Schlechtere Sicht erhöht im Herbst Unfallrisiko am Schulweg

VCÖ (Wien, 29. September 2016) – Im Oktober war in den vergangenen Jahren die Zahl der Schulwegunfälle immer höher als im Schnitt der anderen Schulmonate, macht der VCÖ aufmerksam. Durch die schlechtere Sicht in der dunkleren Jahreszeit erhöht sich die Unfallgefahr. Der VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung in Umfeld von Schulen und in Wohngebieten. Zudem ist in den Regionen sicher zustellen, dass jede Bushaltestelle über einen Gehweg sicher erreichbar ist.

Die Tage werden kürzer, die Sicht wird schlechter. Die dunkle Jahreszeit erhöht auch für Kinder das Risiko, im Straßenverkehr zu spät gesehen zu werden. „Die Verkehrssicherheit der Kinder ist der Maßstab dafür, wie gut ein Verkehrssystem ist. Und die Unfallstatistik zeigt, dass es in Österreich noch einiges zu tun gibt, damit das Verkehrssystem kindgerecht wird“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Allein im vergangenen Herbst gab es auf Österreichs Schulwegen 120 Verkehrsunfälle, 133 Kinder wurden dabei verletzt. Damit passierten jede Schulwoche zehn Schulwegunfälle. Eine aktuelle VCÖ-Analyse der Schulwegunfälle in den vergangenen vier Jahren zeigt, dass der Oktober nach dem Juni jener Monat ist, in dem die meisten Schulwegunfälle passierten. Insgesamt wurden 281 Kinder allein in den vergangenen vier Oktober am Schulweg durch einen Verkehrsunfall verletzt.

Die durch schlechte Sicht erhöhte Unfallgefahr kann durch erhöhte Aufmerksamkeit und niedrigeres Tempo des Kfz-Verkehrs kompensiert werden. Mit dem Auto vor allem im Ortsgebiet aufmerksamer und langsamer fahren, während des Autolenkens Hände weg vom Handy. „Gefordert ist aber vor allem auch die Verkehrsplanung und die Verkehrspolitik. Wo Menschen unterwegs sind passieren auch Fehler. Das Verkehrssystem ist so zu gestalten, dass eine Unachtsamkeit eines Autofahrers oder ein Fehltritt eines Kindes nicht zu schwersten Verletzungen führen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Mit  Verkehrsberuhigung im Schulumfeld und in Wohngebieten kann die Verkehrssicherheit am Schulweg deutlich erhöht werden. Zudem sind Straßenübergänge kindgerecht zu gestalten. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass Kinder, die die Straße überqueren möchten, gut gesehen werden können. „Deshalb ist es wichtig, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter auszuweiten“, spricht sich VCÖ-Experte Gansterer für eine gesetzliche Änderung aus.

Ein großes Sicherheitsproblem sind fehlende Gehwege, insbesondere in den Regionen. So sollte jede Bushaltestelle über einen sicheren Gehweg erreichbar sein. „Niemand und schon gar kein Kind sollte gezwungen sein, auch nur einen Meter am Rand einer Freilandstraße gehen zu müssen, um eine Bushaltestelle zu erreichen“, fordert VCÖ-Experte Gansterer den Ausbau des Wegenetzes für Fußgängerinnen und Fußgänger. 

: Im Oktober gab es zuletzt besonders viele Schulwegunfälle

(Schulwegunfälle in den Jahren 2012-2015, in Klammer verletzte Kinder)  

Juni: 293 Schulwegunfälle (308 Kinder verletzt)

Oktober: 234 (281)

Mai: 222 (224)

März: 179 (196)

April: 178 (192)

September: 176 (178)

Jänner: 167 (174)

November: 161 (170)

Dezember: 141 (147)

Februar: 114 (121)

Juli: 60 (58)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

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