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VCÖ: In die Natur umweltgerecht anreisen

Factsheet: 2009-07

Österreichs Nationalparks sind beliebte Ausflugsziele. Die Anreise erfolgt meist mit dem Auto. Das verursacht Abgase und Lärm.

Umweltverträgliche Mobilität ist deshalb gerade für das Fahrtziel Natur besonders wichtig.

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Österreichs sechs Nationalparks sind nicht nur -Refugien für wertvolle Ökosysteme, sondern auch attraktive Freizeitziele für viele Erholungsuchende. Die Anreise erfolgt jedoch überwiegend mit dem -Auto, was besonders an Wochenenden zu viel Verkehr, Unfällen und Belastungen durch Lärm und Abgase führt. So reisen in die Region um den Natio-nalpark Hohe Tauern in Kärnten 85 bis 94 Prozent der -Gäste mit dem Auto an. Wer mit dem Auto wandern fährt, trägt bildlich gesprochen etliche -Kilogramm CO2 im Rucksack.

VCÖ: Umweltgerechtes Mobilitätsangebot zu den Nationalparks verbessern
Wer mit dem Pkw fährt, verursacht rund 20-mal so viele CO2-Emissionen wie bei einer Bahnfahrt. Gerade in Naturschutzgebieten ist es wichtig, dass die An- und Abreise sowie der Verkehr in schützenswerten Regionen umweltverträglich sind. Die Angebote von Bus und Bahn sind auszubauen und besser zu kommunizieren. Bund, Länder und Gemeinden können gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen das Angebot verbessern.


Naturgebiete vor Belastungen des Freizeitverkehrs schützen
Nationalparks nehmen eine besondere Stellung ein: Hier hat Naturschutz absoluten Vorrang. In Österreich wurden bisher sechs der ökologisch wertvollsten Regionen zu Nationalparks erklärt. Sie erstrecken sich mit 2.350 km² auf zirka drei Prozent des Staatsgebietes. Laut Definition der Weltnaturschutzunion sind Nationalparks für die Öffentlichkeit zugänglich und dienen auch der Erholung. Tourismus im Nationalpark hat sich an diesem Ziel zu orientieren. Die Erholung in einem Nationalpark beruht vor allem darauf, dass unberührte Natur vorzufinden und erlebbar ist.

Umweltgerechte Verkehrskonzepte sind nötig
Im Jahr 2007 waren 366.200 Gäste in den Infozentren von Österreichs Nationalparks. 73.904 Schülerinnen und Schüler waren im Rahmen von Projekttagen unterwegs, es gab 1.885 Exkursionen und geführte Wanderungen mit 31.966 Teilnehmenden und 167 Feriencamps für Jugendliche. Die tatsächliche Anzahl der Besucherinnen und Besucher ist weit größer. Da die Nationalparks frei zugänglich sind, ist die genaue Zahl unbekannt.


Mehr Bus und Bahn für Nationalpark-Gäste nötig
Bei der Wahl der Verkehrsmittel dominiert sowohl bei der Anreise in die Urlaubsregion als auch bei der Fortbewegung innerhalb der Region das Auto. Das ergab eine Befragung von 1.200 Bergwanderinnen und Bergwanderern auf 44 Schutzhüttenstandorten in zwölf alpinen Regionen Österreichs. Öffentliche Verkehrsmittel werden bei der Anreise nur von knapp 13 Prozent der Befragten in Anspruch genommen. Bei der Mobilität innerhalb der Region steigt der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel auf 16,5 Prozent.


Anreise mit der Bahn schont die Umwelt
Wer mit dem Auto in die Nationalparks fährt, trägt einen schweren „CO2-Rucksack“. Mit dem eigenen Pkw von Wien nach Mallnitz zu fahren, um den Nationalpark Hohe Tauern in Kärnten zu besuchen, verursacht rund 60 Kilogramm CO2, etwa 300 Gramm Stick-oxide und 18 Gramm Feinstaub (PM). Wird stattdessen die Bahn benutzt, so reduziert sich der Ausstoß auf zwei bis drei Kilogramm CO2, zwei Gramm Stickoxide und weniger als ein Gramm Feinstaub. Auch die Lärmbelastung durch den Auto-Verkehr reduziert die Erholung für die Gäste und belastet die Menschen, die in der Region leben.


Straßenverkehr zerschneidet Naturgebiete
Der Flächenverbrauch der Straße ist in Österreich bezogen auf die Transportleistung sechsmal höher als bei der Schiene. Es wird wertvolle Fläche verbaut, die der Erholung und dem Naturschutz dienen könnte. Auch auf die Tierwelt haben Straßen negative Auswirkungen. Sie wirken wie Schneisen, die den Lebensraum von Tieren durchtrennen.


Möglichkeiten von Bus und Bahn besser nutzen
In Nationalparks suchen die Leute Ruhe und intakte Natur. Viele Gäste reisen aber mit dem Auto an – ein Dilemma, das viele Feriengebiete in und außerhalb von Nationalparks betrifft. Dabei gibt es zahlreiche Angebote von Bus und Bahn für die Anreise zu den Nationalparks, etwa das Kombiticket National-park Hohe Tauern oder das Ticket Alpenperle Österreich. Der Nationalpark Donau-Auen ist durch seine günstige Lage sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Viele Zugänge zum Park sind durch Busse oder Schnellbahn erreichbar. Oder es werden an den Wochen-enden attraktive Anreisemöglichkeiten angeboten, etwa der Nationalpark Hintergebirge Wanderbus oder der Reblaus Express zum Nationalpark Thayatal. Die Information darüber ist in Kooperation mit den Verkehrsunternehmen zu verbessern. In Deutschland etwa gibt es eine eigene Informationsplattform im Internet (www.fahrtziel-natur.de), die über die umweltverträgliche Anreise in 18 Natur-Regionen informiert.


Öffentlichen Verkehr weiter verbessern
Im Tiroler Pitztal ist es gelungen, das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln für Gäste und Einheimische so attraktiv zu gestalten, dass die Zahl der Fahrgäste im REGIO-Bus Pitztal von 250.000 pro Jahr auf 1,2 Millionen anstieg und zu einer starken Reduzierung des Pkw-Verkehrs führte. In der Schweiz zeigt die Initiative Bus Alpin (http://www.busalpin.ch/) wie erfolgreich die touristische Erschließung von Berggebieten mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktionieren kann. Oftmals ist die Anreise mit Bus und Bahn kompliziert. Ein integrierter Taktfahrplan mit kurzen Wartezeiten beim Umsteigen und regelmäßigen Verbindungen ist dringend nötig.


Fahrradmitnahme bei Bus und Bahn sehr wichtig
Die Möglichkeit, Fahrräder in Bahn und Bus mitnehmen zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für die verstärkte Nutzung von Fahrrädern in Naturgebieten. Vor allem jene, die Mountainbike-Touren unternehmen, sind am liebsten mit ihrem eigenen Fahrrad unterwegs. Deshalb ist eine unkomplizierte Fahr-radmitnahme bei öffentlichen Verkehrsmitteln sehr wichtig.


Attraktiven Fahrradverleih vor Ort anbieten
In Berggebieten wie den Hohen Tauern und Berchtesgaden sind Angebote für Elektrofahr-räder ein neuer sinnvoller Trend. Rund um den Neusiedler See besteht die Möglichkeit, unkompliziert ein Rad auszuleihen. Gebucht wird mittels Mobiltelefon, die Fahrräder können dann mit einem Code entliehen und nach der Radtour bei jeder beliebigen Station zurückgegeben werden.


Mobilitätszentralen einrichten und ausbauen
In der Steiermark haben sich 16 Gemeinden im Nationalpark Gesäuse sowie der Erlebnisregion Eisenwurzen und Erzbergland zusammengeschlossen, um mit dem Projekt „Xeismobil“ das regionale öffentliche Verkehrsangebot zu erhalten, selektiv zu erweitern und den Tourismus ohne Auto zu fördern. Eine interaktive Landkarte im Internet bietet einen detaillierten Überblick über das touristische Angebot der Region und ist mit einer adressgenauen Fahrplanauskunft des Verkehrsverbundes Steiermark verknüpft. Weiters wurden vier regionale Tourismusbüros zu Mobilitätszentralen ausgebaut, die umfassende Beratung zu Fragen des Öffentlichen Verkehrs anbieten.


Besser mit Bahn und Bus in die Natur
Der Österreich-Urlaub erlebt gerade eine Renaissance: Die Zahl der Inlandreisen ist seit dem Jahr 2000 um 43 Prozent gestiegen. Auch das Verkehrsverhalten in Österreich ändert sich. Die Diskussion um Klimaschutz, hohe Treibstoffpreise und die Wirtschaftskrise haben dazu geführt, dass der Autoverkehr zurückgeht. Im Jahr 2008 wurde sechs Prozent weniger Benzin verkauft als im Jahr davor. Der Fahrgastzuwachs bei der Bahn betrug vier Prozent.
Diese Trendwende kann für eine Offensive für mehr umweltverträgliche Mobilität im Freizeitverkehr generell und insbesondere für Wege zu und in Nationalparks genutzt werden.

Naturerlebnis durch umwelt-verträgliche Mobilität garantieren und steigern
In den sechs Nationalparks Österreichs gibt es bereits eine Vielzahl an Angeboten und Aktionen, um Besucherinnen und Besucher zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Es ist wichtig, diese Angebote weiter auszubauen und intensiver zu bewerben.
Um die Information darüber möglichst einfach an die Gäste zu bringen, empfiehlt sich eine Vernetzung des Informationsangebotes über eine zentrale Internetseite. Die Informationszentren und Umweltbildungsangebote der Nationalparks könnten das Thema umweltfreundliche Mobilität verstärkt aufgreifen und an die Gäste herantragen.
Zusätzlich sind mehr öffentliche Verkehrsverbindungen zu den Nationalparks anzubieten.

vcö-empfehlungen
Angebote bei Bus und Bahn ausbauen
Für die Anreise zu Nationalparks in Österreich sind attraktive, leistbare öffentliche Verkehrsmittel notwendig. Die Fahrradmitnahme ist einfach zu ermöglichen.
Innovative Mobilitätsangebote innerhalb der Region schaffen
Fahrräder und Elektrofahrräder sind eine gute Alternative zur Benutzung von Autos und Motorrädern.
Öffentliche Verkehrsmittel intensiv bewerben
Bei der Information über die Anreise zu Nationalparks sind öffentliche Verkehrsmittel an erster Stelle zu nennen und als gewünschte Anreise zu nennen.
Gut zugängliche Informationsplattform im Internet schaffen
Eine zentrale Internetseite eignet sich gut, um Informationen über eine umweltverträgliche An- und Abreise anzubieten.
Gäste motivieren und aktivieren
Durch spezielle Tarifangebote und Aktionen im Bereich der Infozentren und Umweltbildung können Gäste zur verstärkten Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel motiviert werden.

Quelle: VCÖ-Hintergrundbericht „Freitzeitverkehr und Nationalparks –
Wege zu mehr Nachhaltigkeit“, Wien 2009

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Symbolbild

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Österreichs Nationalparks sind beliebte Ausflugsziele. Die Anreise erfolgt meist mit dem Auto. Das verursacht Abgase und Lärm.Umweltverträgliche Mobilität ist deshalb gerade für das Fahrtziel Natur besonders wichtig.

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