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VCÖ-Radfahrumfrage: 68 Prozent kritisieren Parkplatzmangel für Fahrräder!

Ausgabe: 2010-110 vom 13.07.2010

Österreicher mit Bedingungen zum Radfahren immer zufriedener!

 VCÖ: Mehr Radfahrstreifen und Radwege an Freilandstraßen gewünscht
 

In Österreich herrscht eklatanter Parkplatzmangel für Fahrräder. Das ist ein Ergebnis der VCÖ-Radfahrumfrage, bei der österreichweit rund 2.000 Personen befragt wurden. Immerhin 60 Prozent sehen verbesserte Bedingungen zum Radfahren in ihrem Wohnort, aber erst 39 Prozent beurteilen diese als gut. Die VCÖ-Umfrage zeigt, dass mehr Radwege, insbesondere entlang von Freilandstraßen und mehr Radfahrstreifen gefordert werden. Die Hauptmotive zum Radfahren im Alltag sind Gesundheit und Spaß.

45 Prozent gaben bei der diesjährigen VCÖ-Radfahrumfrage an, dass sie heuer mehr Radfahren als im Vorjahr. „Die Österreicherinnen und Österreicher treten immer fleißiger im Alltag in die Pedale, was wesentlich zur Verringerung der Verkehrsprobleme und zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt. Die Verbesserung der Radfahrinfrastruktur hinkt jedoch dem Radfahrboom hinterher“, stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest.

Bei Österreichs größter Umfrage unter Radfahrerinnen und Radfahrern gaben 68 Prozent an, dass es in ihrer Gemeinde zu wenige Fahrradabstellanlagen gibt. Der VCÖ weist darauf hin, dass auf einen Auto-Parkplatz 10 bis 12 Parkplätze für Fahrräder geschaffen werden können. Besser ist die Situation am Arbeitsplatz: 61 Prozent haben hier ausreichend Abstellanlagen, 39 Prozent möchten ein besseres Angebot.

Insgesamt sind laut VCÖ-Umfrage 39 Prozent mit den Bedingungen zum Radfahren in ihrer Gemeinde zufrieden, 28 Prozent sind unzufrieden. Erfreulich: 60 Prozent betonen, dass sich die Situation für das Radfahren verbessert hat. Bei der VCÖ-Umfrage wurde auch gefragt, welche Maßnahmen das Radfahren attraktiver machen. Drei Viertel wollen mehr Radwege entlang von Freilandstraßen. „Im ländlichen Raum würden mehr Radwege es Pendlern, die einen kurzen Arbeitsweg haben, ermöglichen, kostengünstig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Zudem schafft der Bau von Radwegen viele Arbeitsplätze“, betont VCÖ-Experte Blum. Pro Million Euro ist die Beschäftigungswirkung beim Bau von Radwegen um 56 Prozent höher als beim Autobahnbau und um 32 Prozent höher als beim Bau von Gemeindestraßen.

Die VCÖ-Umfrage zeigt auch, dass es bei den Beweggründen für das Radfahren im Alltag einen Wandel gegeben hat. Während in den vergangenen Jahren der Umweltschutz als Hauptmotiv genannt wurde, ist es heute die eigene Gesundheit. Bereits an zweiter Stelle kommt der Spaß am Radfahren, erst an dritter Stelle die Umweltfreundlichkeit. „Je mehr das Fahrrad zum normalen Alltagsverkehrsmittel wird, umso mehr rücken die persönlichen Vorteile in den Vordergrund. Neben dem Gesundheitsaspekt wird auch immer häufiger als Motiv genannt, dass man mit dem Fahrrad nicht im Stau steht und schnell ans Ziel kommt“, erklärt VCÖ-Experte Blum.


VCÖ-Umfrage: Österreicher werden mit Bedingungen zum Radfahren zufriedener (in Klammer die Ergebnisse von VCÖ-Radfahrumfrage 2009)
Zufrieden: 39 Prozent (36 Prozent)
Befriedigend: 33 Prozent (32 Prozent)
Unzufrieden: 28 Prozent (32 Prozent)
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ: Wie hat sich die Situation zum Radfahren in den letzten Jahren in Ihrem Ort verändert?
Verbessert: 60 Prozent
Gleich geblieben: 32 Prozent
Verschlechtert: 8 Prozent
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ: Österreicher beklagen Mangel an Fahrradabstellanlagen
Gibt es in Ihrer Gemeinde ausreichend Fahrradabstellanlagen im Straßenraum?
Ja: 32 Prozent
Nein: 68 Prozent

Gibt es bei Ihrem Arbeitsplatz ausreichend Fahrradabstellanlagen
Ja: 61 Prozent
Nein: 39 Prozent
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ-Umfrage: Österreicher fahren heuer mehr mit dem Fahrrad

Im Vergleich zum Vorjahr fahren heuer
45 Prozent mehr mit dem Fahrrad
53 Prozent gleich viel
2 Prozent seltener
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ-Umfrage: Welche Maßnahmen das Radfahren attraktiver machen
1. Radwege entlang von Freilandstraßen: 74 Prozent
2. Radwege im Ortsgebiet: 64 Prozent
3. Radfahrstreifen auf Fahrbahn: 59 Prozent
4. Verkehrsberuhigte Zonen: 56 Prozent
5. Mehr Fahrradabstellanlagen: 52 Prozent
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ-Umfrage: Die Motive zum Radfahren im Alltag
1. Weil Radfahren gesund ist: 89 Prozent
2. Weil Radfahren Spaß macht: 80 Prozent
3. Weil Radfahren umweltfreundlich ist: 77 Prozent
4. Weil man mit Fahrrad unabhängig ist: 67 Prozent
5. Weil man nicht im Stau steht: 66 Prozent
6. Weil man schnell(er) ans Ziel kommt: 64 Prozent
7. Weil Radfahren kostengünstig ist: 63 Prozent
Quelle: VCÖ 2010

VCÖ-Radfahrumfrage:
Anzahl befragte Personen in ganz Österreich: 1.975 Personen
Umfragezeitraum: 15. April und 5. Juli 2010
 

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