VCÖ: Spritpreise in Österreich heuer erneut deutlich gesunken

VCÖ: In Italien kostet Diesel um 24 Cent pro Liter mehr als in Österreich

Realer Spritverbrauch der Neuwagen ist deutlich zu senken 

VCÖ (Wien, 29. Dezember 2016) – Diesel und Eurosuper waren im Jahr 2016 deutlich billiger als im Vorjahr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Nach vorläufigen Daten kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,03 Euro, und damit um neun Cent weniger als im Jahr 2015. Für einen Liter Eurosuper waren heuer im Schnitt 1,11 Cent zu bezahlen, im Vorjahr waren es 1,20 Euro. Seit dem Jahr 2012 sind die Spritpreise jedes Jahr gesunken. Diesel war heuer um 38 Cent pro Liter billiger als im Jahr 2012. Der VCÖ fordert, dass der reale Spritverbrauch der Neuwagen deutlich gesenkt wird.

Im vierten Jahr in Folge sind die Spritpreise heuer in Österreich gesunken, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Jahr 2012 kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,41 Euro, im Jahr 2013 waren 1,36 zu bezahlen und im Jahr 2014 noch 1,30 Euro. Nach 1,12 Euro im Jahr 2015 beträgt der Jahresdurchschnittspreis im Jahr 2016 rund 1,03 Euro. Damit war heuer Diesel um 38 Cent beziehungsweise um 27 Prozent billiger als im Jahr 2012. Ähnlich die Entwicklung bei Eurosuper, der im Jahr 2012 noch 1,45 Euro pro Liter kostete und heuer im Jahresschnitt nur mehr 1,11 Euro, informiert der VCÖ.

Da die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger ist als auf Eurosuper, ist Diesel an der Tankstelle billiger. Laut WIFO beträgt die Steuerbegünstigung von Diesel rund 600 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig enthalten Dieselabgase deutlich mehr Schadstoffe und sind Hauptverursacher für die zu hohe Stickstoffdioxid-Belastung, etwa in Tirol, Salzburg oder an Stadteinfahrten in Wien sowie in Linz und Graz, betont der VCÖ. Dass ausgerechnet der gesundheitsschädlichere Treibstoff niedriger besteuert wird, ist nicht nachvollziehbar.

Auch im EU-Vergleich ist tanken in Österreich günstig. In Italien kostet ein Liter Diesel um 24 Cent mehr als in Österreich. „Auch bei einer Angleichung der Mineralölsteuer auf das Niveau von Eurosuper bleibt Diesel in Österreich deutlich billiger als in Italien“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer klar. In der Schweiz wird Diesel gleich hoch besteuert wie Eurosuper. Und auch in Österreich war noch bis Anfang der 1990er Jahre die Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin fast gleich hoch. Danach wurde die Differenz bei der Mineralölsteuer mehrmals erhöht. Die Zahl der Diesel-Pkw hat sich in der Folge von 400.000 im Jahr 1990 auf mehr als 2,7 Millionen fast versiebenfacht. Zwei Drittel der neuzugelassenen Diesel-Pkw sind Firmenwagen.

 Deutliches Potenzial zur Verringerung der Spritkosten gibt es beim Spritverbrauch der Pkw. Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts ICCT zeigt, dass die Neuwagen in der EU im Schnitt bereits um 42 Prozent mehr Sprit verbrauchen als die Hersteller angeben. Seit dem Jahr 2006 hat sich diese Differenz verdreifacht. Und: Seit dem Jahr 2012 ist der reale Spritverbrauch der Neuwagen laut ICCT-Studie nicht mehr gesunken. „Anstatt Autos auf den Markt zu bringen, die beim Fahren auf der Straße deutlich weniger Sprit verbrauchen, werden die Neuwagen lediglich für die Labortests optimiert. Das schadet der Umwelt aufgrund der zusätzlichen CO2- und Schadstoff-Emissionen und das schadet den Autofahrerinnen und Autofahrer aufgrund des deutlich höheren Spritverbrauchs“, fordert VCÖ-Experte Gansterer strengere Grenzwerte und schärfere Kontrollen, damit der reale Spritverbrauch deutlich gesenkt wird.

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