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VCÖ: In Österreich 20 bis 25 Verkehrstote pro Jahr wegen übermüdeter Lkw-Fahrer!

Ausgabe: 2010-118 vom 29.07.2010

Pkw-Insassen und Fußgänger sind Hauptopfer tödlicher Lkw-Unfälle!

 VCÖ fordert deutlich mehr Kontrollen und höhere Strafen

Übermüdete Lkw-Fahrer sind eine tödliche Gefahr im Straßenverkehr. Der VCÖ weist darauf hin, dass bis zu 25 Prozent der tödlichen Lkw-Unfälle deshalb passierten, weil der Lkw-Fahrer übermüdet war. In den vergangenen fünf Jahren sind in Österreich bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung 539 Menschen getötet worden. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass jedes zweite Todesopfer ein Pkw-Insasse war, jedes achte Todesopfer ein Fußgänger. Der VCÖ fordert, dass die Zahl der Lkw-Kontrollen und die Strafen deutlich erhöht werden.

Eine umfangreiche Studie in Deutschland hat ergeben, dass übermüdete Lkw-Fahrer 16 Prozent der tödlichen Lkw-Unfälle verursachen. Für Österreich ist aufgrund des hohen Anteils des Lkw-Transit mit einem Anteil von rund 25 Prozent zu rechnen. Der VCÖ betont, dass in Österreich in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 20 bis 25 Menschen pro Jahr wegen übermüdeter Lkw-Fahrer ums Leben gekommen sind.

„Das Aufdecken manipulierter Fahrtenschreiber in der Steiermark und in Salzburg macht deutlich, dass die Nichteinhaltung der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten weit verbreitet ist. Übermüdete Lkw-Fahrer sind eine enorme Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer“, stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest. Wie gefährlich Sekundenschlaf in folge nicht eingehaltener Ruhezeiten ist, macht folgendes Beispiel deutlich: Ist ein Lkw mit Tempo 80 unterwegs, legt er in einer Sekunde 22 Meter zurück. Bei Sekundenschlaf im Blindflug.

In den Jahren 2005 bis 2009 wurden insgesamt 539 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung getötet. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Pkw-Insassen und Fußgänger die Hauptopfer der Lkw-Unfälle sind. Rund 54 Prozent der bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung tödlich Verunglückten waren Pkw-Insassen, weitere 13 Prozent Fußgänger. Neun Prozent der tödlich Verunglückten waren die Insassen der Lkw. „Auffallend sind die großen Unterschiede in den Bundesländern. In Wien waren fast zwei Drittel der bei Lkw-Unfällen Getöteten Fußgänger, in Vorarlberg war jedes zweite Todesopfer ein Radfahrer und in allen anderen Bundesländern waren Pkw-Insassen die Hauptopfer“, weist VCÖ-Experte Blum auf weitere Daten hin.

Lkw-Unfälle waren im Zeitraum der Jahre 2005 bis 2009 für 15,3 Prozent der Verkehrstoten verantwortlich. Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass Wien den höchsten Anteil aufweist: Lkw waren bei 18,9 Prozent der tödlichen Unfälle beteiligt. Salzburg hat mit 18,1 Prozent den zweithöchsten Anteil. Am wenigsten sind Lkw in der Steiermark an tödlichen Unfällen beteiligt, mit einem Anteil von 12,5 Prozent.

Der VCÖ fordert mehr Lkw-Kontrollen in Österreich. Im Vorjahr wurden 107.000 Lkw kontrolliert. Diese Anzahl sollte bis zum Jahr 2013 auf 200.000 Kontrollen verdoppelt werden. Zudem sind die Geldstrafen für Frächter, die Ruhezeiten nicht einhalten und Tachos manipulieren, drastisch zu erhöhen. Wirksam sind zudem auch Zeitstrafen, die in Spanien und Frankreich erfolgreich umgesetzt werden.

Der VCÖ weist auf einen weiteren Aspekt hin: Nicht eingehaltene Ruhezeiten verbilligen den Transport auf der Straße, führen zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße und damit zur Zunahme des Lkw-Verkehrs auf Österreichs Straßen. Wie sehr eine Abnahme des Lkw-Verkehrs zu mehr Verkehrssicherheit führt, zeigte das Krisenjahr 2009: Die Zahl der bei Lkw-Unfällen in Österreich tödlich Verunglückten ist im Vorjahr um 26 Prozent zurückgegangen.

 

VCÖ: Mehr als 500 Todesopfer bei Lkw-Unfällen in Österreich seit 2005 (Verkehrstote bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung)

Jahr 2009: 82 Todesopfer
Jahr 2008: 111 Todesopfer
Jahr 2007: 90 Todesopfer
Jahr 2006: 127 Todesopfer
Jahr 2005: 129 Todesopfer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010


VCÖ: Pkw-Insassen sind die Hauptopfer von Unfällen mit Lkw-Beteiligung (Anteil der bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung tödlich Verunglückten)

Pkw-Insassen: 55 Prozent
Fußgänger: 13 Prozent
Lkw-Insassen: 9 Prozent
Moped & Motorrad: 8 Prozent
Radfahrer: 8 Prozent
Insassen von Klein-Lkw: 6 Prozent
Sonstiges: 1 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010


VCÖ: In Wien ist Anteil der Lkw an tödlichen Unfällen am höchsten (Zeitraum 2005 bis 2009)

Wien: 18,9 Prozent
Salzburg:18,1 Prozent
Burgenland: 16,8 Prozent
Tirol: 15,9 Prozent
Niederösterreich: 15,9 Prozent
Oberösterreich: 15,0 Prozent
Vorarlberg: 14,9 Prozent
Kärnten: 14,0 Prozent
Steiermark: 12,5 Prozent
Österreich: 15,3 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

 

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