Diesel-Schadstoffe und MÖSt

Es geht um die Gesundheit: Das Dieselprivileg ist nicht zu rechtfertigen

Paris und Madrid planen Maßnahmen, um Diesel-Fahrzeuge aus ihren Innenstädten zu verbannen, auch London wird zur Luftreinhaltung noch strengere Schritte im Verkehr setzen. In Deutschland können ältere Diesel-Pkw de facto in keine größere Stadt mehr einfahren, aktuell gibt es dort 54, teils städteübergreifende Umweltzonen. In 53 davon sind nur Fahrzeuge mit grüner Plakette zulässig, die Einführung einer noch strengeren "blauen Plakette" wird diskutiert. In Österreich gibt es keine einzige Umweltzone für Pkw.

Hingegen besteht in Österreich - anders als beispielsweise in der Schweiz - mit der niedrigeren Mineralölsteuer auf Diesel-Treibstoff ein Fehlanreiz, sich ein Fahrzeug mit höherem Schadstoffausstoß zuzulegen.
Zum Schutz der menschlichen Gesundheit führt kein Weg daran vorbei, das Steuerprivileg für Diesel rückgängig zu machen.

Infrastrukturkosten der öffentlichen Hand und externe Kosten des Kfz-Verkehrs für die Allgemeinheit (vor allem durch Unfälle, Lärm, Luftschadstoffe) machen mit 15,6 Milliarden Euro pro Jahr fast das Doppelte der Einnahmen aus verkehrsspezifischen Abgaben, Steuern und Mauten aus.

Nachfolgend finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Schadstoffausstoß von Pkw sowie zentrale Daten zu den Themen Diesel und Mineralölsteuer.

ICCT: Neue Diesel-Pkw stoßen im Schnitt doppelt so viele Stickoxide aus wie neue Lkw

Eine aktuelle ICCT-Studie zeigt, dass neue Diesel-Pkw der Abgasklasse EURO 6 beim Fahren auf der Straße im Schnitt doppelt so viele Stickoxide ausstoßen wie moderne Lkw.
Der NOx-Grenzwert für neue Diesel-Pkw beträgt 80 Milligramm pro Kilometer, tatsächlich verschmutzen sie beim Fahren auf der Straße die Luft mit im Schnitt sechs Mal so hohen Stickoxidmengen.

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Zahl der Neuzulassungen von Diesel-Pkw ist wieder gestiegen

In Österreich wurden im Vorjahr erneut deutlich mehr Diesel-Pkw (188.820) als Benziner (131.756) neu zugelassen. Wie die folgende Grafik zeigt, ist dies erst seit Mitte der 90er-Jahre der Fall, seit entschieden wurde, auf Diesel weniger Mineralölsteuer einzuheben als auf Benzin.

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Spritverbrauch bereits um 42 Prozent höher als Hersteller angeben!

Ein neuer Bericht zeigt, dass je nach Hersteller der Spritverbrauch von Pkw im Schnitt zwischen 35 und 54 Prozent höher ist als laut Normverbrauchstest. Seit dem Jahr 2006 hat sich die Differenz zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch von durchschnittlich 14 auf 42 Prozent verdreifacht. In Österreich bedeutet ein Mehrverbrauch von fast zwei Litern pro 100 Kilometer fast 300 Euro pro Jahr an zusätzlichen Spritkosten.

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Günstiger Sprit und deutlich mehr Verkehr im Jahr 2016

Mit täglich fast 160.000 Kfz wurden auf der A23 bei St. Marx die meisten Pkw und Kleintransporter (unter 3,5 Tonnen) gezählt. Das sind 16 Mal so viele Pkw wie dort Lkw unterwegs sind.
Der Pkw-Verkehr auf den Autobahnen und Schnellstraßen hat in Österreich im Jahr 2016 im Schnitt um rund 2,7 Prozent zugenommen. Ein wesentlicher Grund dafür waren die gesunkenen Spritpreise im Jahr 2016.

Im vierten Jahr in Folge sind die Spritpreise 2016 in Österreich gesunken, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Jahr 2012 kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,41 Euro, im Jahr 2016 betrug der Jahresdurchschnittspreis rund 1,03 Euro. Damit war Diesel im Jahr 2016 um 38 Cent beziehungsweise um 27 Prozent billiger als im Jahr 2012.

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Zahlen, die für die Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel sprechen

Die Mineralölsteuer wurde in Österreich seit dem Jahr 2011 nicht erhöht. Die Spritpreise sind heute deutlich niedriger als noch im Jahr 2012. Aber das sind nicht die zentralen Gründe, die für eine Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Diesel sprechen. Es geht um die gesundheitlichen Folgen durch den hohen Anteil an Diesel-Pkw in Österreich.

Die niedrigere Mineralölsteuer für einen Treibstoff ist ein Fehlanreiz, der dazu geführt hat, dass Österreich einen der höchsten Anteile an Diesel-Pkw auf den Straßen. Die Folge sind große Probleme mit Luftschadstoffen, vor allem in den Städten.

Zentrale Daten rund um Mineralölsteuer und Diesel finden Sie hier

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