VCÖ-Mobilitätspreis Österreich für Touristische Mobilitätszentrale Kärnten

Einreichrekord: 377 Projekte und Konzepte heuer beim VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht

VCÖ (Wien, 19. September 2017) – Die Touristische Mobilitätszentrale Kärnten ist der Gesamtsieger vom diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Österreich. Elf weitere Projekte werden heute Abend in Wien ausgezeichnet, unter anderem der Verkehrsverbund Tirol für das Tirol-Ticket, Kreisel-Electric für seine weltweit beachtete Akkutechnologie, iMobility für die App Wegfinder und der Samariterbund Wien für Essen auf Elektro-Lastenfahrrädern.

377 Projekte und Konzepte wurden heuer beim VCÖ-Mobilitätspreis, der in Kooperation mit dem bmvit, dem bmlfuw und den ÖBB durchgeführt wird, eingereicht, so viele wie noch nie. Gesamtsieger bei Österreichs größtem Wettbewerb für nachhaltige Mobilität ist die Touristische Mobilitätszentrale Kärnten für ein umfassendes Mobilitätsangebot für den autofreien Urlaub. Unter anderem gibt es Bahnhof-Shuttles, verstärkte Buslinien zu Tourismuszielen und eine überregionales E-Leihfahr-System.

VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak gratuliert dem Gesamtsieger: „In Europas Großstädten nimmt die Zahl der autofreien Haushalte stark zu. Für das Tourismusland Österreich ist es aus ökologischen und ökonomischen Gründen wichtig, sich rechtzeitig auf das sich ändernde Mobilitätsverhalten vorzubereiten. Die Touristische Mobilitätszentrale Kärnten ist beispielgebend für ganz Österreich.“

„Um die Klimaziele zu erreichen, brauchen wir die Mobilitätswende. Der VCÖ-Mobilitätspreis holt engagierte Persönlichkeiten und innovative Projekte vor den Vorhang und leistet damit einen wesentlichen Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft“, so Bundesminister Andrä Rupprechter. Verkehrsminister Jörg Leichtfried schließt sich den Gratulationen an: „Sauberer Verkehr ist eine bewusste Entscheidung. Wir müssen an vielen Schrauben drehen, damit die Mobilitätswende gelingt: Den öffentlichen Verkehr stärken und den Pkw-Verkehr sauber machen.“

Elf weitere Projekte werden heute Abend beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich prämiert: Das Bildungszentrum Salzkammergut gewinnt die Kategorie "Barrierefreie und sozial gerechte Mobilität" mit dem BIS-Mobil. Das BIS-Mobil ist ein Anrufsammeltaxi, das von älteren arbeitssuchenden Personen gelenkt wird, ausgezeichnet. Sozialminister Alois Stöger gratuliert: „Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die aktive Teilhabe in unserer Gesellschaft. Daher brauchen wir auch eine gute, flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das BIS-Mobil ist nicht nur eine wertvolle Mobilitätshilfe für ältere oder bedürftige Menschen, sondern auch eine großartige Arbeitsmarktinitiative für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ich freue mich, dass ich diese Initiative mit dem VCÖ-Mobilitätspreis in der Kategorie „Barrierefreiheit und sozial gerechte Mobilität“ auszeichnen darf.“

Der Verkehrsverbund Tirol gewinnt die Kategorie Öffentlicher Verkehr für das neue Tirol- und Regionen-Ticket. Mit dem Tirol-Ticket können um  490 Euro ein Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel in Tirol genutzt werden.

Die von Siemens unterstützte Kategorie Digitalisierung beim VCÖ-Mobilitätspreis gewinnt die App wegfinder von iMobility. Zudem wird ein von Studierenden entwickeltes Konzept einer App, die für Pendlerinnen und Pendler Mitfahrgelegenheiten vermitteln, ausgezeichnet. „In den nächsten Jahren wird die Mobilität von Menschen zunehmend vernetzter, flexibler und multimodaler. Die Digitalisierung ist einer der Schlüsselfaktoren für eine höhere Qualität, Attraktivität, Kapazität und Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs“, betont Arnulf Wolfram von Siemens Österreich.

Erstmals gibt es beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich auch eine Kategorie für „Konzepte von Studierenden“, die von Kapsch unterstützt wird. Gewinner ist Thomas Bruckmüller von der TU-Wien mit seinem Konzept für ein Batteriewechselsystem für den Stadtverkehr. Alf Netek von Kapsch gratuliert: „Wir bei Kapsch arbeiten intensiv an der Mobilität von morgen und wissen: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor jeder Innovation ist ihre mühelose Integration in den Alltag. So, wie es Thomas Bruckmüllers Konzept für ein Batteriewechselsystem im Stadtverkehr skizziert. Einfach handhabbar.“

Ausgezeichnet beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich wird auch Kreisel Electric aus Oberösterreich für die Entwicklung seiner weltweit beachteten Batterie-Technologie. Die MA25 der Stadt Wien wird für das Projekt „Smarter Together“ prämiert, bei dem in Wien-Simmering unter anderem der erste öffentliche Mobility Point (E-Pkw, E-Fahrräder, Transporträder zum Ausleihen) und die Paketzustellung mit E-Transportern umgesetzt wird. Der Samariterbund Wien hat die Jury mit „Essen auf Lastenrädern“ überzeugt. Mit acht E-Lastenfahrrädern werden täglich 250 Essen zugestellt, mehr als davor in der gleichen Zeit mit acht Pkw möglich waren.

Das WIFO gewinnt die Kategorie Forschungsprojekte für das Konzept einer europaweiten CO2-basierten Flugticketabgabe, das von Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek erarbeitet wurde. Als beste Idee wird jene des „Dorfladens als eMobilitätszentrale“ für kleine Orte ausgezeichnet. Auch ein internationales Projekt wird beim VCÖ-Mobilitätsprei Österreich prämiert: Die Technische Hochschule Nürnberg. Diese hat in einem Pilotprojekt in Nürnberg zwei Mikro-Depots geschaffen. Pakete werden von den Mikro-Depots mit E-Transporträdern zu den Kundinnen und Kunden in der Umgebung geliefert. Damit werden CO2- und Schadstoffemissionen verringert.

Evelyn Palla, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG, gratuliert allen Preisträgern und ergänzt: „Eine Fahrt mit den österreichischen Bahnen ist 14-mal klimafreundlicher als mit einem Pkw und sogar 40-mal klimafreundlicher als die Reise im Flugzeug. Die ÖBB nehmen somit in Österreich eine Vorreiterrolle in den Bereichen Klimaschutzes und Ressourceneffizienz ein.“

Informationen zu den Projekten gibt es im Internet unter www.vcoe.at

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich 2017 – Die Preisträger

GESAMTSIEGER:

Region Villach Tourismus: Touristische Mobilitätszentrale Kärnten

Kategorie Barrierefreiheit und sozial gerechte Mobilität: Bildungszentrum Salzkammergut: BIS-Mobil
Kategorie Energieeffizienter Lieferverkehr: Samariterbund Wien: Essen auf Elektro-Lastenrädern
Kategorie Öffentlicher Verkehr und multimodale Mobilität: Verkehrsverbund Tirol: VVT Tarifreform
Kategorie Aktive Mobilität und öffentlicher Raum: Stadt Wien MA25: Smarter Together
Kategorie Technologie und E-Mobilität: Kreisel Electric: Kreisel Akkutechnologie
Kategorie Forschungsprojekte für klimaverträgliche Mobilität: Margit Schratzenstaller / WIFO: Eine CO2-basierte Flugticketabgabe
Kategorie Konzepte von Studierenden, Schülerinnen und Schülern: Thomas Bruckmüller (TU Wien): Batteriewechselsysteme für Stadtverkehr
Kategorie Konzepte für Digitalisierung im Mobilitätsbereich: Green Miles Team: Green Miles
Kategorie Digitalisierung und webbasierte Mobilitätslösungen: iMobility: wegfinder - der intermodale Routenplaner
Kategorie Ideen für soziale und technologische Innovationen: Institut für Paradiesgestaltung: DorfLadenCafé als eMobilitätszentrale
Kategorie Internationale Vorbildprojekte: Technische Hochschule Nürnberg Nachhaltige Stadtlogistik mit Mikro-Depot-Konzept in Nürnberg 

Quelle: VCÖ 2017

Zurück zur Übersicht