VCÖ: Mehr als 4,5 Millionen Österreicher fahren mit Öffentlichem Verkehr

VCÖ: Häufigere Verbindungen in Ballungsräumen und zu regionalen Zentren nötig

VCÖ (Wien, 14. September 2017) – Fast zwei Drittel der Österreicher über 15 Jahren fahren  zumindest gelegentlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Summe nutzen mehr als 4,5 Millionen Österreicher öffentliche Verkehrsmittel, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Jeder vierte Österreicher nutzt täglich oder mehrmals die Woche den Öffentlichen Verkehr. Im Bundesländer-Vergleich ist Wien vor Vorarlberg Spitzenreiter, am niedrigsten ist der Anteil der Öffi-Fahrer in Kärnten und im Burgenland. Der VCÖ fordert insbesondere für die Ballungsräume und die regionalen Zentren häufigere Bahn- und Busverbindungen.

Rund zwei Millionen Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre steigen täglich oder mehrmals die Woche in Bahn, Bus oder städtische öffentliche Verkehrsmittel ein, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis der Mikrozensus-Daten der Statistik Austria zeigt. Während drei von zehn Frauen häufige Öffi-Nutzerinnen sind, ist der Anteil bei den Männern mit rund 25 Prozent etwas niedriger. Insgesamt nutzen mehr als 4,5 Millionen zumindest gelegentlich öffentliche Verkehrsmittel, um rund 380.000 mehr als im Jahr 2011. Nicht inkludiert sind darin Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.

Die regionalen Unterschiede in Österreich sind groß. Österreichs Öffi-Spitzenreiter ist Wien, wo 67 Prozent der Bevölkerung täglich oder mehrmals die Woche mit den Öffis fahren. Insgesamt nutzen 92 Prozent der Wiener Bevölkerung die öffentlichen Verkehrsmittel. „Die Öffis sind DAS Verkehrsmittel der Wienerinnen und Wiener. Sie leisten damit einen großen Beitrag zur Entlastung der Straßen und zur Verbesserung der Luftqualität“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. An zweiter Stelle liegt Vorarlberg, wo insgesamt 66 Prozent mit Bahn oder Bus fahren. Am niedrigsten ist der Anteil der Öffi-Fahrer im Burgenland mit 36 Prozent und in Kärnten mit 42 Prozent.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass in den Regionen der Aufholbedarf beim Öffentlichen Verkehrsangebot sehr groß ist. In den Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner nutzt nur jeder zweite öffentliche Verkehrsmittel, während außerhalb Wiens in den Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern drei Viertel der Bevölkerung mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind.

Der VCÖ fordert häufigere Verbindungen in den Ballungsräumen sowie eine gute Anbindung aller regionalen Zentren an das Öffentliche Verkehrsnetz. „Ein gutes öffentliches Verkehrsnetz macht die Regionen auch für junge Familien wieder attraktiv“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf den wirtschaftlichen Zusatznutzen für die Regionen hin. Darüber hinaus sind auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen nötig. „Die Arbeitszeiten werden flexibler, die Teilzeitbeschäftigung hat stark zugenommen“, weist VCÖ-Experte Gansterer auf die Veränderungen am Arbeitsmarkt hin. Es gibt in Österreich bereits mehr als 1,2 Millionen Teilzeitbeschäftigte, das sind um rund 50 Prozent mehr als im Jahr 2005.

Verbesserungsbedarf sieht der VCÖ auch bei der Erreichbarkeit von Bahnhöfen und Haltestellen mit anderen Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit dem Fahrrad und zu Fuß. „Die Klimaziele von Paris sind nur erreichbar, wenn in Österreich mehr Fahrten mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto gefahren werden. Der Zusatznutzen eines veränderten Mobilitätsverhaltens sind nicht nur weniger Staus und weniger Parkplatzprobleme, sondern auch eine deutlich bessere Luftqualität“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

VCÖ: Rund zwei Drittel der Österreicher fahren mit Öffentlichem Verkehr (Anteil Personen ab 16 Jahren, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, in Klammer täglich oder mehrmals die Woche)
Wien: 92 Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel (67 Prozent fahren täglich oder mehrmals die Woche)
Vorarlberg: 66 Prozent (28 Prozent)
Salzburg: 61 Prozent (18 Prozent)
Steiermark: 58 Prozent (16 Prozent)
Niederösterreich: 57 Prozent (18 Prozent)
Tirol: 55 Prozent (17 Prozent)
Oberösterreich: 50 Prozent (18 Prozent)
Kärnten: 42 Prozent (8 Prozent)
Burgenland: 36 Prozent (10 Prozent)
Österreich: 62 Prozent ( 27 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017
Statistik Austria Ergebnisse Mikrozensus 2015, veröffentlicht im Sommer 2017.