VCÖ: „Schulstraße“ in Salzburg wirkt erfolgreich gegen Verkehrschaos – „Schulstraße“ in ganz Österreich ermöglichen

VCÖ: Rund 150.000 Kinder werden in Österreich mit Auto zur Schule chauffiert

VCÖ (Wien, 27. November  2017) – Heute vor einer Woche wurde vor sechs Schulen in der Stadt Salzburg ein temporäres Fahrverbot eingeführt. Die Erfahrungen sind positiv. Im Schulumfeld gibt es nun kein Verkehrschaos mehr. Der VCÖ spricht sich dafür aus, dass österreichweit diese sogenannten Schulstraßen ermöglicht werden. In Südtirol gibt es bereits seit rund 30 Jahren temporäre Fahrverbote vor Schulen. In Österreich wird jedes fünfte Schulkind mit dem Auto zur Schule gebracht, macht der VCÖ aufmerksam. „Elterntaxis“ sorgen vor vielen Schulen in Österreich für ein für alle Kinder gefährliches Verkehrschaos.

Das temporäre Fahrverbot vor sechs Volksschulen in der Stadt Salzburg zeigt Wirkung. Dort, wo früher ein für die Kinder gefährliches Verkehrschaos herrschte, gibt es nun kaum Verkehr, wie eine Schuldirektorin gegenüber Medien berichtete. Eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn wird die Zufahrt zur Schule für Autos gesperrt. Das Konzept der sogenannten „Schulstraße“ bewährt sich in Südtirol seit rund 30 Jahren, informiert der VCÖ. Durch die temporären Fahrverbote hat sich die Situation für die Kinder auf den Schulwegen deutlich verbessert. Nicht für jede, aber für zahlreiche Schulen in Österreich, die an Nebenstraßen liegen, wäre eine Schulstraße eine geeignete Maßnahme, um die Schulen bei der Lösung ihrer Verkehrsprobleme zu unterstützen. Der VCÖ spricht sich dafür aus, dass österreichweit Schulstraßen ermöglicht werden. Die Entscheidung der konkreten Umsetzung soll bei der jeweiligen Gemeinde bzw. Stadt sowie der betroffenen Schule liegen.

In Österreich kommen acht von  zehn Kindern mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule, weist der VCÖ auf Daten des Verkehrsministeriums hin. Jedes fünfte Kind wird aber mit dem Auto zur Schule gebracht. In Summe sind das rund 150.000 Kinder unter 15 Jahren, die in Österreich mit dem Auto zur Schule chauffiert werden. „Bei vielen Schulen in Österreich lösen "Elterntaxis" ein regelrechtes Verkehrschaos aus, das für die Kinder zu gefährlichen Situationen führen kann. Deshalb sind hier Lösungen nötig", betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Wie wichtig der Schulweg für die Mobilität der Kinder ist, zeigen auch Daten des Verkehrsministeriums. Jetzt im Herbst sind 64 Prozent der Alltagswege, die 6- bis 14-Jährige unter der Woche zurücklegen, Schulwege, macht der VCÖ aufmerksam.

Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, tun auch ihrem eigenen Kind nichts Gutes. „Zum einen ist der Schulweg die Chance, auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen. Zudem ermöglicht der Schulweg dem Kind, in einem gesicherten Umfeld wichtige Kompetenzen im Straßenverkehr zu erlangen. Kinder sind dann auch in der Freizeit sicherer unterwegs“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Durch Schülerlotsen, erhöhte Aufmerksamkeit und zahlreiche Maßnahmen ist die Verkehrssicherheit am Schulweg deutlich höher als auf Freizeitwegen.

Der VCÖ tritt für verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem ein. In den Gemeinden und Städten ist mit mehr Verkehrsberuhigung, einem durchgängigen Netz von ausreichend breiten Gehwegen sowie übersichtlichen Straßenübergängen die Verkehrssicherheit für Kinder zu erhöhen. In ländlichen Regionen ist sicherzustellen, dass jede Bushaltestelle über einen Gehweg sicher erreichbar ist. Auch sollen Siedlungen den nächstgelegenen Ort mit einem sicheren Gehweg verbunden sein. „Es ist inakzeptabel, wenn Kinder auch nur einige Meter am Rand einer Freilandstraße gehen müssen, weil es keinen Gehweg gibt“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

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