VCÖ: Österreicher vermeiden mit klimafreundlicher Mobilität 4,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr

VCÖ (Wien, 25. November  2015) – Der Unterschied bei der Klimabilanz der verschiedenen Verkehrsmitteln ist sehr groß. 1.000 Kilometer mit dem Auto fahren verursacht dreieinhalb Mal so viele klimaschädliche CO2-Emissionen wie  mit dem Bus und sogar 13 Mal so viele wie mit der Bahn. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Österreicherinnen und Österreicher durch die Benützung von Bahn, Bus, städtischen Öffis sowie durch zu Fuß gehen und Radfahren im Alltag rund 4,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden. Der VCÖ fordert den stärkeren Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und die Verbesserung der Infrastrukturen für das Radfahren.

Die Wahl des Verkehrsmittels ist für die Klimabilanz der Mobilität entscheidet, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt. 1.000 Personenkilometer mit dem Auto verursachen im Schnitt 181 Kilogramm klimaschädliche Treibhausgase, das ist 13 Mal so viel wie mit der Bahn, die in Österreich im Schnitt 14 Kilogramm Treibhausgase pro 1.000 Personenkilometer verursacht. Beim Busfahren entstehen im Schnitt 50 Kilogramm pro 1.000 Personenkilometer. „Bei kurzen Strecken sind Gehen und Radfahren die Klimaschutz-Champions der Mobilität. Umso mehr als Autos auf Kurzstrecken besonders viel Sprit pro Kilometer schlucken“, stellt VCÖ-Expertin Ullas Rasmussen fest.

Der Handlungsbedarf im Verkehrsbereich ist in Österreich sehr groß. Denn der Verkehr ist beim Klimaschutz das Schlusslicht in Österreich. Seit dem Jahr 1990 sind die klimaschädlichen CO2-Emissionen des Verkehrs um 61 Prozent auf 22,3 Millionen Tonnen gestiegen. Damit verursacht der Verkehr bereits 28 Prozent der heimischen Treibhausgas-Emissionen, der Anteil ist damit doppelt so hoch wie noch im Jahr 1990. Im Jahr 1990 verursachte der Verkehr so viele Emissionen wie der Bereich Raumwärme, heute verursacht der Verkehr drei Mal so viele Treibhausgas-Emissionen wie der Sektor Raumwärme, verdeutlicht der VCÖ. Bei der Raumwärme wurde durch zahlreiche Maßnahmen die Klimabilanz massiv verbessert, ganz im Unterschied zum Verkehrsbereich.

Die massive Zunahme der Treibhausgas-Emissionen lediglich mit dem durch den billigeren Sprit verursachten Kraftstoffexport („Tanktourismus“) zu erklären, greift viel zu kurz. Seit dem Jahr 1990 ist auch der Lkw- und Pkw-Verkehr in Österreich stark gestiegen. „Es ist etwa seit dem Jahr 2006 eine langsame Trendwende hin zur klimafreundlichen Mobilität sichtbar. Aber nach wie vor wird in Österreich zu viel Auto gefahren“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der VCÖ fordert einen rascheren Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie verbesserte Bedingungen zum Radfahren und Gehen. „Dort, wo das klimafreundliche Mobilitätsangebot gut ist, steigen die Menschen auch gerne vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad um. Die Wechselbereitschaft der Bevölkerung ist vorhanden, jetzt ist österreichweit das Angebot an klimafreundlicher Mobilität zu verbessern", spricht sich VCÖ-Expertin Rasmussen für eine Klimaschutzoffensive im Verkehr aus.

VCÖ: Auto verursacht besonders viele klimaschädliche CO2-Emissionen (CO2-Bilanz der Verkehrsmittel in Österreich, in Gramm pro Personenkilometer)

Pkw: 181 Gramm CO2-Äquivalente pro Personenkilometer
Moped / Motorrad: 93
E-Pkw: 67
Bus: 50
Straßenbahn, U-Bahn: 22
Bahn: 14

Quelle: Umweltbundesamt,  VCÖ 2015

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