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VCÖ: Jeder 12. Verkehrstote Opfer eines Alko-Unfalls

Ausgabe: 2009-126 vom 09.10.2009

Kontrolldichte erhöhen, 0,1 Promillegrenze für Fahranfänger verlängern

In den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres ereigneten sich bereits mehr als 1.300 Alkoholunfälle

In den ersten sieben Monaten des heurigen Jahres ereigneten sich bereits mehr als 1.300 Alkoholunfälle, dabei wurden 1.808 Menschen verletzt, 29 Menschen kamen ums Leben. Jeder 12. Verkehrstote fiel damit einem Alkoholunfall zum Opfer. Der VCÖ spricht sich für eine höhere Kontrolldichte und eine Ausdehnung der 0,1 Promillegrenze für Fahranfänger bis zum 24. Lebensjahr aus.

53 Menschen kamen im Vorjahr bei Alkoholunfällen ums Leben, 3.653 Menschen wurden verletzt. Für das Jahr 2009 liegen die genauen Daten bis Ende Juli vor: In den ersten sieben Monaten ereigneten sich 1.308 Alkoholunfälle, das sind um 129 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bis Ende Juli 2009 kamen 29 Menschen, drei weniger als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres, bei Alkoholunfällen ums Leben. Damit ist jeder 12. Verkehrstote Opfer eines Alkoholunfalls. „Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss geht zwar zurück, aber noch immer ereignet sich durchschnittlich alle drei Stunden ein Alkoholunfall“, macht VCÖ-Experte DI Martin Blum aufmerksam.

Der VCÖ erinnert daran, dass bereits bei 0,5 Promille das tödliche Unfallrisiko doppelt so hoch ist wie bei 0,0 oder 0,1 Promille. Die Reaktionsfähigkeit nimmt ab, die Risikobereitschaft steigt. „Don’t drink and drive“ sollte daher immer gelten. Wer ein Auto lenkt, für den gibt es nur eine richtige Promillegrenze und die liegt bei 0,0 Promille“, betont VCÖ-Experte Blum. Diese Grenze gilt in Österreich gesetzlich für Berufskraftfahrer und Fahranfänger im Rahmen der Mehrphasenausbildung. In der Slowakei, Ungarn und Tschechien gilt 0,0 Promille für alle Autofahrer.

Der VCÖ begrüßt die Erhöhung der Verkehrsstrafen für Alkolenker, die mit Anfang September in Österreich in Kraft getreten ist. Gleichzeitig sind aber auch mehr Verkehrskontrollen nötig. „Höhere Strafen werden nur dann wirksam, wenn die Kontrolldichte sehr hoch ist“, so VCÖ-Experte Blum. Die zusätzlichen Einnahmen sollen für Verkehrssicherheitsmaßnahmen zweckgewidmet werden.

Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass rund 88 Prozent aller Alko-Lenker männlich sind. Jeder vierte Alko-Lenker ist zwischen 18 und 24 Jahre jung. „Insbesondere für diese Hochrisikogruppe ist mehr Bewusstseinsarbeit, etwa auch in Form von Gesprächen mit Unfallopfern und –lenkern, sinnvoll“, so VCÖ-Experte Blum. Zudem ist es wichtig, dass insbesondere in ländlichen Regionen Nacht- und Discobusse oder Anrufsammeltaxis als Alternative zum eigenen Auto gesehen und auch genutzt werden.

Der VCÖ spricht sich zudem für eine Verlängerung der 0,1 Promillegrenze für Fahranfänger bis zum 24. Lebensjahr aus.

VCÖ: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2009 bereits 29 Menschen bei Alko-Unfällen tödlich verunglückt Jänner bis Juli 2009 (in Klammer Jänner bis Juli 2008)
Österreich: 29 (32)
Burgenland: 0 (1)
Kärnten: 5 (2)
Niederösterreich: 8 (8)
Oberösterreich: 5 (2)
Salzburg: 3 (4)
Steiermark: 3 (4)
Tirol: 1 (8)
Vorarlberg: 1 (2)
Wien: 3 (1)

VCÖ: Zahl der Alkoholunfälle in Österreich auf hohem Niveau:
Jänner bis Juli 2009: 1.308
Jänner bis Juli 2008: 1.437
Jahr 2008: 2.646
Jahr 2007: 2.731
Jahr 2006: 2.579
Jahr 2005: 2.746
Jahr 2004: 2.835
Jahr 2003: 2.841
Jahr 2002: 2.736
Jahr 2001: 2.559
Jahr 2000: 2.574
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2009

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