Niederösterreich
(tödlich verunglückte Motorradfahrer im Zeitraum 2000 bis 2012)

Niederösterreich: 276
Steiermark: 224
Oberösterreich: 212
Tirol: 159
Kärnten: 100
Salzburg: 89
Wien: 51
Vorarlberg: 43
Burgenland: 36
Quelle: Statistik Austria,  VCÖ 2013

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