VCÖ: Im Vorjahr mehr Fahrgäste auf Österreichs Regionalbahnen

VCÖ (Wien, 14. November 2014) – Regionalbahnen werden in Österreich wieder häufiger genutzt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vorjahr waren auf 20 so genannten privaten Regionalbahnen mehr als 34 Millionen Fahrgäste unterwegs. Auf fast allen Regionalbahnen waren im Vorjahr mehr Fahrgäste unterwegs als im Jahr 2012. Die drei am häufigsten genutzten Regionalbahnen sind die „Badener Bahn“, die Graz-Köflacher Bahn und die Salzburger Lokalbahn. Der VCÖ fordert häufigere und regelmäßige Verbindungen auch am Abend und am Wochenende. Zudem ist in stark wachsenden Regionen der Neubau von Strecken zu prüfen.

„Die Verbesserung des Bahnangebots darf sich nicht nur auf Hauptstrecken konzentrieren. Auch die Regionalbahnen sind umfassend zu modernisieren. Denn der Bedarf nach guten Regionalverbindungen nimmt zu, wie auch die steigenden Fahrgastzahlen den Regionalbahnen zeigen“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr in Österreich auf 20 privaten Regionalbahnen in Summe rund 34,1 Millionen Fahrgäste unterwegs waren, um 2,6 Prozent mehr als im Jahr 2012. Bei fünf Regionalbahnen ging die Zahl der Fahrgäste – wenn auch leicht – zurück.

Gegenüber dem Jahr 2011 gab es eine Zunahme um 6,9 Prozent – alle Bahnen verzeichneten im Jahr 2013 mehr Fahrgäste als im Jahr 2011. Bei den von den ÖBB betriebenen Regionalbahnen waren die Zuwächse im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 bei der Kamptalbahn mit 20,2 Prozent am höchsten, bei der Gailtalbahn gab es eine Zunahme um 17,2 Prozent und bei der Radkersburgerbahn um 11,7 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich die Zunahme der Fahrgäste bei den Regionalbahnen bei mehrjährigen Vergleichen: Mit der Stubaitalbahn fuhren im Vorjahr um 46 Prozent mehr Fahrgäste als im Jahr 2005, mit der Neusiedlersee Bahn um 49 Prozent mehr und mit der Salzburger Lokalbahn um rund 12 Prozent mehr, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Und bei der Pinzgauer Lokalbahn ging die Zahl der Fahrgäste im Jahr 2013 um rund 4 Prozent zurück, im Vergleich zum Jahr 2010 gab es aber eine Zunahme um 55 Prozent.

Die meisten Fahrgäste wies die „Badener Bahn“ auf mit 11,07 Millionen Fahrgästen. Die Graz-Köflacher-Bahn wurde von 5,42 Millionen Fahrgästen benutzt und die Salzburger Lokalbahn von rund 4,81 Millionen. Die Zillertalbahn zählte knapp mehr als zwei Millionen Fahrgäste, die Montafoner Bahn 1,93 Millionen und die Linzer Lokalbahn knapp mehr als 1,9 Millionen.

Der VCÖ betont, dass in Zukunft regionale Bahnverbindungen stark an Bedeutung gewinnen werden. Der diese Woche präsentierte World Energy Outlook zeigt, dass die Erdölpreise in Zukunft deutlich steigen werden. Und vor allem heizt das Verbrennen von Erdöl in Form von Treibstoff den Klimawandel an. „Gerade im Mobilitätsbereich gibt es die guten Alternativen, die klimafreundlicher, energieeffizienter und vor allem für die Menschen kostengünstiger sind. Neben der weiteren Förderung von Radfahren und Gehen, einer verkehrsparenden Raumordnung und einer guten Nahversorgung braucht es eine Ausweitung des Schienennetzes“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Auch die komplette Elektrifizierung der Bahnen ist voranzutreiben, in der Schweiz fahren schon jetzt 100 Prozent der Bahnen mit Strom.

Dass die Verbesserung des Angebots von den Fahrgästen honoriert wird, zeigte zuletzt die Außerfernbahn. Diese verzeichnete im 1. Halbjahr 2014 um zwei Drittel mehr Fahrgäste, nachdem zwischen Garmisch und Reutte ein Stundentakt eingeführt wurde und das Schienennetz und Bahnhöfe renoviert wurden. Der VCÖ spricht sich zudem für die Prüfung von neuen Regionalstrecken in jenen Regionen aus, wo eine starke Bevölkerungszunahme prognostiziert wird, etwa im Raum Wels–Linz, im Umland von Innsbruck, Graz und der Stadt Salzburg und auch im Nordburgenland.

Der VCÖ betont, dass für Österreich auch RegioTrams, die innerstädtisch als Straßenbahn und außerhalb als Vollbahn geführt werden können, sehr gut geeignet sind. Aktuell befindet sich in Innsbruck die Tram/Regionalbahn in Bau und in Oberösterreich beispielsweise die StadtRegioTram Linz–Leonding–Pasching–Traun. „In der Stadt Salzburg ist die rasche Umsetzung der lange diskutierten StadtRegionalBahn sinnvoll“, so VCÖ-Experte Gansterer.

 

VCÖ: Die meisten privaten Regionalbahnen erzielten im Vorjahr Fahrgastzuwächse (Anzahl Fahrgäste im Jahr 2013)

Wiener Lokalbahn „Badener Bahn“: 11.066.931 (plus 228.931)

Graz-Köflacher-Bahn: 5.419.067 (plus 286.819)

Salzburger Lokalbahn: 4.813.317 (minus 43.008)

Zillertalbahn: 2.011.563 (minus 66.474)

Montafonerbahn: 1.928.076 (plus 17.879)

Linzer Lokalbahn: 1.909.351 (minus 6.471 )

Stubaitalbahn: 1.094.168 (plus 31.586)

Raaberbahn:     878.680 (plus 30.150)

Pinzgauer Lokalbahn: 850.495 (minus 37.124)

Neusiedlerbahn: 690.392 (plus 25.192)

Weizer Bahn: 670.715 (plus 4.675)

Murtalbahn: 579.669 (plus 844)

Mariazellerbahn: 500.000 (gleich geblieben)

Außerfernbahn: 375.000 (keine Vergleichsdaten)

Traunseebahn: 317.424 (plus 1.126) 

Attergaubahn: 273.966 (plus 4.633)

Übelbacher Bahn: 256.606 (plus 35.370)

Vorchdorferbahn: 196.211 (plus 6.740)

City Bahn Waidhofen: 190.000 (minus 30.000)

Gleichenberger Bahn: 48.111 (plus 603)

Summe: 34.069.742 Fahrgäste

Quelle: Schienencontrol, VCÖ 2014

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