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Der VCÖ weist darauf hin, dass Klimaschutz im Verkehr viele positive Nebenwirkungen hat.
23,25 Millionen Tonnen Treibhausgase hat der Verkehr im Jahr 2006 verursacht und damit um 83 Prozent mehr als im Jahr 1990. In Österreichs Klimastrategie der Bundesregierung wurde dem Verkehr für den Zeitraum 2008 bis 2012 als Ziel durchschnittlich 18,9 Millionen Tonnen vorgegeben. Der Verkehr liegt damit derzeit um 4,35 Millionen Tonnen über dem Ziel.
Die VCÖ-Studie zeigt, dass in Österreich sowohl Mobilität als auch Gütertransport zu viele Treibhausgase verursachen. Österreichs Bevölkerung legt pro Jahr rund 83 Milliarden Kilometer mit dem Auto zurück, das sind 70 Prozent der gesamten Personenverkehrsleistung, betont VCÖ-Experte DI Martin Blum. 60 Prozent der Alltagswege von Herrn und Frau Österreicher sind kürzer als vier Kilometer. Jeder dritte kurze Weg wird mit dem Auto gefahren. Derzeit legt eine Person im Schnitt 27 Kilometer pro Tag im Auto zurück. Werden nur zwei Kilometer pro Person und Tag weniger mit dem Auto gefahren, verringern sich die Treibhausgas-Emissionen um rund 750.000 Tonnen pro Jahr.
Technologischen Verbesserungen und alternativen Kraftstoffen wird viel Raum gewidmet, während der Verschiebung des Modal Splits, nicht die ihrer Wirksamkeit entsprechende Bedeutung geschenkt wird. Die Bedarfssenkung braucht höhere Priorität. Sie kann in wesentlichem Ausmaß nur über geeignete Rahmenbedingungen erzielt werden, die eine Verschiebung hin zu mehr Gehen und Radfahren und zum Öffentlichen Verkehr ermöglichen und attraktiv machen, betont die Klimaforscherin Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb.
Die VCÖ-Studie stellt dar, welche Wirkungen einzelne Maßnahmen haben. Allein die Förderung des Radfahrens hat ein Reduktionspotenzial von 270.000 bis zu 499.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Niedrigere Tempolimits reduzieren die CO2-Emissionen um rund 280.000 Tonnen pro Jahr. Der Ausbau des Öffentlichen Personenverkehrs bringt bereits bis zum Jahr 2010 minus 180.000 Tonnen CO2. Wird die Vignette durch eine Maut von fünf Cent pro Kilometer auf Autobahnen ersetzt, verringern sich die CO2-Emissionen um 545.000 Tonnen pro Jahr.
Auch im Gütertransport ist das Einsparungspotenzial groß, so der VCÖ. Eine flächendeckende Lkw-Maut spart 125.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Die größte Wirkung hat die Anhebung der Mineralölsteuer von Diesel auf das Niveau von Benzin. Durch die verringerten Fahrten werden 494.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Zusätzlich nimmt der Kraftstoffexport deutlich ab und Österreichs Klimabilanz wird damit um weitere 4,3 Millionen Tonnen verbessert.
Wenn Österreichs Regierung bei Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr weiter auf der Bremse steht, dann werden die anderen Sektoren stärker belastet. Das ist ökonomisch unvernünftig, denn Klimaschutz im Verkehr ist nicht nur günstiger, sondern hat auch sehr positive Beschäftigungseffekte, stellt VCÖ-Experte Blum fest. Zudem bedeutet eine klimafreundlichere Mobilität weniger gesundheitsschädliche Schadstoffe und damit eine bessere Luftqualität. Zudem wird die Erdölabhängigkeit verringert, die Staus nehmen ab, die Kosten des Verkehrs sinken. Der VCÖ sieht für Österreich die Chance, sich im Verkehrsbereich als das Vorzeigeland in der EU zu positionieren.
Wesentlich für den Klimaschutz sind auch emissionsärmere Fahrzeuge, wie die VCÖ-Studie zeigt. Der EU-Umweltministerrat diskutiert heute die für Pkw geplanten CO2-Grenzwerte, die jedoch zu hoch sind. Viele Automodelle sind schon heute klimafreundlicher als die EU als Norm für das Jahr 2012 vorschreiben möchte. Selbst einige Vans liegen bereits unter den zukünftigen Vorgaben der EU. Die EU-Umweltminister müssen Vorreiter beim Klimaschutz sein und nicht den technischen Standards hinterher hinken. Deshalb erwarte ich mir vom EU-Umweltministerrat klare Worte für einen niedrigeren CO2-Grenzwert für die Autohersteller, so VCÖ-Experte Blum. VCÖ: Starke Zunahme der Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs
Treibhausgas-Emissionen des Sektors Verkehr in Österreich: Jahr 2006: 23,25 Millionen Tonnen Jahr 2005: 24,47 Millionen Tonnen Jahr 2004: 23,75 Millionen Tonnen Jahr 2003: 23,14 Millionen Tonnen Jahr 2002: 21,16 Millionen Tonnen Jahr 2001: 19,28 Millionen Tonnen Jahr 2000: 18,11 Millionen Tonnen Jahr 1995: 14,83 Millionen Tonnen Jahr 1990: 12,71 Millionen Tonnen
Änderung: Plus 10,54 Millionen Tonnen (plus 83 %) Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2008
VCÖ: Weniger Autofahren bringt dem Klima viel
Pro Tag und Person werden im Schnitt 27 Kilometer mit dem Auto gefahren.
CO2-Einsparung in Millionen Tonnen pro Jahr: Minus 2 km pro Person und Tag: 0,8 Millionen Tonnen Minus 4 km pro Person und Tag: 1,5 Millionen Tonnen Minus 6 km pro Person und Tag: 2,3 Millionen Tonnen Minus 8 km pro Person und Tag: 3,0 Millionen Tonnen Minus 10 km pro Person und Tag: minus 3,8 Millionen Tonnen
Quelle: VCÖ 2008
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