VCÖ: Heuer weniger Verkehrstote in Österreich, aber bereits 309 Todesopfer

VCÖ (Wien, 29. September 2017) – Seit Jahresanfang sind in Österreich bereits  309 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, informiert der VCÖ. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle ab. Hauptursache der tödlichen Verkehrsunfälle waren zu hohes Tempo und Ablenkung. Der VCÖ fordert auch verstärkt präventive Maßnahmen, wie Discobusse sowie ein besseres Öffentliches Verkehrsnetz in den Regionen.

309 Todesopfer und mehr als 35.000 Verletzte, das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in Österreich in den ersten neun Monaten, informiert der VCÖ.  Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs kamen nach endgültigen Daten 334 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr 2015 waren 375 Todesopfer zu beklagen und im Jahr 2014 kamen in den ersten drei Quartalen 348 Menschen ums Leben.

 „Der kontinuierliche Rückgang bei den tödlichen Verkehrsunfällen ist erfreulich, aber die Zahl der Opfer ist in Österreich nach wie vor sehr hoch. Zum Vergleich: In der Schweiz kamen im gesamten Vorjahr 216 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, also deutlich weniger“, sieht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer die 309 Todesopfer des heurigen Jahres als Mahnung mehr Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

Im Bundesländer-Vergleich war die Zahl der Verkehrstoten in Niederösterreich, dem größten Bundesland, mit 75 am höchsten, vor Oberösterreich (65), der Steiermark (46) und Salzburg (34) sowie in Vorarlberg mit 12 am niedrigsten, gefolgt von Burgenland (16) und der (bevölkerungsreichsten) Bundeshauptstadt Wien (18).

Die Hauptunfallursachen sind zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. „Schnellfahren und Handy am Steuer werden nach wie vor als Kavaliersdelikte gesehen. Dabei reagieren Personen, die mit dem Handy am Ohr telefonieren, so schlecht wie Alkolenker mit 0,8 Promille. Im Straßenverkehr kann jeder Bruchteil einer Sekunde darüber entscheiden, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Derzeit beträgt die Strafe für Handy am Steuer 50 Euro – was in keinem Verhältnis zu den möglichen schwerwiegenden Folgen steht.

Neben verstärkten Kontrollen, der Erweiterung des Vormerksystems und der Entschärfung gefährlicher Abschnitte, braucht es auch verstärkt präventive Maßnahmen. „Wer mit dem Auto fährt hat ein vielfach höheres Unfallrisiko als mit Bahn oder Bus. Der verstärkte Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel reduziert die Zahl der Unfälle. Ein klimafreundliches Mobilitätsverhalten erhöht insgesamt auch die Verkehrssicherheit“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Auch in den Regionen ist das Angebot stark zu verbessern, die regionalen Zentren sollen gut mit Bahn und Bus erreichbar sein. Zudem sind bedarfsorientierte Angebote wie Gemeindebusse, Anrufsammeltaxis und Discobusse auszubauen. Die Finanzierung soll mit einem Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen unterstützt werden, schlägt der VCÖ vor. 

VCÖ: Heuer weniger Verkehrstote in Österreich (Anzahl Verkehrstote in Österreich in den ersten drei Quartalen)

1.1. bis 29.9. 2017: 309 Verkehrstote  (vorläufige Daten)

1.1. bis 30.9. 2016: 334 Verkehrstote

1.1. bis 30.9. 2015: 375 Verkehrstote

1.1. bis 30.9. 2014: 348 Verkehrstote

Quelle: BMI, VCÖ 2017

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich (Anzahl Verkehrstote 1.1. bis 29.9. 2017, in Klammer 1.1. bis 30.9. 2016)

Niederösterreich: 75 Verkehrstote (87 Verkehrstote)

Oberösterreich: 65 (69)

Steiermark: 46 (52)

Salzburg: 34 (27)

Tirol: 22 (36)

Kärnten: 21 (26)

Wien: 18 (16)

Burgenland: 16 (14)

Vorarlberg: 12 (7)

Quelle: BMI, VCÖ 2017

Zurück zur Übersicht