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VCÖ: Im 1. Halbjahr wurde in Österreich deutlich mehr Sprit getankt

Ausgabe: 2010-120 vom 30.07.2010

Vor allem Verbrauch von Diesel durch Lkw-Verkehr zugenommen

 VCÖ fordert Ende des Steuerprivilegs auf Dieseltreibstoff
 

Das erste Mal seit drei Jahren ist der Spritverbrauch in Österreich gestiegen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im 1. Halbjahr um rund 150 Millionen Liter mehr getankt wurde als im 1. Halbjahr 2009. Die Zunahme ist auf den stark gestiegenen Lkw-Verkehr zurückzuführen, so der VCÖ. Der VCÖ betont, dass durch die im Vergleich zu Benzin niedrigere Besteuerung von Diesel Österreichs Budget Einnahmen von 600 bis 650 Millionen Euro pro Jahr entgehen.

In Österreich ist im 1. Halbjahr der Spritverbrauch gestiegen. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass im 1. Halbjahr rund 4,65 Milliarden Liter Diesel und Benzin getankt wurden. Das sind um rund 150 Millionen Liter mehr als im 1. Halbjahr 2009. „Die Zunahme geht zur Gänze auf das Konto des Lkw-Verkehrs. Es sind wieder deutlich mehr Lkw auf den Straßen unterwegs, was sowohl für Österreichs Klimabilanz als auch für die Erreichung der Ziele der Energiestrategie negativ ist“, stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest. Der Verbrauch von Benzin blieb im ersten Halbjahr de facto gleich.

Der VCÖ betont, dass durch den Mehrverbrauch an Treibstoff die Kyoto-Ziele für Österreich in noch weitere Entfernung gerückt sind. Allein der im ersten Halbjahr zusätzlich verbrauchte Dieseltreibstoff belastet Österreichs Klimabilanz mit fast 400.000 Tonnen CO2. Das Verbrennen von einem Liter Diesel verursacht im Vergleich zu Benzin um fast 13 Prozent mehr CO2. Trotzdem ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 9,5 Cent pro Liter niedriger als auf Benzin.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass dem österreichischen Staatshaushalt durch die niedrigere Besteuerung von Diesel allein im Vorjahr Einnahmen von rund 650 Millionen Euro entgangen sind. „Angesichts der angespannten Budgetsituation ist das Steuerprivileg auf Diesel nicht mehr zu rechtfertigen.“, fordert VCÖ-Experte Blum das Ende der steuerlichen Bevorzugung von Diesel. Zum Vergleich: Die 13. Familienbeihilfe, deren Streichung diskutiert wird, kostet rund 250 Millionen Euro im Jahr. „Das Steuerprivileg auf Diesel beizubehalten, während bei Sozialleistungen, der Bildung oder im Gesundheitsbereich gespart wird, wäre eine Chuzpe“, stellt VCÖ-Experte Blum fest.

VCÖ: Spritverbrauch im 1. Halbjahr 2010 gestiegen (Verbrauch von Diesel und Benzin in Milliarden Liter) 1. Halbjahr 2010: 4,65 Milliarden Liter 1. Halbjahr 2009: 4,50 Milliarden Liter 1. Halbjahr 2008: 4,70 Milliarden Liter 1. Halbjahr 2007: 4,82 Milliarden Liter 1. Halbjahr 2006: 4,75 Milliarden Liter
Quelle: VCÖ 2010
 

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