VCÖ: Endlich auch in Österreich Rauchverbot im Auto beschließen, wenn Kind mitfährt

VCÖ (Wien, 14. Oktober 2015) – Nach Großbritannien und Frankreich hat nun auch Italien ein Rauchverbot im Auto beschlossen, wenn ein Kind mitfährt. Der VCÖ spricht sich für diese Regelung auch in Österreich aus. Wird im Auto geraucht, ist die Belastung im Inneren extrem hoch. Atemwegserkrankungen können die Folge sein. Rauchen während des Autolenkens erhöht zudem das Unfallrisiko.

Italiens Regierung hat nun ein Rauchverbot im Auto beschlossen, wenn ein Kind oder eine Schwangere im Auto mitfährt. Das französische Parlament hat diese Regelung bereits im Juni beschlossen und seit 1. Oktober gilt in Großbritannien ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher unter 18 Jahren im Auto sitzt. „Diese Regelung ist auch für Österreich sinnvoll. Der Gesundheitsschutz der Kinder muss absoluten Vorrang haben“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Schon seit mehreren Jahren gilt in Griechenland und Zypern ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt.

Wird im Auto geraucht, ist die Schadstoffbelastung sogar höher als in Lokalen, wo geraucht wird. Die Schadstoffkonzentration ist auch bei geöffnetem Fenster hoch, wie eine Studie der Universität Aberdeen zeigt. Selbst bei eingeschalteter Lüftung und offenem Fenster betrug die Feinstaubkonzentration auf der Rückbank im Schnitt 85 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, maximal sogar 880. Die Belastung war am Rücksitz höher als vorne.

Gegenüber Kindern ist Rauchen im Auto besonders verantwortungslos. Kinder befinden sich im Wachstum, ihre Organe reagieren auf Schadstoffe sehr empfindlich. Bleibende Lungenschäden und Asthma können die Folge von Passivrauchen sein, macht der VCÖ aufmerksam. "Österreich sollte beim Gesundheitsschutz insbesondere von Kindern und Jugendlichen nicht zum Schlusslicht werden, sondern im Gegenteil eine Vorreiterrolle einnehmen", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Zudem weist der VCÖ darauf hin, dass Rauchen beim Autolenken auch das Unfallrisiko erhöht. Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass rauchende Autofahrer fast doppelt so häufig in Auffahrunfälle verwickelt sind wie Nichtraucher. Die Ablenkung beim Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, beim Anzünden und Rauchen der Zigarette kann dazu führen, dass Gefahren zu spät gesehen werden. Herunterfallende Asche erhöht zusätzlich das Unfallrisiko. Auch wenn Rauchen im Auto derzeit nicht verboten ist, kann es trotzdem sehr teuer werden. Kommt es zu einem Unfall infolge von Ablenkung etwa durch eine heruntergefallene Asche, dann zahlt die Versicherung nicht, informiert der VCÖ.

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