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VCÖ: CO2-Emissionen des Verkehrs steigen in Tirol am stärksten, geringste Zunahme in Vorarlberg

Ausgabe: 2009-147 vom 01.12.2009

Klimaschutz scheitert am Verkehr

VCÖ fordert Bahn-Offensive und CO2-Steuer

Die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs in Tirol sind gegenüber dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2007 um rund 83 Prozent gestiegen. Tirol verzeichnet damit den stärksten Anstieg unter allen Bundesländern, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Pro Person und Jahr verursacht der Verkehr in Tirol rund vier Tonnen CO2 – ebenfalls der höchste Wert in Österreich. Die niedrigste Zunahme weist Vorarlberg mit rund 39 Prozent auf. Pro Kopf verursacht der Verkehr in Vorarlberg mit 1,9 Tonnen die wenigsten Emissionen. Der VCÖ warnt davor, zur Erreichung der Klimaziele allein auf Biotreibstoffe zu setzen. Der VCÖ spricht sich für eine Offensive für den Öffentlichen Verkehr sowie die rasche Einführung einer CO2-Steuer aus.

Die Emissionen des Verkehrs entwickeln sich in Österreichs Bundesländern sehr unterschiedlich, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung auf Basis von Daten des Umweltbundesamtes zeigt. Mit einem Plus von 83 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 weist Tirol den stärksten Anstieg bei den Emissionen bis zum Jahr 2007 auf. Knapp dahinter liegt das Burgenland mit plus 82 Prozent, an dritter Stelle des Negativ-Rankings liegt Niederösterreich mit 78 Prozent.

Die geringste Zunahme bei den CO2-Emissionen weisen Vorarlberg, die Steiermark und Salzburg auf. „In diesen Bundesländern wurde in den vergangenen Jahren viel in den Öffentlichen Verkehr investiert, das macht sich auch in der CO2-Bilanz bemerkbar“, betont VCÖ-Experte DI Martin Blum. Weiteres Ergebnis der VCÖ-Untersuchung: Pro Kopf verursacht der Verkehr in Vorarlberg mit 1,9 Tonnen die wenigsten CO2-Emissionen, knapp dahinter liegt Wien mit 2,2 Tonnen pro Person. Die meisten Emissionen verursacht der Verkehr in Tirol – mit rund vier Tonnen pro Kopf.

Die Ursache für die schlechte CO2-Bilanz Tirols liegt vor allem im Lkw-Transit. Viele Lkw, die über die Schweiz einen kürzeren Weg wählen könnten, weichen über Österreich aus. „Das Fehlen einer flächendeckenden Lkw-Maut und der billige Diesel machen Österreich und vor allem Tirol zu einer beliebten Transitroute. Die Gesundheit der Anrainer wird dabei durch Abgase und Lärm des Lkw-Transits stark gefährdet“,  macht VCÖ-Experte Blum aufmerksam.

„Es sind in Österreich rasche Maßnahmen notwendig, die zu einer Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und zu mehr Energieeffizienz im Verkehr führen“, betont VCÖ-Experte Blum. Der VCÖ warnt davor, zur Erreichung der Klimaziele allein auf so genannte Biotreibstoffe zu setzen, da für deren Herstellung ausreichende Nachhaltigkeitskriterien fehlen. Der VCÖ fordert eine schnelle Einführung einer CO2-Steuer auf Treibstoffe sowie eine Offensivstrategie für den Öffentlichen Verkehr.

VCÖ: CO2-Emissionen des Verkehrs nehmen in Tirol am stärksten zu (Zunahme der CO2-Äquivalente zwischen den Jahren 1990 und 2007)
Tirol: 83,4 Prozent
Burgenland: 82,3 Prozent
Niederösterreich: 77,8 Prozent
Oberösterreich: 77,4 Prozent
Kärnten: 77,2 Prozent
Wien: 74 Prozent
Salzburg: 72,6 Prozent
Steiermark: 51,4 Prozent
Vorarlberg: 39,2 Prozent

Österreich: 72,6 Prozent

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2009

VCÖ: Emissionen pro Kopf in Tirol am höchsten (CO2-Emissionen pro Person und Jahr)
Tirol: 3,97 Tonnen
Kärnten: 3,33 Tonnen
Salzburg: 3,30 Tonnen
Niederösterreich: 3,29 Tonnen
Oberösterreich: 3,27 Tonnen
Burgenland: 2,95 Tonnen
Steiermark: 2,32 Tonnen
Wien: 2,17 Tonnnen
Vorarlberg: 1,91 Tonnen

Österreich: 2,91 Tonnen

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2009

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