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VCÖ: In Österreichs Städten wird im internationalen Vergleich wenig Rad gefahren

Ausgabe: 2010-105 vom 06.07.2010

EU-Spitze: In Kopenhagen und Groningen kommen 60 Prozent mit Rad zur Arbeit!

VCÖ: Infrastruktur für das Radfahren rasch verbessern
 

60 Prozent der Bevölkerung kommen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Was für Österreichs Städte utopisch klingt, ist in Kopenhagen und Groningen Realität. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich zwar seit einigen Jahren das Radfahren immer beliebter wird, aber im internationalen Vergleich wird wenig Radgefahren. Der VCÖ fordert mehr Platz zum Radfahren in den Städten und eine verbesserte Radfahrinfrastruktur.

„In Kopenhagen und Groningen ist der Anteil der Personen, die meist mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, 15 Mal so hoch wie in Wien, in Amsterdam fast zwölf Mal so hoch. Auch wenn Wien seit ein paar Jahren einen Radfahrboom erlebt, im internationalen Vergleich wird in Wien noch wenig Rad gefahren“, stellt VCÖ-Experte DI Martin Blum fest. Der VCÖ hat die Daten einer Umfrage der EU-Kommission in 75 europäischen Städten analysiert. Bei der repräsentativen Umfrage der EU-Kommission wurden in jeder Stadt 500 Personen befragt. Österreich war bei der Umfrage mit Graz und Wien vertreten.

Europas Radhauptstädte sind Kopenhagen und das niederländische Groningen. In beiden Städten fahren beeindruckende 60 Prozent der Bevölkerung mit dem Fahrrad zur Arbeit. An dritter Stelle landet Amsterdam mit 46 Prozent. „In diesen Städten sieht und erlebt man, was eine radfahrfreundliche Stadt ausmacht. Es wird dem Radverkehr ausreichend Platz eingeräumt, enge Radwege, wie es sie in Österreich gibt, sind dort undenkbar“, so VCÖ-Experte Blum.

Während Graz mit einem Anteil von 28 Prozent immerhin den 8. Platz von 75 belegt, landet Wien lediglich an 31. Stelle. Der VCÖ weist darauf hin, dass auch im Vergleich mit den europäischen Hauptstädten deutlich wird, dass Wien beim Radfahren noch viel aufholen muss. Vier Prozent fahren in Wien mit dem Fahrrad zur Arbeit, in Stockholm sind es 19 Prozent, in Berlin 17 Prozent, in Laibach 15 Prozent, in Helsinki 10 Prozent und in London neun Prozent. Auch in Budapest und Paris fahren mehr mit dem Rad zur Arbeit als in Wien.

Der VCÖ betont, dass durch eine raschere Verbesserung der Bedingungen zum Radfahren der Radverkehrsanteil in Wien deutlich erhöht werden kann. Neben mehr Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, der generellen Öffnung von Einbahnen für das Radfahren nach dem Vorbild der Schweiz und Belgiens braucht es auch mehr Schnellverbindungen für das Radfahren. Auch vorgezogene Halteflächen für den Radverkehr und mehr Fahrradabstellanlagen sind wichtig. „Im Vergleich zum Jahr 2005 wird in Österreich heute um rund 50 Prozent mehr Rad gefahren, in Wien sogar doppelt so viel. Die Infrastruktur hinkt aber dem Radfahrboom gewaltig hinterher“, spricht sich VCÖ-Experte Blum für eine Infrastruktur-Offensive für das Radfahren aus.

 

VCÖ: Österreichs Städte haben beim Radfahren viel aufzuholen (Anteil der Bevölkerung, die meist mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen)

1. Kopenhagen: 60 Prozent
1. Groningen: 60 Prozent
3.Amsterdam: 46 Prozent
4. Oulu (Finnland): 38 Prozent
5. Malmö: 37 Prozent
5. AAlborg: 37 Prozent
7. Antwerpen: 29 Prozent
8. Graz: 28 Prozent
9. Rotterdam: 25 Prozent
10. Straßburg: 21 Prozent
11. Stockholm: 19 Prozent
12. Leipzig: 18 Prozent
13. Berlin: 17 Prozent
13. München: 17 Prozent
15. Laibach: 15 Prozent
16. Hamburg: 14 Prozent
17. Rostock: 13 Prozent
18. Helsinki: 10 Prozent
19. London: 9 Prozent
19. Verona: 9 Prozent

31. Wien: 4 Prozent


Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2010
 

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