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VCÖ: Carsharing gewinnt an Bedeutung – für rund 100.000 Österreicher interessant

Ausgabe: 2008-113 vom 22.08.2008

Carsharing rechnet sich unter 12.000 Pkw-Kilometer pro Jahr!

Die gestiegenen Spritpreise machen Carsharing interessant.

Eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt, dass derzeit in Österreich rund 16.000 Personen Carsharing nutzen. In der Schweiz gibt es fünfmal so viele Carsharer. Die VCÖ-Studie sieht das Potenzial für Carsharing in Österreich bei rund 100.000 Personen Der VCÖ betont, dass Carsharing für alle finanziell interessant ist, die weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr mit dem Auto fahren.

Die gestiegenen Spritpreise erhöhen das Interesse an Carsharing. Eine aktuelle VCÖ-Studie zeigt, dass Carsharing für alle interessant ist, die weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr mit dem Pkw fahren. "Im Schnitt wird ein Pkw nur eine Stunde pro Tag genutzt, 23 Stunden steht das Fahrzeug am Parkplatz oder in der Garage. Da die Fixkosten einen großen Anteil ausmachen, rechnet sich Carsharing umso stärker, je weniger Kilometer gefahren werden", so VCÖ-Experte DI Martin Blum. Wer 6.000 Kilometer pro Jahr fährt, zahlt pro Monat mit eigenem Pkw (VW Polo, Benzin) 543 Euro, mit Carsharing aber nur 294 Euro Bei 10.000 Kilometer kostet der eigene VW-Polo monatlich 574 Euro, Carsharing nur 488 Euro.

Derzeit nutzen in Österreich rund 16.000 Personen Carsharing. Im Vorjahr wurden mehr als vier Millionen Kilometer mit Carsharing-Autos gefahren, mehr als die Hälfte im Ballungsraum Wien. „Carsharing ist für Stadtbewohner besonders attraktiv. Der urbane Lebensstil kommt gut ohne eigenes Auto aus. Für Alltagswege das Fahrrad und die Öffis, und wenn etwa für Ausflüge ein Auto gebraucht wird, dann wird eben Carsharing in Anspruch genommen“, stellt VCÖ-Experte Blum fest. 

Carsharing bringt einen anderen Umgang mit dem Auto. „Das Auto wird nur dann genutzt, wenn es wirklich gebraucht wird. Fahrten aus reiner Bequemlichkeit fallen weg“, verweist VCÖ-Experte Blum auf eine Schweizer-Studie. Autofahrer, die auf Carsharing umsteigen, fahren um rund 50 Prozent weniger Kilometer mit dem Auto als vorher, Öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad werden dann häufiger genutzt. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Schnitt der CO2-Rucksack eines Carsharing-Nutzers um etwa 1.300 Kilogramm CO2 leichter ist als der eines durchschnittlichen Autofahrers.

In der Schweiz nutzen bereits rund 70.000 Personen Carsharing, in Deutschland wird mit einer Zunahme von derzeit 100.000 auf 1,5 Millionen bis zum Jahr 2020 gerechnet. Der VCÖ sieht das Potenzial von Carsharing in Österreich bei rund 100.000 Personen bis zum Jahr 2010. „Wesentlich für Carsharing ist ein dichtes Netz an Standorten. Sind Standorte in der Nähe, steigt die Bereitschaft auf Carsharing umzusteigen“, so VCÖ-Experte Blum.

Der VCÖ fordert, dass die Städte Carsharing stärker fördern. „Die Städte profitieren, wenn mehr Menschen vom eigenen Pkw auf Carsharing umsteigen. Carsharing hilft vor allem die Parkplatzprobleme zu verringern. Deshalb sollten Städte so wie für Taxi-Standplätze für Carsharing-Stationen Parkflächen zur Verfügung stellen. In Berlin und Amsterdam wurde das erfolgreich umgesetzt“,  betont VCÖ-Experte Blum. Im Durchschnitt ersetzt ein Carsharing-Pkw fünf Autos.


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