VCÖ: In der EU wird fast die Hälfte des importierten Palmöls für „Bio“diesel verwendet

VCÖ (Wien, 31. Mai 2016) – Seit dem Jahr 2010 hat sich in der EU die Beimengung von Palmöl in Biodiesel versiebenfacht, wie eine heute veröffentlichte Studie von „Transport & Environment“ (T&E) zeigt. Fast die Hälfte des in der EU verbrauchten Palmöl fließt in die Tanks von Fahrzeugen. Der VCÖ weist auf die katastrophale Klimabilanz von Palmöl hin. Der in der EU verkaufte Biodiesel hat daher im Schnitt eine schlechtere CO2-Bilanz als fossiler Diesel. Der VCÖ fordert eine umfassende  Änderung der EU-Biotreibstoff-Politik.

„Die EU-Biotreibstoff-Politik hat den Verkehr nicht klimafreundlicher gemacht, sondern das Gegenteil davon erreicht“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen zur heute in Brüssel veröffentlichten Studie von „Transport & Environment“ (T&E) hin. T&E ist der europäische Dachverband des VCÖ. Laut Studie wurden in der EU im Jahr 2014 bereits drei Millionen Tonnen Palmöl in den Dieselmotoren von Pkw und Lkw verbrannt.

Der Verbrauch des klimaschädlichen Palmöls für Treibstoff hat sich in der EU seit dem Jahr 2010 versiebenfacht! Insgesamt fließen bereits fast die Hälfte des in der EU verbrauchten Palmöls in ("Bio")Diesel, der damit alles andere als klimafreundlich ist. Denn für den Anbau von Palmöl-Pflanzen werden Regenwälder gerodet und damit die globale Klimasituation massiv verschlechtert.

Der VCÖ fordert eine rasche Änderung der EU-Politik in diesem Bereich. „Die EU-Politik sieht Beimischungsmengen vor, die auf EU-Ebene einfach nicht klimafreundlich und ethisch verantwortungsvoll hergestellt werden können. Anstatt den Beelzebub mit dem Teufel auszutreiben soll die EU eine wirklich klimafreundliche Mobilitätswende vorantreiben“, fordert VCÖ-Expertin Rasmussen Konsequenzen. Der VCÖ spricht sich für mehr Mittel für die Mitgliedsstaaten zum Ausbau des europäischen Bahnnetzes und auch für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur aus. Zudem sind niedrigere CO2-Grenzwerte für neue Pkw und auch für Lkw zu beschließen.