VCÖ: Bis zu einem Viertel des städtischen Wirtschaftsverkehrs auf Cargo-Bikes verlagerbar

VCÖ: Mikro-Depots und City-Hubs in Österreichs Städten einführen

VCÖ (Wien, 20. März 2017) – Laut einer Studie des deutschen Verkehrsministeriums können in Städten bis zu 23 Prozent der Fahrten des städtischen Wirtschaftsverkehrs auf Transportfahrräder, so genannte Cargo-Bikes verlagert werden, macht der VCÖ aufmerksam. International setzen immer mehr Städte auf Cycle-Logistics und forcieren Transportfahrräder. Der VCÖ fordert verstärkte Initiativen auch in Österreichs Städten. So sollen Mikro-Depots und City-Hubs die umweltfreundliche Feinverteilung von Waren ermöglichen.

Während in Kopenhagen bereits rund 40.000 Transportfahrräder von Unternehmen und privaten Haushalten genutzt werden, sind es in Österreich deutlich weniger. Der VCÖ schätzt, dass es derzeit hierzulande rund 2.000 Transportfahrräder gibt – Tendenz stark steigend. „Das Potenzial der Cargo-Bikes wird in Österreich noch stark unterschätzt. Zu Unrecht, so hat eine Studie des deutschen Verkehrsministeriums ergeben, dass in Städten bis zu 23 Prozent der Kfz-Fahrten des Wirtschaftsverkehrs auf Transportfahrräder verlagert werden können“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Der VCÖ weist auf den zunehmenden Lieferverkehr infolge des boomenden Online-Handels hin. In Deutschland setzen auch schon die großen Zustelldienste wie UPS und DHL Transportfahrräder als Teil ihres Fuhrparks ein. Im städtischen Lieferverkehr sind Transportfahrräder flexibler, stehen nicht im Stau und sie halten Lieferzonen und Parkplätze frei. Auch für die Luftqualität ist das Ersetzen von Kfz-Zustellfahrten durch Transportfahrräder positiv, Stickoxid- und Feinstaubemissionen können damit reduziert werden. Zudem verbessert sich die Klimabilanz: Für deutsche Städte bezifferte die Studie des Verkehrsministeriums ein Reduktionspotenzial der klimaschädlichen CO2-Emissionen von bis zu 700.000 Tonnen pro Jahr.

Die meisten Cargo-Bikes haben eine Transportkapazität von rund 100 Kilogramm, dreirädige Cargo-Bikes können auch mehr transportieren. Für schwere Transporte werden Cargo-Bikes, die von einem E-Motor unterstützt werden, eingesetzt. Ideal sind Distanzen bis fünf Kilometer. „Um die Potenziale der Fahrradlogistik auszuschöpfen, setzen in Europa zunehmend mehr Städte auf so genannte Mikro-Hubs bzw. Mikro-Depots. Die Ware wird mit Lkw zum Depot transportiert, mit Transportfahrrädern erfolgt die Feinverteilung“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer. Beispiele dafür gibt es unter anderem in Amsterdam, im spanischen San Sebastian und in Hamburg. In Berlin sind Mikro-Depots geplant. Cambridge berücksichtigt die Warenlieferung mit Transportfahrrädern in den städtischen Ausschreibungen.

Der VCÖ betont, dass das Konzept der Mikro-Depots auch für Österreichs Städte geeignet ist. „Am Weg, den urbanen Gütertransport auf Klimakurs zu bringen, sind Mikro-Depots und die Forcierung von Transportfahrrädern ein wichtiger Schritt“, spricht sich VCÖ-Experte Gansterer für die Einführung von Mikro-Depots in Österreichs größeren Städten aus.

Transportfahrräder sind aber nicht nur für den Wirtschaftsverkehr gut geeignet. In Kopenhagen hat bereits jede 4. Familie mit Kindern ein Transportfahrrad, auch in Österreich sind Familienfahrräder zunehmend häufiger zu sehen.

Mehr Informationen zu Transportfahrrädern auf www.vcoe.at