VCÖ: Einführung von E-Auto-Quote für Autohersteller

VCÖ: Je niedriger CO2-Emissionen der Neuwagen, umso leichter sind Klimaziele erreichbar

VCÖ (Wien, 7. August 2017) – Eine E-Auto-Quote für Autohersteller wäre ein wirksames Instrument, um die notwendige Energiewende im Verkehr zu beschleunigen. Im Vorjahr waren in der EU nur 0,4 Prozent der Neuwagen E-Autos, in Österreich war der Anteil mit 1,2 Prozent immerhin dreimal so hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Bis zum Jahr 2050 muss der Verkehrssektor vom Erdöl unabhängig sein, um das Klimaziel von Paris zu erreichen. Neben der Elektrifizierung des Kfz-Verkehrs ist auch eine stärkere Verlagerung von Autofahrten auf den energieeffizienteren Öffentlichen Verkehr sowie auf den Radverkehr nötig.

„Die Energiewende im Verkehr geht derzeit zu langsam voran. Es braucht zusätzliche Instrumente, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Dabei sind endlich auch die Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Je emissionsärmer die Neuwagen sind, die die Hersteller auf den Markt bringen, umso leichter sind die Klimaziele zu erreichen“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer zur Diskussion über eine E-Auto-Quote für Autohersteller fest.

Eine Quote würde dazu führen, dass die Hersteller mehr E-Autos auf den Markt bringen. Damit wird das Angebot größer, der Wettbewerb steigt und die Verkaufspreise sinken. Im Vorjahr waren EU-weit nur 0,4 Prozent der Neuzulassungen E-Autos, Österreich hatte mit 1,2 Prozent den EU-weit höchsten Anteil. Die Erdölabhängigkeit des Kfz-Verkehrs ist aber auch in Österreich sehr hoch: 92 Prozent der Energie für den Kfz-Verkehr stammen aus Erdöl, berichtet der VCÖ. Ende Juni waren 11.860 der 4,87 Millionen Pkw reine Elektro-Autos. Die Anzahl der neuzugelassenen E-Pkw ist heuer im 1. Halbjahr um ein Drittel auf 2.679 gestiegen.

Betrachtet man die Gesamtbilanz der Fahrzeuge (inklusive der Herstellung der Kraftstoffe) dann verbraucht ein Diesel-Pkw laut Umweltbundesamt pro Personenkilometer zweieinhalb Mal so viel Energie wie ein E-Pkw. Die CO2-Bilanz der E-Fahrzeuge hängt von der Stromerzeugung ab. Kommt der Strom für E-Autos aus erneuerbarer Energie, dann verursachen Diesel-Pkw pro Personenkilometer rund neun Mal so viel klimaschädliches CO2. Zudem verursachen E-Pkw beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Stickoxide oder andere Schadstoffe, wodurch die Luftverschmutzung in den Ballungsräumen verringert wird.

„Um die Energie- und Umweltziele zu erreichen, reicht es aber bei weitem nicht aus, bei den Pkw einfach den Motor zu wechseln. Der Energieverbrauch des Verkehrs wäre dann nach wie vor zu hoch. Es sind mehr Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel und Radfahren zu verlagern“, so VCÖ-Experte Gansterer. Dafür braucht es in Österreich ein dichteres Bahnnetz nach Schweizer Vorbild sowie häufigere öffentliche Verkehrsverbindungen. Um den hohen Anteil der kurzen Autofahrten zu verringern - 40 Prozent sind kürzer als fünf Kilometer, 60 Prozent kürzer als zehn Kilometer -  ist die Radinfrastruktur in Österreich stark auszubauen. In den Ballungsräumen erleichtern direkte und kreuzungsfreie Radschnellwege vom Umland in die Stadt den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad.