VCÖ begrüßt EU-Vorschlag für CO2-Grenzwert für Lkw: „Ein längst überfälliger Schritt“

VCÖ: Für Transitland Österreich weitere Reduktion der Grenzwerte zentral

VCÖ (Wien, 17. Mai 2018) –  Der VCÖ begrüßt die heute von der EU-Kommission vorgestellten CO2-Grenzwerte für Lkw als längst überfälligen Schritt. Als Wermutstropfen sieht der VCÖ, dass die vorgeschlagene Reduktion der CO2-Emissionen niedriger ausgefallen ist, als erwartet. Zuletzt haben auch große Unternehmen wie IKEA, Unilever und Nestle in einem offenen Brief eine stärkere Reduktion des Spritverbrauchs und der CO2-Emissionen von Lkw gefordert. Für das Transitland Österreich sind emissionsärmere Lkw besonders wichtig.

„Es ist erfreulich, dass nach den Pkw endlich auch für Lkw CO2-Grenzwerte eingeführt werden. Leider ist der Vorschlag der Kommission aber hinter den Erwartungen geblieben“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht eine Reduktion der CO2-Emissionen der neuen Lkw um 15 Prozent bis zum Jahr 2025 vor. Große Unternehmen, wie IKEA, Unilever und Nestle haben zuletzt in einem offenen Brief an die EU-Kommission eine Reduktion um 24 Prozent gefordert. Ein niedriger CO2-Grenzwert bedeutet einen niedrigeren Spritverbrauch und ist damit sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht vernünftig.

Der VCÖ weist darauf hin, dass gerade für das Transitland Österreich die Reduktion der von Lkw verursachten Emissionen sehr wichtig ist. Seit dem Jahr 1990 haben sich in Österreich die vom Straßengüterverkehr verursachten CO2-Emissionen von 4,2 Millionen Tonnen auf 9,5 Millionen Tonnen im Jahr 2015 mehr als verdoppelt. In den vergangenen zwei Jahren hat der Lkw-Verkehr in Österreich sowie die von Lkw getankte Treibstoffmenge weiter zugenommen und damit auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen.

„Damit Österreich seine Klimaziele erreichen kann, muss stärker als bisher beim Güterverkehr angesetzt werden. Der Lkw-Verkehr ist zu reduzieren. Dass beispielsweise Lebensmittel oder Tiere tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden, verursacht nicht nur viele Emissionen, sondern schadet auch Österreichs regionalen Herstellern. Umso wichtiger ist eine Mindestmaut für Lkw auf EU-Ebene“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.