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Dieselabgase belasten die Luft um ein Vielfaches stärker als Benzinabgase. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Diesel-Pkw der heimischen Autoflotte im Schnitt 14 Mal so viele Feinstaub-Partikel und drei Mal so viele Stickoxide emittierten wie die Benzin-Pkw. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass der Diesel-Boom zu Ende geht. Der Anteil an den Pkw-Neuzulassungen ist seit dem Jahr 2004 von knapp 71 auf 49 Prozent gesunken. Pro 1.000 Einwohner gibt es im Burgenland die meisten Diesel-Pkw und in Wien die wenigsten. Der VCÖ betont, dass Umweltzonen die Luftqualität in den Städten verbessern.
Rund 2,38 Millionen Diesel-Pkw gibt es in Österreich. Von 1.000 Österreicherinnen und Österreich besitzen 285 einen Diesel-Pkw. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass in Wien Diesel-Pkw am wenigsten beliebt sind. In der Bundeshauptstadt kommen auf ein 1.000 Personen 200 Diesel-Pkw. Die meisten Diesel-Pkw pro 1.000 Einwohner weist das Burgenland mit 339 auf.
„Dieselabgase bereiten den Städten große Probleme. Aufgrund der deutlich höheren Stickoxid- und Feinstaub-Emissionen verschlechtern Diesel-Fahrzeuge die Luftqualität in den Städten“, betont VCÖ-Experte DI Martin Blum. Der aktuelle Umweltkontrollbericht zeigt, dass Diesel-Fahrzeuge die Hauptverursacher der Stickstoffoxid-Emissionen und der Abgas-Emissionen von PM10 (Feinstaub) sind. Die Diesel-Pkw-Flotte verursacht laut Umweltbundesamt 14 Mal so viele Feinstaub-Partikel und drei Mal so viele Stickoxid-Emissionen wie Österreichs Benzin-Pkw-Flotte.
Eine nun veröffentlichte niederländische Langzeitstudie hat gezeigt: Entlang stark befahrener Straßen mit erhöhter Stickoxid- und Feinstaubbelastung erkranken überdurchschnittlich viele Kinder an Asthma. Bei dieser Studie wurden 3.800 Kinder acht Jahre lang untersucht. „Stickoxide und Feinstaub machen nachweisbar krank. Kinder und ältere Menschen sind am stärksten gefährdet. Es ist höchste Zeit, dass die Politik die Gesundheit der Bevölkerung stärker schützt“, betont VCÖ-Experte Blum.
Der VCÖ sieht die Entwicklungen bei den Pkw-Neuzulassungen differenziert. Erfreulich ist, dass der Dieselboom zu Ende geht. Während im Jahr 2004 noch 70,9 Prozent der neuen Pkw mit Diesel fuhren, waren es im Jahr 2009 nur mehr 46 Prozent und in den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres 49,3 Prozent. Doch nach wie vor ist der Anteil von Diesel-Pkw hoch.
Der VCÖ fordert, dass Kfz-Flotten der öffentlichen Hand sowie Taxis in Städten bis zum Jahr 2015 dieselfrei werden. Zudem sind steuerliche Begünstigungen, wie die niedrigere Mineralölsteuer, für Diesel-Fahrzeuge rasch zu streichen. Privaten rät der VCÖ vom Kauf von Diesel-Pkw ab. Partikel-Filter verringern zwar die Feinstaub-Emissionen, helfen jedoch nicht gegen die Stickoxid-Emissionen. Und die Politik wird in den kommenden Jahren verstärkt Maßnahmen setzen müssen, um die Stickoxid-Emissionen zu verringern.
Denn die hohe Anzahl von Diesel-Fahrzeugen ist hauptverantwortlich dafür, dass Österreich ein Vertragsverletzungsverfahren der EU droht, warnt der VCÖ. Österreich darf im Jahr 2010 nicht mehr als 103.000 Tonnen Stickoxide emittieren. Im Jahr 2008 waren es aber mit 162.200 Tonnen deutlich mehr. Der Straßenverkehr war mit 77.200 Tonnen der Hauptverursacher. Der VCÖ begrüßt daher, dass mit der Novelle des IG-Luft die Einführung von Umweltzonen möglich wird.
VCÖ: Burgenland hat die meisten Diesel Pkw pro 1.000 Einwohner (Diesel-Pkw pro 1.000 Einwohner, Stand 31.12.2009)
Burgenland: 339 Diesel-Pkw / 1.000 Einwohner
Niederösterreich: 320
Oberösterreich: 316
Kärnten: 314
Steiermark: 303
Salzburg: 292
Tirol: 280
Vorarlberg: 253
Wien: 200
Österreich: 285
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010
VCÖ: Dieselboom in Österreich geht zu Ende (Anteil der Diesel-Pkw bei Pkw-Neuzulassungen)
1.1. bis 31.5. 2010: 49,3 Prozent
Jahr 2009: 46,0 Prozent
Jahr 2008: 54,6 Prozent
Jahr 2007: 59,3 Prozent
Jahr 2006: 62,1 Prozent
Jahr 2005: 64,9 Prozent
Jahr 2004: 70,8 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010
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