VCÖ: Österreich bei E-Fahrrad-Verkäufen an dritter Stelle in Europa

VCÖ (Wien, 17. Juni 2016) – Im Vorjahr wurden in Österreich pro Million Einwohner rund 8.980 E-Fahrräder verkauft, das ist in Europa nach den Niederlanden und Belgien der dritte Platz, macht der VCÖ aufmerksam. In Europa wurden im Vorjahr bereits mehr als 1,3 Millionen E-Fahrräder verkauft. Insgesamt gibt es in Österreich mehr als 300.000 E-Fahrräder. E-Fahrräder sind die mit Abstand am stärksten verbreiteten E-Fahrzeuge in Österreich. Der VCÖ fordert den verstärkten Ausbau der Radfahr-Infrastruktur.

„Bei den E-Fahrrädern liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. In Österreich wurden im Vorjahr 77.220 E-Fahrräder verkauft, das sind 8.980 pro Million Einwohner. Im Europa-Vergleich liegt Österreich damit an dritter Stelle. Europas Spitzenreiter sind die Niederlande mit 16.240 verkauften E-Fahrrädern pro Million Einwohner, „Vize-Europameister“ ist Belgien mit 12.480. In Deutschland wurden pro Million Einwohner 6.540 E-Fahrräder verkauft, in der Schweiz waren es 7.990 und in Italien nur 920. In Belgien war im Jahr 2015 bereits jedes dritte verkaufte Fahrrad ein E-Fahrrad, in den Niederlanden jedes vierte (28 Prozent) , in Österreich jedes fünfte, in Deutschland jedes achte und in Dänemark jedes zehnte verkaufte Fahrrad.

In absoluten Zahlen liegt Österreich bei den verkauften Elektro-Fahrrädern in Europa an fünfter Stelle. Die meisten E-Fahrräder wurden in der EU im Vorjahr in Deutschland verkauft (535.000), gefolgt von den Niederlanden (276.000), Belgien (141.000) und Frankreich (100.000). „Insgesamt wurden im Vorjahr in der EU mehr als 1,3 Millionen E-Fahrräder verkauft, das sind rund neun Mal so viele wie E-Autos in der EU verkauft wurden“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.

Auch in Österreich sind Elektro-Fahrräder die am meisten verbreiteten Elektro-Fahrzeuge. Mehr als 300.000 Elektro-Fahrräder sind in Österreich bereits im Einsatz, die Zahl der E-Autos beträgt rund 6.500.

Die sogenannten „Pedelecs“ haben einen E-Motor, der beim Treten als Unterstützung dazu geschaltet werden kann. Der E-Motor ist auf maximal 25 km/h beschränkt. Elektro-Fahrräder sind für Distanzen bis etwa 15 Kilometer gut geeignet und können damit viele Autofahrten vermeiden. Im Schnitt verbraucht ein E-Fahrrad 1 kWh pro 100 Kilometer. Mit der Energiemenge von drei Litern Benzin kann man mit dem E-Fahrrad mehr als 2.000 Kilometer weit fahren, verdeutlicht der VCÖ.

Derzeit ist die mangelnde Radfahr-Infrastruktur in Österreich noch ein Hindernis, dass häufiger Rad gefahren wird. Der VCÖ fordert daher einen verstärkten Ausbau der Radverbindungen. In Österreichs Ballungsräumen sind Rad-Highways als direkte und möglichst kreuzungsfreie Verbindung vom Umland in die Stadt zu errichten. In den ländlichen Regionen ist ein Ausbau der Radwege nötig. Von jeder Siedlung soll es in den nächsten Ort eine sichere Radverbindung geben.

Der VCÖ weist darauf hin, dass der Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr auch eine positive Beschäftigungswirkung hat. Pro Milliarde Euro an Investitionen schaffen der Bau von Radwegen und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung direkt rund 11.500 Arbeitsplätze und damit doppelt so viele, wie der Bau von Autobahnen.

VCÖ: Österreich bei E-Fahrradverkäufen im Spitzenfeld – Die Top 10 in Europa (verkaufte E-Fahrräder im Jahr 2015 pro Million Einwohner)

1. Niederlande: 16.240 verkaufte E-Fahrräder / Million Einwohner
2. Belgien: 12.480
3. Österreich: 8.990
4. Schweiz: 7.990
5. Deutschland: 6.540
6. Dänemark: 5.260
7. Finnland: 2.730*
8. Luxemburg: 1.820*
9. Frankreich: 1.510
10. Großbritannien: 1.080*

*Jahr 2014

Quelle: Statistik der einzelnen Staaten, VCÖ 2016

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