VCÖ für Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt - 31.05.2013

Rauchen beim Autofahren erhöht das Unfallrisiko, macht der VCÖ am heutigen Weltnichtrauchertag aufmerksam. Neben der Ablenkung beim Anzünden und Rauchen der Zigarette, wirkt sich der Rauch negativ auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Besonders gesundheitsschädlich ist der Rauch für mitfahrende Kinder, warnt der VCÖ. In einigen Staaten gibt es bereits ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt. Der VCÖ spricht sich für diese Regelung auch in Österreich aus.

„Rauchen beim Autolenken erhöht das Unfallrisiko und gefährdet wegen des Passivrauchens auch ohne Unfall die Gesundheit jener, die mitfahren. Das Auto sollte eine rauchfreie Zone sein“, betontt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Studien in Deutschland haben gezeigt, dass rauchende Autofahrer fast doppelt so häufig in Auffahrunfälle verwickelt sind wie Nichtraucher. Die Ablenkung beim Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, beim Anzünden und Rauchen der Zigarette kann dazu führen, dass Gefahren zu spät gesehen werden. Herunterfallende Asche erhöht zusätzlich das Unfallrisiko.

In Österreich ist Ablenkung nach zu hohem Tempo und Vorrangverletzung die dritthäufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr passierten in Österreich 12 Prozent der tödlichen Unfälle wegen Ablenkung. Dazu zählt neben Telefonieren am Steuer auch das Rauchen. Genauere Daten gibt es dazu in der Unfallstatistik leider nicht.

Rauchende Autofahrer belasten zudem die Gesundheit jener, die im Auto mitfahren. Die Schadstoffkonzentration ist auch bei geöffnetem Fenster hoch, wie eine Studie der Harvard Universität zeigt. Der Spitzenwert bei geöffnetem Fenster lag bei 505 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft (das ist zehnfache vom EU-Grenzwert), ohne Zigarettenrauch betrug die Belastung im Auto 12,5  Mikrogramm. Die Belastung war am Rücksitz höher als vorne.

„Gegenüber Kindern ist Rauchen im Auto besonders verantwortungslos. Kinder befinden sich im Wachstum, ihre Organe reagieren auf Schadstoffe sehr empfindlich. Bleibende Lungenschäden und Asthma können die Folge von Passivrauchen sein“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. In Griechenland und Zypern gibt es im Auto ein Rauchverbot, wenn ein Kind mitfährt, ebenso in Australien, Teilen Kanadas und einigen Bundesstaaten der USA. Der VCÖ spricht sich für diese Regelung auch in Österreich aus.

Der VCÖ erwartet sich, dass dadurch insgesamt das Bewusstsein über die Gefahren des Rauchens beim Autofahren steigt. Zudem spricht sich der VCÖ für eine Bewusstseinskampagne aus. Vielen rauchenden Autofahrern ist auch nicht bewusst, dass im Fall eines Unfalles Rauchen als grobe Fahrlässigkeit und Verletzung der Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr gewertet werden kann. Die Folge: Die Versicherung zahlt nicht.

In der EU gab es immer wieder Vorstöße für ein Rauchverbot im Auto, in Deutschland sprachen sich unter anderem Abgeordnete der CDU und SPD für ein Rauchverbot im Auto aus, in Österreich unter anderem die Ärztekammer.

Zurück zur Übersicht