Fragen und Antworten zum Thema Feinstaub

Was ist überhaupt Feinstaub?

Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub. PM10 sind Partikel, deren Durchmesser kleiner als 10 μm (Mikrometer) ist. PM2,5 sind Partikeln, deren Durchmesser kleiner als 2,5 μ m sind. Ultrafeinstaub sind Partikel, deren Durchmesser kleiner als 0,1 μm ist (PM0,1).

Was ist das Problem mit der aktuellen Messmethode?

Bei der aktuellen Messmethode wird das Gewicht gemessen, gesundheitlich relevant ist aber die Zahl der Partikelteilchen. Tausende Kleinstpartikel können dasselbe Gewicht haben wie ein großes Feinstaubkorn. Während grobkörniger Feinstaub in der Nase „hängen“ bleibt, dringen die Kleinstteile bis in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf vor. Der besonders schädliche Dieselruß, der von der WHO als krebserregend eingestuft wird, enthält viele Ultrafeinstaubpartikel.

Was ist beim Feinstaub aus Gesundheitssicht schädlich?

Gesundheitlich relevant ist nicht das Gewicht, sondern die Partikelanzahl und die Oberfläche der Partikel. Je mehr Oberfläche vorhanden ist, desto schädlicher sind die Feinstaubpartikel für die Gesundheit.

Je kleiner die Staubpartikel sind, desto gefährlicher sind sie für den Menschen. Ultrafeine Dieselruß-Partikel haben einen Durchmesser von 0,1 Mikrometer. Diese Partikel gelangen tief in Lunge und Blutbahn.

Welche Gesundheitsfolgen hat Feinstaub?

Wird Feinstaub eingeatmet, ist zuallererst die Lunge betroffen, wodurch es zum Entstehen von Lungenerkrankungen kommen kann – bestehende Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD können sich durch Feinstaub verschlimmern. Ultrafeine Partikel aus Auspuffgasen und anderen Verbrennungsprozessen können jedoch in der Lunge Entzündungsreaktionen, Krebs und Asthma hervorrufen, die daraufhin den Gesamtorganismus beeinträchtigen. Die ultrafeinen Partikel unter 0,1 Mikrometer (PM0,1) können in den Blutkreislauf eindringen und werden dann in verschiedene Organe verteilt, wo sie chronische Mikroentzündungen verursachen können. Diese winzigen Entzündungsherde setzen "Kettenreaktionen" in Gang, welche Herzinfarkt, Zuckerkrankheit und andere Leiden begünstigen und in verschiedenen Organen Krebs entstehen lassen oder begünstigen können. Auf der Oberfläche können die winzigen Partikel Metallionen und krebserzeugende Substanzen in den Organismus einschleusen, was ihre schädliche Wirkung noch vergrößert.

Das gesundheitliche Risiko durch Feinstaub steigt proportional zur Belastung des Menschen. Im Besonderen gilt das für die kleinsten Partikel - Ultrafeinstaub unter 0,1 µm (PM0,1). Kinder, ältere Menschen und Personen mit Herzkrankheiten oder Diabetes sind von den Auswirkungen ultrafeiner Partikel besonders betroffen.

Ist Feinstaub unschädlich, wenn Belastung unter dem Grenzwert liegt?

Jede Reduktion von Feinstaubbelastung trägt zu Verbesserung der Luft bei, allerdings gibt es kein Grenzwert worunter Feinstaub PM2,5  und kleiner unschädlich ist. Das heißt, auch wenn die in der EU geltenden Grenzwerte nicht überschritten werden, ist Ultrafeinstaub in die Luft trotzdem gesundheitsschädlich. Besonders die Kleinstpartikel PM 2,5. Der seit dem Jahr 2008 in der EU geltende Grenzwert liegt bei 25 Mikrogramm (PM2,5) pro Kubikmeter Luft- die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Grenzwert von zehn Mikrogramm.

Welche Verursacher von Feinstaub gibt es?

In Mitteleuropa stammt ein wesentlicher Anteil des Feinstaubs aus den Emissionen von Dieselmotoren. Durch die niedrigeren Dieselpreise wurde ein Dieselboom ausgelöst. Zudem stoßen Benzin-Pkw, die eine Direkteinspritzung habe, eine hohe Anzahl an Feinstaubpartikel aus.

Weiters verursacht der Kfz-Verkehr durch Aufwirbeln des Straßenstaubs sowie durch Brems-und Reifenabrieb Feinstaub.

Daneben stellen auch Schornsteine von Industrieanlagen und Kraftwerken, Heizanlagen in Haushalten sowie die Landwirtschaft Feinstaubquellen dar. Während die gesundheitsschädlichen Kleinstpartikel vor allem vor Ort, lokal entstehen, kann grobkörniger Feinstaub auch aus anderen Regionen verfrachtet werden.

Warum ist der Feinstaub aus Abgasen schädlicher als der aufgewirbelte Straßen-Feinstaub?

Beim Feinstaub aus Abgasen handelt es sich um Dieselruß, der aus den schädlichen Kleinstpartikeln besteht. Die ultrafeinen Partikel können in den Blutkreislauf eindringen, chronische Mikroentzündungen verursachen und Herzinfarkt, Zuckerkrankheit und andere Leiden begünstigen sowie Krebs verursachen. Dieselruß ist von der Weltgesundheitsorganisation  als krebserregend eingestuft geworden.

Was ist der Unterschied zwischen Emission und Immission?

Die Emission misst das Gewicht der ausgestoßenen Schadstoffmenge, unabhängig davon, ob in einem unbewohnten Gebiet oder in dichtbesiedelten Städten. Immission misst, wie viele Schadstoffe in der Luft enthalten sind - also in unserer Atemluft. Und das ist aus Gesundheitssicht entscheidend.

Es gibt aktuell bereits Fahrverbote für Lkw – sind alle Lkw davon betroffen?

Die Fahrverbote für Lkw richten sich nur an bestimmte EURO-Klassen und an unterschiedliche Gewichtskategorien. So sind aktuell in Wien nur Fahrzeuge die als Lkw (N1, N2 und N3) zugelassen sind und die Altersklasse EURO2 und schlechter haben betroffen. In Oberösterreich ist dafür nur Fahrzeuge der Gewichtskategorie N2 und N3 der EURO-Klasse 2 und schlechter betroffen und somit nicht die Kleintransporter.

 

Welche Pkw haben bei den Abgasen hohe Feinstaub-Emissionen?

Die höchsten Feinstaub-Emissionen weisen Diesel-Pkw ohne Partikelfilter sowie Benzin-Pkw mit Direkteinspritzung auf.

Wenn Diesel-Pkw Feinstaubfilter hat, ist dann das Abgasproblem gelöst?

Nein, Diesel-Pkw weisen trotzdem hohe Stickoxid-Emissionen auf. Wie beim Abgasskandal aufgedeckt wurde, ist der Ausstoß von Stickoxiden beim Fahren um ein Vielfaches höher als bei Messungen im Labor ermittelt wird.

Umweltzonen: Wirken diese überhaupt?

Bei der Umweltzone handelt es sich um ein Gebiet, in dem nur Fahrzeuge, die bestimmte Abgasstandards einhalten, fahren dürfen. Das Ziel einer Umweltzone besteht darin, die Fahrzeugflotte zu modernisieren, so dass weniger Stickoxide und Dieselruß in die Atemluft gelangen. Eine Umweltzone dient dem Schutz der Gesundheit. In Berlin betrug der Anteil des Straßenverkehrs  an der Feinstaubbelastung 40% und an der Stickstoffoxidbelastung 80 Prozent.

Durch die Einführung der Umweltzone konnte der Ausstoß des krebserregenden Dieselrußes gegenüber der angenommenen Trendentwicklung ohne Umweltzone mehr als halbiert werden – der Ausstoß von Stickoxid sank um 20 Prozent.

In welchen Städten Europas wurden Fahrverbote für Diesel-Pkw beschlossen oder sind in Diskussion?

In Deutschland gibt es bereits 54 Umweltzonen: http://gis.uba.de/website/umweltzonen/umweltzonen.php  

In Diskussion sind Fahrverbote von Diesel-Pkw sowie die Einführung weiterer Umweltzonen unter anderem in Athen, Brüssel, Düsseldorf,  London, Madrid, München, Oslo, Paris und Stuttgart.