VCÖ: Österreichs wachsende Städte brauchen mehr Öffentlichen Verkehr

VCÖ begrüßt den von Verkehrsminister Leichtfried vorgeschlagenen Öffi-Fonds für Städte

VCÖ (Wien, 7. September 2017) – Österreichs Städte haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bevölkerung zugelegt. Laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria hält die Urbanisierung weiter an. Der VCÖ betont, dass die Verkehrs- und Umweltprobleme der Städte nur mit einer deutlichen Zunahme des Öffentlichen Verkehrsangebots zu bewältigen sind. Der heute von Verkehrsminister Leichtfried vorgeschlagene Öffi-Fonds für Städte wird vom VCÖ begrüßt.

„Um die Mobilität in den stark wachsenden Städte umweltfreundlich bewältigen zu können, ist in Österreichs Landeshauptstädten ein verstärkter Ausbau des Öffentlichen Verkehrs nötig“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Während in Wien der Anteil des Öffentlichen Verkehrs an den zurückgelegten Strecken bereits bei 39 Prozent liegt, ist dieser in den anderen Landeshauptstädten deutlich niedriger. Die Grazer Bevölkerung legt 20 Prozent ihrer Wege mit Öffis zurück, in Linz sind es 21 Prozent und in Innsbruck 22 Prozent. In der Stadt Salzburg sind es nur rund 15 Prozent.

Die Umweltbilanz der städtischen Öffis ist um ein Vielfaches besser als von Autos, die im Stadtverkehr zudem besonders viel Sprit verbrauchen, betont der VCÖ. Der Dieselskandal hat allgemein bekannt gemacht, dass selbst neue Diesel-Pkw beim Fahren auf der Straße im Schnitt ein Vielfaches an gesundheitsschädlichen Stickoxiden ausstoßen als am Papier steht. Straßenbahnen, O-Busse und Elektrobusse emittieren hingegen beim Fahren keine Stickoxide.

„Die urbane Mobilität muss nicht nur sauber und klimafreundlich sein, sondern auch platzsparend. Auch deshalb ist das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten auszubauen“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer anhand eines Beispiels: Eine einzige Straßenbahn kann im Frühverkehr mit einer Fahrt rund 150 Personen ans Ziel bringen. Beim derzeitigen Besetzungsgrad wären 130 Autos nötig, um 150 Personen zu transportieren. Aneinandergereiht ergeben 130 Pkw stehend eine rund 600 Meter lange Autoschlange. Und während die Straßenbahn weiter fährt, um Fahrgäste ans Ziel zu bringen, brauchen die Pkw zudem noch viel Platz zum Parken.

Der VCÖ begrüßt daher den heute von Verkehrsminister Leichtfried präsentierten Vorschlag eines Nahverkehrsfonds für Städte. Damit kann von Bundesseite auch der Ausbau des Straßenbahnnetzes in den Städten unterstützt werden. Darüber hinaus sind die öffentlichen Stadt-Umlandverbindungen in den Ballungsräumen auszubauen. „Angesichts der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten und zunehmender Teilzeit sind auch außerhalb der klassischen Pendlerzeitenhäufigere Verbindungen nötig“, betont VCÖ-Experte Gansterer.