VCÖ: In Österreich fast 400.000 E-Fahrräder – Klarer Spitzenreiter bei E-Fahrzeugen

VCÖ-Umfrage: E-Fahrräder verändern Mobilitätsverhalten

VCÖ (Wien, 9. Juni  2017) – In den vergangenen zehn Jahren wurden in Österreich mehr als 370.000 E-Fahrräder verkauft, macht der VCÖ aufmerksam. Allein im Vorjahr wurden 86.500 Fahrräder mit E-Motor verkauft und damit 23 Mal so viele wie E-Autos. Bereits acht Prozent von Österreichs Radfahrern nutzen ein E-Fahrrad, wie die vom Institut Integral durchgeführte VCÖ-Radfahrumfrage zeigt. Mit den E-Fahrrädern werden weitere Strecken gefahren und es wird häufiger Rad gefahren. Der VCÖ fordert den raschen Bau von Radschnellwegen in Österreich.

„Österreich erlebt einen E-Fahrradboom. Wir gehen davon aus, dass heuer erstmals mehr als 100.000 E-Fahrräder verkauft werden“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. E-Fahrräder sind der Spitzenreiter unter den E-Fahrzeugen in Österreich. Während im Vorjahr nur 1.352 E-Mopeds und E-Motorräder verkauft wurden und 3.826 E-Pkw, war die Zahl der verkauften E-Fahrräder mit 86.500 um ein Vielfaches höher.

Bei der vom Institut Integral durchgeführten repräsentativen VCÖ-Radfahrumfrage wurden nun die Motive für den Kauf von E-Fahrrädern erhoben. Das Hauptmotiv ist, dass mit dem E-Fahrrad weitere Distanzen gefahren werden können. Bequemeres Radfahren, etwa bei Steigungen, wurde als zweithäufigster Grund genannt vor dem Motiv, schneller am Ziel zu sein. Für elf Prozent war das E-Fahrrad Grund, wieder mit dem Radfahren zu beginnen.

„E-Fahrräder verändern das Mobilitätsverhalten. Autofahrer lassen öfters das Auto stehen und nehmen stattdessen das E-Fahrrad“, erläutert VCÖ-Experte Gansterer. 60 Prozent der E-Fahrrad-Nutzer radeln heute Strecken, die sie früher mit dem Auto gefahren sind. Die Zahl der E-Fahrrad-Verkäufe dürfte in den kommenden Jahren weiter stark steigen: Jeder vierte Österreicher, der noch kein E-Fahrrad besitzt, kann sich den Kauf eines E-Fahrrads vorstellen. Besonders auffallend: Auch unter jenen, die derzeit im Alltag nicht Rad fahren, zeigt sich jeder Dritte am Kauf eines Elektro-Fahrrads interessiert.

Mit E-Fahrrädern können auch Distanzen von 10 bis 15 Kilometer gut mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. 60 Prozent der Autofahrten der Österreicherinnen und Österreicher sind kürzer als zehn Kilometer. „Gerade in Ballungsräumen kann die Staubelastung stark verringert werden, wenn das Potenzial der E-Fahrräder genutzt wird. Voraussetzung ist der Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ fordert den Bau von Radschnellwegen als direkte und möglichst kreuzungsfreie Verbindung vom Umland in die Städte. Im deutschen Ruhrgebiet wird beispielsweise ein 100 Kilometer langer Radschnellweg gebaut, in der Großstadtregion Kopenhagen wird ein mehrere hundert Kilometer langes Netz an Rad-Highways errichtet.

weitere Informationen: VCÖ Factsheet: Potentzial des Fahrrads für den Klimaschutz besser nutzen

weitere Ergebnisse: VCÖ Radfahrumfrage 2017

VCÖ: E-Fahrräder klarer Spitzenreiter unter den E-Fahrzeugen (Anzahl neu gekaufte Elektro-Fahrräder in Österreich – in Klammer neuzugelassene E-Pkw / E-Motorräder

Jahr 2016: 86.500 E-Fahrräder (3.826 E-Pkw / 1.352 E-Motorräder)

Jahr 2015: 77.000 E-Fahrräder (1.677 E-Pkw / 523 E-Motorräder)

Jahr 2014: 50.000 E-Fahrräder (1.281 E-Pkw / 503 E-Motorräder)

Jahr 2013: 43.000 E-Fahrräder (654 E-Pkw / 439 E-Motorräder)

Jahr 2012: 41.000 E-Fahrräder (427 E-Pkw / 763 E-Motorräder)

Jahr 2011: 35.000 E-Fahrräder (631 E-Pkw / 867 E-Motorräder)

Jahr 2010: 20.000 E-Fahrräder (112 E-Pkw / 1.158 E-Motorräder)

Jahr 2009: 12.000 E-Fahrräder (39 E-Pkw / 1.141 E-Motorräder)

Jahr 2008: 8.000 E-Fahrräder (2-E-Pkw / 493 E-Motorräder)

Summe 2008 bis 2016: 372.500 E-Fahrräder (8.649 E-Pkw / 7.239 E-Motorräder)
Quelle: VSSÖ, VCÖ 2017