VCÖ: Bereits fast jeder 4. Neuwagen in Österreich ist ein SUV

VCÖ (Wien, 11. Dezember 2015) – 23 von 100 neuzugelassenen Pkw waren heuer ein SUV oder Geländewagen, macht der VCÖ aufmerksam. Am höchsten ist der SUV-Anteil in Kärnten und im Burgenland. Sowohl für den Klimaschutz als auch für die Luftqualität ist der SUV-Boom unerfreulich, betont der VCÖ. Drei Viertel der SUV und Geländewagen fahren mit Diesel. Dieselabgase enthalten mehr gesundheitsschädliche Stickoxid-Emissionen. Zudem sind laut deutschem CAR-Institut der Spritverbrauch von SUV und damit auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen im Schnitt um ein Viertel höher als von vergleichbaren Modellen.

In den ersten elf Monaten wurden in Österreich bereits rund 64.500 SUV und Geländewagen neu zugelassen, das sind um 10 Prozent mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Gegenüber Jänner bis November 2010 nahm die Zahl der SUV um 57 Prozent zu, berichtet der VCÖ. Im Bundesländer-Vergleich weisen Kärnten und das Burgenland mit fast 26 Prozent den höchsten SUV-Anteil auf. In Wien ist der Anteil am niedrigsten. Aber auch in der Bundeshauptstadt sind bereits 21 von 100 Neuwagen ein SUV oder Geländewagen.

„Für die Luftqualität ist der SUV-Boom alles andere als erfreulich. Denn drei von vier dieser Fahrzeuge fahren mit Diesel. Und Dieselabgase enthalten besonders viele gesundheitsschädliche Stickoxide“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Besonders Stickstoffdioxid ist laut Medizinern sehr schädlich für die Atemwege und die Lunge. Auch Herzerkrankungen können die Folge von zu hoher Stickstoffdioxid-Belastung sein. Zusätzlich verursachen viele Diesel-Fahrzeuge beim Fahren auf der Straße deutlich mehr Stickoxid-Emissionen als am Papier steht. So wurde bei Messungen des deutschen ADAC der am Papier angegebene Stickoxid-Wert von drei Viertel der getesteten EURO6-Modelle um bis zu das 14-Fache überschritten. Bei Messungen des Forschungsinstituts ICCT bei 15 EURO6-Dieselmodellen waren die Stickoxid-Werte im Schnitt sieben Mal (!) so hoch wie der Labor-Grenzwert vorschreibt.

Der SUV-Boom ist auch für den Klimaschutz negativ. Laut deutschem CAR-Institut verbrauchen SUV um ein Viertel mehr Sprit als vergleichbare Modelle und verursachen damit auch um ein Viertel mehr CO2-Emissionen. Das betrifft auch kleinere SUV-Modelle, die gegenüber vergleichbaren Modellen mehr Sprit verbrauchen. „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch bremsen kann. Jeder Sektor hat die Verantwortung, im Interesse der zukünftigen Generationen das Mögliche zu tun, um die tatsächlichen Treibhausgas-Emissionen deutlich zu verringern. Angebot und Werbung bestimmen wesentlich das Kaufverhalten. Eine entsprechend zentrale Rolle hat daher die Autoindustrie bei der Klimabilanz der Fahrzeugflotte“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Der VCÖ weist darauf hin, dass die massive Verringerung des realen Spritverbrauchs von Fahrzeugen ein Jobmotor auch für die europäische Autoindustrie wäre. So zeigt eine Studie von Cambridge Econometrics, dass in Europa bis zum Jahr 2030 zusätzlich bis zu einer Million Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden können, wenn der Treibstoffverbrauch durch den verstärkten Einsatz von E-Fahrzeugen stark verringert wird. „Umso wichtiger ist es, dass die EU niedrigere CO2-Grenzwerte für die Neuwagenflotten beschließt“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Neben der Verantwortung der Hersteller kann auch jeder und jede Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Tipps für eine klimafreundliche Mobilität hat der VCÖ auf www.vcoe.at zusammengestellt.

 

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (01) 8932697, (0699)18932695

 

VCÖ: Bereits fast jeder 4 Neuwagen in Österreich ist ein SUV (Anteil der SUV und Geländewagen an Pkw-Neuzulassungen 1.1.-30.11.2015 (in Klammer 1.1.-30.11.2014 / 1.1. bis 30.11. 2010))

 

Österreich: 22,6 Prozent ( 20,5 Prozent / 13,3 Prozent)

Kärnten: 25,9 Prozent (23,9 Prozent / 16,1 Prozent)

Burgenland: 25,7 Prozent (22,3 Prozent / 14,4 Prozent)

Tirol  25,6 Prozent (23,6 Prozent / 17,9 Prozent)

Steiermark: 24,3 Prozent (22,6 Prozent / 13,1 Prozent)

Salzburg: 23,5 Prozent (20,8 Prozent / 15,4 Prozent)

Vorarlberg: 22,6 Prozent (20,6 Prozent / 14,9 Prozent)

Niederösterreich: 21,3 Prozent (19,5 Prozent / 12,9 Prozent)

Oberösterreich: 21,2 Prozent (18,7 Prozent / 12,2 Prozent)

Wien: 20,9 Prozent (19,2 Prozent / 11,0 Prozent)

Quelle: Datafact, VCÖ 2015

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