VCÖ: Fehlende Kerosinsteuer kostete Österreich seit 2010 rund eine Milliarde Euro

VCÖ: Senkung der Flugabgabe fördert Klimasünder Flugverkehr zusätzlich

VCÖ (Wien, 21. November 2016) – Laut Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO belaufen sich die indirekten Subventionen für den Flugverkehr in Österreich auf mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr. Die von der Regierung geplante Senkung der Flugabgabe ist daher unverständlich, betont der VCÖ. Der Flugverkehr in Österreich verursachte im Vorjahr rund 2,2 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Im Gegensatz zu Autofahrern zahlen die Fluglinien keine Mineralölsteuer. Dieses Steuerprivileg führte für die Republik Österreich allein im Zeitraum 2010 bis 2015 zu einem Entgang von Steuereinnahmen in der Höhe von rund einer Milliarde Euro. 

Flugzeuge sind im Verkehrsmittelvergleich die größten Klimasünder. Allein das Verbrennen des im Jahr 2015 in Österreich getankten Flugtreibstoffs verursachte 2,2 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Das ist jene Menge, die 1,3 Millionen heimische Benzin-Pkw pro Jahr verursachen, verdeutlicht der VCÖ. Doch im Unterschied zu Benzin und Diesel ist Kerosin von der Mineralölsteuer befreit. „Dieses Privileg geht auf das Jahr 1944 zurück, als mit dem Chicagoer Abkommen die Steuerbefreiung vereinbart wurde, um den damals im Aufbau befindlichen Flugverkehr zu unterstützen. Heute ist der Flugverkehr der am stärksten wachsende Verkehrsträger. Das Steuerprivileg für Fluglinien ist völlig anachronistisch“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Um zumindest einen Teil der Steuerbegünstigung auszugleichen wurde in Österreich im Jahr 2010 die Flugticketabgabe eingeführt. Diese machte im Schnitt rund 100 Millionen Euro pro Jahr aus. Würde der Flugtreibstoff so besteuert werden wie Eurosuper, müssten die Fluglinien pro Jahr rund 300 Millionen Euro an Mineralölsteuer zahlen, macht der VCÖ aufmerksam. „Selbst wenn die Einnahmen aus der Flugabgabe berücksichtigt werden, hatte Österreich durch die Steuerbefreiung von Kerosin seit dem Jahr 2010 einen Einnahmenentfall von rund einer Milliarde Euro“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zusätzlich sind Flugtickets – im Gegensatz zu grenzüberschreitenden Bahn-Fahrkarten – von der Mehrwertsteuer befreit.

Allein im Zeitraum 2010 bis 2015 verursachte das vom Flugverkehr in Österreich getankte Kerosin rund 12,2 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 – das entspricht der Menge, die der gesamte Kfz-Personenverkehr Österreichs im Jahr 2014 verursachte. Zudem nimmt der Flugverkehr deutlich zu. Allein seit dem Jahr 2011 ist die Zahl der Flugpassagiere auf Österreichs Flughäfen von 25,8 auf 27,3 Millionen gestiegen.

Die von der Bundesregierung geplante Senkung der Flugabgabe würde den Klimasünder Flugverkehr zusätzlich fördern, was im krassen Widerspruch zum Klimaabkommen von Paris steht. „Im Verkehrsbereich ist insbesondere der große Klimasünder Flugverkehr in die Pflicht zu nehmen“, spricht sich VCÖ-Experte Gansterer  vehement gegen eine Senkung der Flugabgabe aus.

VCÖ: Österreich kommt Steuerbefreiung von Flugbenzin sehr teuer (Steuerentgang durch fehlende Besteuerung von Flugbenzin für die Jahre 2010 bis 2015)

Bei Kerosinsteuer von 0,482 Euro (wie Benzin):

Mögliche Einnahmen aus Kerosinsteuer: 1.536,5 Millionen Euro Abzüglich Einnahmen aus Flugticketabgabe: 490,6 Millionen Euro Steuerentgang durch fehlende Kerosinsteuer: 1.045,9 Millionen Euro

Quelle: BMF, VCÖ 2016

VCÖ: Hoher Verbrauch von Flugtreibstoff (In Österreich getankte Menge an Flugtreibstoff)

Jahr 2015: 868 Millionen Liter

Jahr 2014: 809 Millionen Liter

Jahr 2013: 810 Millionen Liter

Jahr 2012: 847 Millionen Liter

Jahr 2011: 872 Millionen Liter

Jahr 2010: 833 Millionen Liter

Quelle: FVMI, VCÖ 2016

VCÖ: Flugverkehr ist ein großer Klimasünder (durch in Österreich getankten Flugtreibstoff verursachte Treibhausgas-Emissionen)

Jahr 2015: 2,2 Millionen Tonnen

Jahr 2014: 2,0 Millionen Tonnen

Jahr 2013: 2,0 Millionen Tonnen

Jahr 2012: 2,1 Millionen Tonnen

Jahr 2011: 2,2 Millionen Tonnen

Jahr 2010: 2,1 Millionen Tonnen

Summe: 12,6 Millionen Tonnen

Quelle: VCÖ 2016

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