VCÖ: Acht von zehn Kindern kommen mit Öffis, zu Fuß oder mit Rad zur Schule

VCÖ: Verkehrschaos vor Schulen mit Schulstraßen nach Südtiroler Vorbild verhindern

VCÖ (Wien, 4. September 2017) – Schulstart in Ostösterreich. Der VCÖ weist darauf hin, dass acht von zehn Kindern umweltfreundlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Jedes fünfte sechs- bis 14-Jährige Kind wird mit dem Auto zur Schule gebracht. Vor vielen Schulen gibt es ein regelrechtes Verkehrschaos. Der VCÖ spricht sich für Schulstraßen nach Südtiroler Vorbild aus. Eine Viertel- bis halbe Stunde vor Schulbeginn dürfen in diesen Straßen keine Autos fahren.

Rund 36.500 Kinder legen heute als „Taferklassler“ das erste Mal ihren Schulweg zurück. Insgesamt startet heute für rund 450.000 Kinder und Jugendliche in Wien, Niederösterreich und Burgenland das neue Schuljahr. In Österreich wohnt jedes vierte Kind höchstes einen Kilometer von seiner Schule entfernt, weist der VCÖ auf Daten des Verkehrsministeriums hin. Weitere 21 Prozent der 6- bis 14-Jährigen haben einen Schulweg von einen bis zweieinhalb Kilometern, 15 Prozent der Kinder wohnen mehr als zehn Kilometer von ihrer Schule entfernt.

Acht von zehn Kindern kommen in Österreich umweltfreundlich zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad zur Schule, macht der VCÖ aufmerksam. Jedes 5. Kind wird mit dem Auto zur Schule gebracht. Vor vielen Schulen herrscht vor Schulbeginn ein regelrechtes Verkehrschaos.

„Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule chauffieren, tun auch ihrem eigenen Kind nichts Gutes. Zum einen ist der Schulweg die Chance auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen. Zudem ermöglicht der Schulweg dem Kind, in einem gesicherten Umfeld wichtige Kompetenzen im Straßenverkehr zu erlangen. Kinder sind dann auch in der Freizeit sicherer unterwegs“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Durch Schülerlotsen, erhöhte Aufmerksamkeit und zahlreiche Maßnahmen ist die Verkehrssicherheit am Schulweg deutlich höher als auf Freizeitwegen.

In Südtirol gibt es Schulstraßen, die eine Viertel- bis halbe Stunde vor und nach dem Unterricht für den Autoverkehr gesperrt sind. Dadurch hat sich die Situation auf den Schulwegen für die Kinder deutlich verbessert. Dieses Modell wäre auch für viele Schulen in Österreich sinnvoll, betont der VCÖ. Auch Halteverbote im Schulumfeld tragen zur verbesserten Verkehrssituation bei.

Schon heute versuchen viele Schulen auch durch Bewusstseinsarbeit die Verkehrssicherheit der Kinder zu erhöhen. Ein Beispiel ist dafür ist der so genannte Pedibus, bei dem Kinder gemeinsam zu Fuß zur Schule gehen, entweder in Begleitung von älteren Schülerinnen und Schüler oder von Erwachsenen. 

Das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel für den Schulweg ist in Österreich übrigens der Öffentliche Verkehr. 45 Prozent der 6- bis 14-Jährigen kommen mit Schulbus, Bahn oder städtischen Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule, berichtet der VCÖ. In Wien fahren bei den 11- bis 14-Jährigen sogar sechs von zehn mit Öffis zur Schule. Jedes dritte Kind legt den gesamten Schulweg bewegungsaktiv zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen in den Gemeinden und Städten für ein kindgerechtes Verkehrssystem. Wesentlich dafür sind unter anderem mehr Verkehrsberuhigung, übersichtliche Straßenübergänge und durchgängige, ausreichend breite Gehwege.

VCÖ: Acht von zehn Kindern kommen umweltfreundlich zur Schule (Wie 6 bis 14-Jährige zur Schule kommen)
Mit Öffentlichem Verkehr: 45 Prozent
Zu Fuß: 27 Prozent
Auto mitfahrend: 21 Prozent
Fahrrad: 6 Prozent

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

VCÖ: Jedes zweite Kind hat weniger als zweieinhalb Kilometer zur Schule (Wie lange Schulwege der 6- bis 14-Jährigen sind)
Kürzer als 500 Meter: 13 Prozent
500 bis 1.000 Meter: 14 Prozent
1 bis 2,5 Kilometer: 21 Prozent
2,5 bis 5 Kilometer: 20 Prozent
5 bis 10 Kilometer: 17 Prozent
10 bis 20 Kilometer: 10 Prozent
20 bis 50 Kilometer: 5 Prozent

Quelle: bmvit, VCÖ 2017

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