VCÖ: Österreich war im Vorjahr EU-Champion bei neuen E-Autos – 4 Mal so hoher E-Pkw Anteil wie in Deutschland

VCÖ: Innerhalb Österreichs ist Vorarlberg vor Salzburg Spitzenreiter

VCÖ (Wien, 2. Februar 2017) – Österreich hat im Vorjahr in der EU den Sprung vom 5. auf den 1. Platz beim Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen geschafft, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Während sich in Österreich die Anzahl der E-Pkw im Vorjahr mehr als verdoppelt hat, ging in zwölf EU-Staaten die Zahl der mit Strom betriebenen Neuwagen zurück. Der VCÖ betont, dass mit einem niedrigeren CO2-Grenzwert die Anzahl der Modelle zunimmt und der Preis für die E-Pkw sinkt. Der Ausstieg aus Benzin und Diesel ist zu beschleunigen.

„Das kleine Österreich ist bei den E-Pkw im EU-Vergleich recht groß“, bringt VCÖ-Experte Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Analyse auf den Punkt. 3.826 vollelektrische E-Pkw wurden im Vorjahr in Österreich neu zugelassen und damit fast dreimal so viele wie in der Autonation Italien. Bei den absoluten Zahlen lässt Österreich auch Schweden, Belgien, Spanien und Dänemark hinter sich. Nur in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden kamen in der EU mehr E-Pkw auf den Markt als in Österreich.

Beim Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen ist Österreich der Spitzenreiter in der EU. 1,2 Prozent von Österreichs Neuwagen fahren ausschließlich mit Strom, Zweitplatzierter ist Frankreich mit 1,1 Prozent vor den Niederlanden mit 1,0 Prozent. Im Jahr 2015 lag Österreich noch hinter Dänemark, Schweden, Frankreich und den Niederlanden mit 0,5 Prozent an 5. Stelle in der EU. Im Vorjahr war der Anteil der batterieelektrischen Pkw in Österreich drei Mal so hoch wie im EU-Schnitt und vier Mal so hoch wie in Deutschland, verdeutlicht der VCÖ.

In zwölf EU-Staaten gab es bei den Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw einen Rückgang, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Sogar in Deutschland, obwohl dort im Vorjahr eine Kaufprämie für  E-Pkw eingeführt wurde. „Für den Erfolg von E-Pkw wäre es wirksamer gewesen, wenn sich Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in der EU für niedrige CO2-Grenzwerte für Neuwagen stark gemacht hätte. Denn ein niedriger CO2-Grenzwert bringt einen für Autofahrer und Umwelt positiven Kreislauf in Gang: Die Hersteller müssen dann mehr E-Modelle auf den Markt bringen, die  Auswahl für die Kundinnen und Kunden steigt und mit dem verstärkten Wettbewerb sinken die Preise“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Innerhalb Österreichs hatte Vorarlberg im Vorjahr mit 2,4 Prozent den höchsten E-Pkw Anteil bei Neuzulassungen, vor Salzburg (1,5 Prozent) und der Steiermark (1,3 Prozent). Allein in Vorarlberg wurden mit 355 E-Pkw drei Mal so viele "Stromer" neuzugelassen wie in ganz Polen.

VCÖ: Ausstieg aus Diesel und Benzin beschleunigen  

Das Klimaabkommen von Paris, das Österreich ratifiziert hat, sieht den weltweiten Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2050 vor. „E-Pkw tragen vor allem dann zum Erreichen des Klimaziels bei, wenn die Energie zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie kommt. Dafür ist es auch wichtig, dass ein relevanter Teil der heutigen Autofahrten auf energieeffizientere Mobilität, wie Öffentlicher Verkehr oder bei kürzeren Distanzen auf E-Fahrräder oder herkömmliche Fahrräder verlagert werden. Die Energiewende ist nur mit einer Mobilitätswende erreichbar“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Der Vorteil der E-Mobilität: Während bei Diesel und Benzin Österreich von teuren Erdöl-Importen abhängig ist, kann Österreich Strom aus erneuerbarer Energie selber herstellen. Und je früher der Ausstieg aus Diesel und Benzin gelingt, umso besser für die Luftqualität. 

VCÖ: Österreich EU-Spitze bei neuzugelassenen E-Pkw (Anteil Batterie-Elektrische Pkw im Jahr 2016 – in Klammer Anteil Jahr 2015)

Österreich: 1,2 Prozent (0,5 Prozent)
Frankreich: 1,1 Prozent (0,9 Prozent)
Niederlande: 1,0 Prozent  (0,7 Prozent)

Schweden: 0,8 Prozent (0,9 Prozent)
Spanien: 0,8 Prozent (0,1 Prozent)

Dänemark: 0,6 Prozent (2,2 Prozent)
Belgien: 0,4 Prozent (0,3 Prozent)
Großbritannien: 0,4 Prozent (0,4 Prozent)
Portugal: 0,4 Prozent (0,4 Prozent)

Deutschland: 0,3 Prozent (0,4 Prozent)
Irland: 0,3 Prozent (0,4 Prozent)
Litauen: 0,3 Prozent (0,1 Prozent)
Luxemburg: 0,3 Prozent (0,1 Prozent)
Slowenien: 0,3 Prozent (0,2 Prozent)

Estland: 0,2 Prozent (0,2 Prozent)
Finnland: 0,2 Prozent (0,2 Prozent)
Lettland: 0,2 Prozent  (0,1 Prozent)

Italien: 0,1 Prozent  (0,1 Prozent)
Kroatien: 0,1 Prozent  (0,3 Prozent)
Malta: 0,1 Prozent (0,3 Prozent)Rumänien: 0,1 Prozent (0,04 Prozent)
Tschechien: 0,1 Prozent (0,1 Prozent)
Ungarn: 0,1 Prozent (0,2 Prozent)
Zypern: 0,1 Prozent (0,04 Prozent)

Bulgarien: 0,04 Prozent (0,1 Prozent)
Griechenland: 0,04 Prozent (0,1 Prozent)
Slowakei: 0,04 Prozent (0,1 Prozent)
Polen: 0,03 Prozent  (0,03 Prozent)

EU28: 0,4 Prozent (0,4 Prozent)

Quelle: EAFO, VCÖ 2017

VCÖ: Österreich verzeichnete im Vorjahr starke Zunahme bei E-Pkw (Anzahl neu zugelassener batterieelektrische Pkw im Jahr 2016, in Klammer Änderung zu 2015)

Frankreich: 21.776 neuzugelassene E-Pkw (plus 26,1 Prozent)
Deutschland: 11.284 (minus 6,7 Prozent)
Großbritannien: 10.264 (plus 3,3 Prozent)

Niederlande: 4.029 (plus 27,2 Prozent)

Österreich: 3.826 (plus 128,2 Prozent)

Schweden: 2.945 (minus 1,1 Prozent)
Belgien: 2.052 (plus 51,1 Prozent)
Spanien: 2.021 (plus 42,1 Prozent)

Italien: 1.376 (minus 5,2 Prozent)
Dänemark: 1.241 (minus 72,6 Prozent)

Portugal: 784 (plus 22,7 Prozent)

Irland: 392 (minus 14,8 Prozent)
Finnland: 225 (minus 7,0 Prozent)
Tschechien: 212 (minus 35,6 Prozent)

Slowenien: 178 (plus 45,9 Prozent)
Luxemburg: 136 (plus 91,6 Prozent)
Ungarn: 112 (minus 32, 5 Prozent)
Polen: 105 (plus 22,1 Prozent)

Rumänien: 69 (plus 155,6 Prozent)
Litauen: 65 (plus 165 Prozent)
Kroatien: 50 (minus 37,5 Prozent)

Estland: 49 (plus 25,6 Prozent)
Griechenland: 31 (minus 20,5 Prozent)
Slowakei: 31 (minus 74,6 Prozent)
Lettland: 29 (plus 45 Prozent)

Zypern: 19 (plus 375 Prozent)
Malta: 17 (minus 50 Prozent)
Bulgarien: 11 (plus 10 Prozent)

EU 28: 63.330 (plus 8,4 Prozent)

Quelle: EAFO, VCÖ 2017

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