VCÖ: Österreichs beste Unfallbilanz von 427 Todesopfern überschattet

VCÖ: Mehr Discobusse und dichteres öffentliches Verkehrsnetz nötig

VCÖ (Wien, 1. Jänner 2017) – Die Zahl der Verkehrstoten ist in Österreich im Vorjahr deutlich zurückgegangen, macht der VCÖ aufmerksam. 427 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen in Österreich im Vorjahr ums Leben, im Jahr 2015 waren es noch 479. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen sowie für einen stärken Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und mehr Discobusse aus. 

427 Menschen kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, im Jahr 2015 waren noch 479 Todesopfer zu beklagen, im Jahr 2014 gab es mit 430 die bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten. In sechs Bundesländern ging die Zahl der Verkehrstoten zurück, in drei – Oberösterreich, Vorarlberg und Wien – kamen mehr Menschen bei Verkehrsunfällen um Leben. Vorarlberg weist aber im Bundesländer-Vergleich die niedrigste Anzahl auf, in Niederösterreich waren zehnmal so viele Verkehrstote zu beklagen wie im Ländle.

„Es gibt nur eine akzeptable Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle und die heißt null. Diesem Ziel gilt es durch weitere Maßnahmen so nahe wie möglich zu kommen. Denn hinter den Zahlen verbirgt sich das Leid vieler Familien, die Angehörige durch einen Verkehrsunfall verloren haben“, spricht sich VCÖ-Sprecher Christian Gratzer für weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen aus.

Hauptunfallursachen waren zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. In diesen Bereichen braucht es verstärkte Maßnahmen, wie mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet sowie die Aufnahme vom "Handy am Steuer" ins Vormerksystem. Aber auch präventive Maßnahmen, wie mehr Discobusse sowie ein besseres öffentliches Verkehrsangebot in den Regionen und regionalen Zentren sind nötig, betont der VCÖ. Das Unfallrisiko mit dem Pkw ist um ein Vielfaches höher als mit Bahn oder Bus. "Aufgrund der Flexibilisierung der Arbeitszeiten und der zunehmenden Teilzeit braucht es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Bahn- und Busverbindungen. Damit kann die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden und Österreich kommt zusätzlich seinen Klimazielen näher", stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. 

Auch gegen tödliche Lkw-Unfälle sind verstärkte Maßnahmen nötig. So ist der „tote Winkel“ bei Lkw für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie alle, die mit Rad, Moped oder Motorrad unterwegs sind extrem gefährlich. Studien haben gezeigt, dass es beim „toten Winkel“ zwischen verschiedenen Lkw-Modellen große Unterschiede gibt. Technisch ist das Problem also lösbar, betont der VCÖ.  Der VCÖ spricht sich für strengere gesetzliche Vorgaben sowie die Verpflichtung zur Nachrüstung von Risiko-Lkw  mit Assistenzsystemen aus. 

Weiteres sind verstärkte Lkw-Kontrollen nötig, damit Tempolimits, Ruhezeiten und technisches Sicherheitsstandards eingehalten werden. Insgesamt ist die massive Zunahme des Lkw-Verkehrs in den vergangenen Jahren zu bremsen. „Die fehlende Kostenwahrheit im Lkw-Verkehr führt dazu, dass Waren kreuz und quer durch Europa transportiert werden und Straßen zur rollenden Lagerhalle geworden sind“, so VCÖ-Sprecher Gratzer.

Weiteres Problemfeld: Das Verkehrssystem ist nicht seniorengerecht. und nimmt auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht. Insbesondere auf ältere Fußgängerinnen und Fußgänger wird zu wenig Rücksicht genommen. Im Ortsgebiet braucht es mehr Verkehrsberuhigung und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung, stellt der VCÖ fest.

VCÖ: In Österreich ist Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr deutlich zurückgegangen (Anzahl Verkehrstote in Österreich) 

Jahr 2016: 427 Verkehrstote (vorläufige Unfallbilanz BMI) 

Jahr.2015: 475 Verkehrstote (endgültige Daten Statistik Austria)

Jahr 2014: 430 Verkehrstote 

Jahr 2013: 455 Verkehrstote

Jahr 2012: 531 Verkehrstote

Jahr 2011: 523 Verkehrstote

Jahr 2010: 552 Verkehrstote

Jahr 2009: 633Verkehrstote

Jahr 2008: 679 Verkehrstote

Jahr 2007: 691Verkehrstote

Jahr 2006: 730 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

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