VCÖ: Frauen gehen häufiger zu Fuß als Männer, fahren weniger mit dem Auto

VCÖ: In Wien bei den Jungen zwischen Männern und Frauen nur mehr geringe Unterschiede im Mobilitätsverhalten

VCÖ (Wien, 7. März 2017) – Männer fahren fast doppelt so viele Kilometer mit dem Auto wie Frauen, macht der VCÖ anlässlich des internationalen Frauentags aufmerksam. Insgesamt ist das Mobilitätsverhalten von Frauen deutlich klimafreundlicher. Im Schnitt verursacht die Mobilität der Männer um rund drei Viertel mehr klimaschädliche CO2-Emissionen als die Mobilität der Frauen. Zunehmend mehr Frauen sind teilzeitbeschäftigt. Der VCÖ fordert häufigere öffentliche Verkehrsverbindungen auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten. In Wien sind die Unterschiede im Mobilitätsverhalten zwischen jungen Wienern und jungen Wienerinnen nur mehr gering.

Wenn die Gesamtgruppe der Männer so mobil wird wie es die Gesamtgruppe der Frauen heute ist, dann kommt Österreich den Klimaschutzzielen einen großen Schritt näher, so ein Ergebnis einer aktuellen VCÖ-Analyse anlässlich des morgigen internationalen Frauentags. Die Mobilität der Gesamtgruppe der Männer verursacht um rund drei Viertel mehr klimaschädliche CO2-Emissionen als die Mobilität der Gesamtgruppe der Frauen. Die Daten sind jeweils der Durchschnitt der Gesamtgruppe. So wie nicht alle Frauen umweltfreundlicher mobil sind, haben wiederum viele Männer ein vorbildliches, umweltverträgliches Mobilitätsverhalten. 

Die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des bmvit zeigt, dass im Schnitt Frauen unter der Woche 45 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad zurücklegen, Männer legen im Schnitt nur 37 Prozent der Alltagswege autofrei zurück. Während der Anteil beim Rad- und Öffi-Fahren ähnlich hoch ist, sind die Unterschiede beim Autofahren und zu Fuß gehen groß, insbesondere wenn die zurückgelegten Kilometer betrachtet werden.

Österreichs Frauen legen knapp 58 Millionen Kilometer pro Tag hinter dem Lenkrad sitzend mit dem Auto zurück, Männer fahren mit rund 104 Millionen um 80 Prozent mehr Kilometer mit dem Auto. Hingegen gehen Frauen für Alltagserledigungen, wie Einkaufen, Besorgungen oder Arbeitswege mit fast 3,3 Millionen Kilometer pro Tag um rund 40 Prozent mehr Kilometer zu Fuß als die Gesamtgruppe der Männer.

Als Gesamtgruppe betrachtet haben Frauen andere Anforderungen an das Mobilitätsangebot. So arbeitet bereits jede zweite berufstätige Frau Teilzeit. Während im Jahr 2004 noch knapp mehr als 600.000 Frauen einen Teilzeitjob hatten, sind es heute bereits rund eine Million. „Auch deshalb ist es wichtig, dass es nicht nur zu den klassischen Pendlerzeiten häufige Bahn- und Busverbindungen gibt, sondern auch tagsüber“, betont VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Zudem tragen Frauen nach wie vor einen größeren Anteil der Betreuungspflichten. Während 27 Prozent der Männer Betreuungspflichten übernehmen, sind es bei Frauen 35 Prozent. Im Schnitt sind bei Männern fünf Prozent der Alltagswege Hol- und Bringdienste, bei Frauen ist der Anteil mit neun Prozent fast doppelt so hoch. Auch für Hol- und Bringdienste ist es wichtig, dass es tagsüber ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt.

"Es braucht in Österreich einen stärkeren und rascheren Ausbau des klimafreundlichen Mobilitätsangebots. Denn um die Klimaziele von Paris zu erreichen, ist nicht nur ein klimafreundlicheres Mobilitätsverhalten der Männer, sondern auch der Frauen nötig", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest.

In Wien bei den Jungen zwischen Männern und Frauen nur mehr geringe Unterschiede im Mobilitätsverhalten

Die  VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Stadt Wien zeigt: Je jünger die Frauen sind, umso umweltfreundlicher ist ihr Mobilitätsverhalten. Die 16- bis 24-jährigen Frauen sind auf 87 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß und dem Rad unterwegs, die 25- bis 34-Jährigen auf 79 Prozent ihrer Wege, die 35- bis 44-Jährigen auf 73 Prozent, die 45 bis 59-Jährigen auf 72 Prozent und die 50 bis 74-Jährigen auf 71 Prozent der Alltagswege.

In Summe legen die Wienerinnen mehr Alltagswege autofrei zurück als die Männer, berichtet der VCÖ. Während Frauen im Schnitt auf drei Viertel ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, sind es Wiens Männer nur bei zwei Drittel ihrer Alltagswege.

Die VCÖ-Analyse zeigt auch, dass bei den Jungen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen deutlich geringer sind als bei den 35- bis 59-Jährigen. Die 16- bis 24-Jährigen Frauen sind auf 87 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil, die 16- bis 24-Jährigen Männer bei 83 Prozent ihrer Alltagswege.

Anders bei den 35- bis 44-Jährigen: Während Frauen in dieser Altersgruppe zu 73 Prozent mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, sind die 35- bis 44-Jährigen Männer nur auf 57 Prozent ihrer Wege autofrei unterwegs. Bei der älteren Generation ist der Unterschied wieder geringer: 60- bis 74 jährige Frauen sind auf 71 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß und Rad unterwegs, die 60- bis 74-jährigen Männer auf 64 Prozent ihrer Alltagswege.

 

VCÖ: Frauen sind in Österreich häufiger autofrei unterwegs (Anteil der Verkehrsmittel an zurückgelegten Wegen bei Frauen, in Klammer Männer)

Gehen: 21 Prozent der Alltagserledigungen werden zu Fuß gemacht (14 Prozent)

Öffentlicher Verkehr: 18 Prozent (16 Prozent)

Radfahren: 6 Prozent (7 Prozent)

Pkw lenkend: 40 Prozent (54 Prozent)

Pkw mitfahrend: 15 Prozent (8 Prozent)

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

VCÖ: Frauen gehen mehr zu Fuß, fahren deutlich weniger Kilometer mit dem Auto (von Frauen in Österreich zurückgelegte Kilometer pro Werktag , in Klammer Männer )

Zu Fuß: 3,3 Millionen Kilometer pro Tag  (2,3 Millionen Kilometer)

Mit dem Fahrrad: 2,0 Mio. km pro Tag  (3,0 Mio. km)

Mit Öffentlichem Verkehr: 29,4 Mio. km pro Tag (33,8 Mio. km pro Tag )

Pkw lenkend: 57,6 Mio. km pro Tag (103,7 Mio. km  pro Tag )

Pkw mitfahrend: 27,1 Mio. km pro Tag (14,7  Mio. km  pro Tag )

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

VCÖ: Bei den  Jungen gibt es im Mobilitätsverhalten nur mehr geringe Unterschiede  zwischen Männern und Frauen (Anteil der mit Öffis, zu Fuß und Rad zurückgelegten Wegen bei Frauen, in Klammer Männer – Schnitt der  Jahre 2010 bis 2014)

16- bis 24- jährige Frauen: 87 Prozent (82 Prozent 16- bis 24-Jährige Männer)

25- bis 34- jährige Frauen: 79 Prozent (68 Prozent)

35- bis 44- jährige Frauen: 73 Prozent (57 Prozent)

45- bis 59- jährige Frauen: 72 Prozent (63 Prozent)

60- bis 74- jährige Frauen: 71 Prozent (65 Prozent)

Quelle: Stadt Wien, VCÖ 2017